Zweibrücken RHEINPFALZ Plus Artikel Kurzlebiges Wunderwerk im Namen des Friedens

Das Mandala im Herzogssaal ist fast fertig.
Das Mandala im Herzogssaal ist fast fertig.

Fünf Tage haben die buddhistischen Mönche gebraucht, um ihr Kunstwerk aus Sand mühsam zu erschaffen. Am Samstag findet das Mandala sein Ende im Wasser des Schwarzbachs.

Das Interesse der Zweibrücker am Besuch der fünf buddhistischen Mönche in der Rosenstadt ist groß. Allein zum Vortrag „Buddhismus in Ladakh und der Himalaya-Region“ am Dienstag fanden sich gut 50 Zuhörer im Herzogssaal ein. Der Raum im Stadtmuseum ist seit Montag Schauplatz einer rituell-meditativen Handlung der fünf Geistlichen aus dem Himalaya. Noch bis Ende der Woche entsteht dort in akribischer, geduldiger Tätigkeit ein Mandala aus ungezählten farbigen Sandkörnern.

Auf diese Weise erschaffen die Mönche vom nordindischen Kloster Lamayuru ein religiöses Sinnbild für Liebe und Mitgefühl. Über ihr allmählich entstehendes Werk gekauert, arbeiten die meditierenden Bildkünstler im Schneidersitz. Die Öffentlichkeit ist eingeladen, dabei zuzuschauen und macht davon seit Montag auch rege Gebrauch. Immer wieder schauen Gruppen und Einzelpersonen vorbei, nehmen auf den ringsum aufgestellten Stühlen Platz und lassen sich ein auf die durch ihre Monotonie beruhigend wirkende Arbeit.

„Manche Besucher kommen nur einmal, manche jeden Tag, aber los ist immer was“, sagt Anne Detzler, Leiterin der Stadtbücherei, die Mitveranstalterin ist. Auch beim Besuch der RHEINPFALZ herrscht ein Kommen und Gehen, gerade betreten Kinder einer Lern- und Spielstube den Raum und gehen neugierig auf die Mönche zu. Oberbürgermeister Marold Wosnitza kommt laut Detzler zweimal am Tag vorbei, um jeweils kurz zu entspannen.

Der Verkauf von Klangschalen, Gebetsfahnen, Schals und Buddhafiguren unterstützt den Bau einer Bildungsstätte mit Kinderheim für
Der Verkauf von Klangschalen, Gebetsfahnen, Schals und Buddhafiguren unterstützt den Bau einer Bildungsstätte mit Kinderheim für 500 Waisen und bedürftige Kinder, die die Mönche in Ladakh errichten wollen.

Am Samstag, 7. März, beginnt um 15 Uhr die Abschlusszeremonie, in deren Verlauf das mühsam geschaffene Sandmandala im Gebet zusammengekehrt, der Sand zum Schwarzbach getragen und feierlich dem Gewässer übergeben wird. „Damit wollen wir die Kraft der Liebe und des Mitgefühls, die dem Mandala innewohnt, an alle Lebewesen in der Umgebung weiterreichen“, erklärt Lama Samten. Wer möchte, kann sich auch etwas Sand aus dem Mandala herausnehmen, bevor er in den Bach gestreut wird.

Vierte Station der Deutschlandreise

In Zweibrücken sind die fünf Mönche derzeit in der Privatwohnung von Tina Sanio vom Netzwerk „Nachhaltig wirken“ untergebracht. Auf Einladung des Himalaya-Hauses Deutschland in Wettenberg bei Gießen befinden sich die Männer in diesen Wochen auf Deutschlandreise. Im Namen des Friedens und der Liebe erschaffen sie ihre Mandalas in zwölf Städten. Nach Chemnitz, Saarbrücken und Saarlouis ist Zweibrücken ihre vierte Station. „Ende April werden wir unsere Reise in Neunkirchen abschließen“, erläutert Lama Samten.

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