Zweibrücken Land unter!
Vor fast drei Jahren hat die Deutsche Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) Alarm geschlagen: Bundesweit mehr als die Hälfte der Kinder im Grundschulalter kann nicht schwimmen. Der Stadtverband Sport will das – wie mehrfach in der Zweibrücker Rundschau berichtet – ändern. Unter dem Titel „Zweibrücken lernt schwimmen“ werden Schwimmkurse für Zweibrücker Grundschüler angeboten. Nun erhält die Stadt unverhofft Unterstützung von der Deutschen Bahn. Sie will dabei helfen, die desolate Schwimmkompetenz unserer Kinder zu verbessern. Das könnte man zumindest meinen, wenn man derzeit versucht, durch die Bahnhofsunterführung zu schreiten, äh, zu waten. Nasse Füße sind dem Nicht-Träger von Gummistiefeln garantiert. Fehlt nur noch, dass ein Bahnmitarbeiter an einem Stand Schwimmflügel verteilt, damit Reisende auf dem Weg zum Zug nicht untergehen. Es gibt mehrere Gründe dafür, dass sich das Becken, Verzeihung, die Bahnhofsunterführung zuletzt mit Wasser gefüllt hat. Ein Bahn-Sprecher teilte gestern auf Anfrage mit, dass „das relativ hochstehende Grundwasser“ ursächlich für „die bestehende Überflutung“ ist. Nachvollziehbar, schließlich hat es zuletzt viel geregnet. Doch wer in der Badewanne den Stöpsel zieht, wird schon bald im Trockenen sitzen. Mit dem Abfließen oder Abpumpen des Wassers funktioniert es auch nicht so recht. „Dort sind die Pumpen defekt und derzeit außer Betrieb“, so der Bahn-Sprecher weiter. Die Deutsche Bahn bemüht sich aber, das Problem zu lösen. „Selbstverständlich ist die Instandsetzung bereits durch unseren internen Dienstleister DB Services in Auftrag gegeben.“ Bis Ende der Woche soll der Schwimmkurs in der Unterführung noch andauern, dann können Bahnreisende statt schwimmen wieder laufen üben. Mal sehen, ob die für ihre Pünktlichkeit bekannte Deutsche Bahn ihren Zeitplan einhält. Selbst wenn in der Unterführung nicht mehr Land unter herrscht, wartet noch ein weiteres Projekt. Denn am Bahnhofsgebäude tickt die Uhr noch immer nicht. Laut Bahn-Sprecher wird noch ein Uhrmacher gesucht, der das historische Stück wieder zum Ticken bringt.