Zweibrücken Lebenszeichen aus dem Tabellenkeller

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Nein, zu Hause wollten sie den Abstieg nicht vorzeitig hinnehmen – und schon gar nicht gegen den gleichfalls abstiegsbedrohten SV 08 Auerbach. Das war dem Handball-Drittligisten VT Zweibrücken-Saarpfalz am Samstag beim 31:29 (16:12)-Erfolg gegen die Oberpfälzer deutlich anzumerken.

ZWEIBRÜCKEN. Auerbach hatte bereits vor Spielbeginn mit kleinen Psychospielchen begonnen. Unter anderem bestanden sie nach gewonnener Platzwahl darauf, die Spielrichtung zu tauschen. Das ist im Handball absolut unüblich und wurde von der VTZ als kleiner Giftpfeil durchaus registriert. Die Antwort gab es sportlich. Es war ein Spiel zweier Teams, die durchaus offenbarten, warum sie im Abstiegskampf stecken. Spielerisch blieben beide viel schuldig. Zunächst Auerbach, was der aufmerksamen VTZ-Abwehrarbeit geschuldet war. Mario Schmidtke, sonst Dreh- und Angelpunkt im Spiel der Gäste, wurde der Zahn gezogen, seine Würfe geblockt. Schmidtke war nervlich endgültig aus dem Spiel, als VTZ-Torwart Stefan Dreßler in der 14. und 20. Minute zwei Strafwürfe des Auerbachers entschärfte. 12:5 führte die VTZ zu diesem Zeitpunkt und das hochverdient. Björn Zintel hatte getroffen, Max Ulbrich den Turbo gezündet und Steffen Kiefer für Druck aus dem Rückraum gesorgt. Auerbach versuchte es mit der erwarteten Härte. Beispielsweise in der 13. Minute, als Björn Zintel einen Schlag ins Gesicht bekam, der ungeahndet blieb. Zintel gab Sekunden später die richtige Antwort, traf zum 9:4. In der 15. Minute wurde Max Ulbrich auf dem Weg Richtung Kreis, ohne dass der Ball im Spiel war, böse gecheckt. Auch das blieb ungeahndet. Die Antwort Ulbrichs: Das Tor zum 10:4 mim nächsten Angriff. Nach 20 Minuten kam es zu einem ersten Bruch im Zweibrücker Spiel. Thorsten Bas zog sich eine Oberschenkelzerrung zu, konnte nicht mehr mitspielen. Die Umstellung – Steffen Kiefer rückte auf die rechte Außenbahn, Valdis Gutmanis spielte fortan halbrechts – nahm das Tempo aus dem VTZ-Angriffsspiel, Kiefer kam nicht mehr so zur Geltung wie in den Minuten zuvor. Zintel, der im Spielverlauf einiges einstecken musste, bewegte sich zunehmend weniger. „Die ganze linke Seite tut weh“, sagte er nach dem Spiel. Nach 25 Minuten war Auerbach auf 10:14 heran. Es war ein Kampfspiel, dem auf Zweibrücker Seite Philip Wiese mit unbändigem Siegeswillen und Kreisläufer Tomas Mazar, der ein richtig gutes Spiel machte, ihren Stempel aufdrückten. „Den Kreisläufer haben wir nie in den Griff bekommen“, analysierte Auerbachs Spielertrainer Tobias Wannenmacher, der die 60 Minuten wohltuend sachlich analysierte. Er erkannte, dass es im Abstiegskampf zu wenig ist, wenn nur ein Spieler aus dem Rückraum für Gefahr sorgt. Gemeint war Felix Müller, der zwölf Tore erzielte. Nach 53 Minuten ging es in die entscheidende Phase. Mit seinem einzigen verwandelten Strafwurf (bei vier Versuchen) verkürzte der Auerbacher Schmidtke auf 24:25. Die Antwort gab Mazar, der prompt zum 26:24 traf. „Vom Kampf her war das heute schon gut“, sagte Mazar. Im Gegenzug erneut Strafwurf für Auerbach. Jetzt hieß das Duell Schmidtke gegen Manuel Weinmann. Weinmann gewann. Der VTZ-Angriff verlor den Ball, aber der wieder ins Tor geeilte Dreßler wehrte den Gegenstoß von Maximilian Lux glänzend ab. Ein Tiefwurf Kiefers brachte das 27:24, vier Minuten vor dem Ende, dem Mazar das 28:24 folgen ließ. Die Entscheidung. In der Schlussphase fehlte es der VTZ etwas an Konzentration, das nutzte Auerbach zur Resultatsverbesserung. (add)

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