Landtagswahl RHEINPFALZ Plus Artikel Landtagswahl: Linke-Kandidat will Reichensteuer und Mietpreisbremse

Nicolas Perrault möchte die Region für Die Linke im Landtag vertreten und und Kinderarmut reduzieren. Unser Foto zeigt ihn an se
Nicolas Perrault möchte die Region für Die Linke im Landtag vertreten und und Kinderarmut reduzieren. Unser Foto zeigt ihn an seinem Lieblingsplatz in Zweibrücken: der Sternwarte.

Am 22. März wird der Landtag gewählt. Für den Wahlkreis Zweibrücken hat Die Linke Nicolas Perrault aufgestellt. Der will soziale Gerechtigkeit und das Schulsystem reformieren.

Kein Kind soll in Armut aufwachsen, jeder soll ein Dach über dem Kopf haben und niemand soll hungern müssen. Das sind die Hauptanliegen von Nicolas Perrault aus Zweibrücken, der für Die Linke in den Landtag einziehen will. Schließlich wachse jedes fünfte Kind im Land in Armut auf. „In Zweibrücken gibt es niemanden, der sich in der Hauptsache für soziale Gerechtigkeit einsetzt“, moniert er. Als Mitglied im Landtag will zuerst gegen Kinderarmut vorgehen, weil das die Zukunft präge. „Wer arm aufwächst, ist statistisch gesehen schlechter ausgebildet und hat später einen schlechter bezahlten Job. So zieht sich die Armut über ganze Generationen hinweg“, erklärt der selbstständige Musiker und Tontechniker. Um die Kinderarmut zu verringern, will er die Eltern entlasten – und gleichzeitig auch andere Menschen mit finanziellen Nöten unterstützen. „Wir müssen aufhören, wirtschaftlichen über sozialen Fortschritt zu stellen.“

Im Landtag will sich der 38-Jährige deshalb für zwei Maßnahmen starkmachen: Reichensteuer und Mietpreisbremse. „Besserverdiener sollen mehr Steuern zahlen, Geringverdiener weniger.“ Die Mieten sollen gedeckelt und an das Durchschnittseinkommen der Region angepasst werden. Und zwar kleinteilig auf die jeweilige Region zugeschnitten.

„Schulen wie im preußischen Staat“

Wenn soziale Gerechtigkeit erreicht sei, „dann kümmere ich mich um alles andere“, betont der Zweibrücker. Denn er hat auch Themen rund um Schulen auf der Agenda. „Unser Bildungssystem muss dringend reformiert werden. Wir haben das Jahr 2026, aber noch Schulen wie im preußischen Staat“, betont er. Er will mehr Personal an Schulen. Dabei sollen mehr Planstellen für Lehrer geschaffen werden. Und an jeder Schule sollen mindestens ein Schulsozialarbeiter und ein Schulpsychologe arbeiten. Sie sollen beispielsweise in Stresssituationen für die Kinder und Jugendlichen da sein, weil das die Eltern nicht immer leisten könnten, zum Beispiel, weil sie alleinerziehend oder voll berufstätig sind.

An dieser Stelle finden Sie Statistiken von 23degrees.

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„Ich will, dass sich die Welt zum Besseren verändert“, begründet Perrault, warum er sich das zweite Jahr in Folge zur Wahl für ein politisches Amt stellt. Vergangenes Jahr hat er für das Amt des Bürgermeisters von Zweibrücken kandidiert, allerdings ohne Erfolg. „Landtag ist eher mein Ding. Ich bin mehr politisch unterwegs als in der Verwaltung“, sagt er salopp.

Land soll Jugendzentrum fördern

Sollte er den Wahlkreis Zweibrücken im Landtag vertreten, will er die Region als Wirtschaftsstandort stärken. Dabei gebe es ein Problem: „Wir leben hier in einem sehr ländlichen Raum. Vor allem in den Dörfern um Zweibrücken herum gibt es kein flächendeckendes stabiles Internet und kein zuverlässiges Mobilfunknetz“, erklärt Perrault, der in seiner Freizeit gerne Videos für die Online-Plattform TikTok schneidet. Schlechtes Netz schade der Wirtschaft. „Das ist ein wichtiger Standortfaktor, vor allem für Soloselbstständige und mittelständische Unternehmen.“ Auch Abgänger der Hochschule seien dadurch eher verleitet, die Region nach ihrem Abschluss zu verlassen als sich hier eine berufliche Zukunft aufzubauen.

Darüber hinaus will Perrault sich im Landtag dafür einsetzen, dass das Land die Stadt Zweibrücken mit mehr finanziellen Mitteln ausstattet für generationenübergreifende Projekte, beispielsweise öffentliche Gärten. Aber auch Angebote für Jugendliche soll das Land unterstützen. „Das städtische Jugendzentrum ist völlig unterversorgt“, betont Perrault, der 2009 von seinem Heimatort im Saarland nach Zweibrücken gezogen ist. Er sei früher selbst im Jugendzentrum (Juz) gewesen, sagt er. „Da gab es viele Angebote wie Konzerte, eine Siebdruckwerkstatt und Thekenbetrieb. Heute ist das Juz nahezu ausgestorben, weil die Mittel fehlen.“ Für solche Projekte und ähnliche in den Dörfern soll das Land die Kommune besser ausstatten. Das Gleiche gelte für den ÖPNV, damit die Leute auf dem Land und Senioren, die nicht mobil sind, nicht den sozialen Anschluss verlieren.

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