Zweibrücken Buddhistischen Mönchen über die Schulter schauen und mitmachen

Aus feinen Sandkörnern entsteht ein filigranes Mandala.
Aus feinen Sandkörnern entsteht ein filigranes Mandala.

In der Woche vom 2. bis 5. März fertigen Mönche aus der Himalaya-Region im Zweibrücker Herzogsaal ein Sandmandala an. Wer der Zeremonie beiwohnen will, ist willkommen.

Fünf buddhistische Mönche aus der Himalaya in Ladakh in Nordindien werden von Montag bis Freitag, 2. bis 7. März, im Zweibrücker Herzogsaal ein meditatives Sandmandala anfertigen. Interessierte können zusehen, die Mönche ansprechen und ihnen Fragen stellen und die Technik auch selbst ausprobieren. Organisator der Aktion ist das Himalaya-Haus Deutschland im hessischen Wettenberg bei Gießen, lokale Zweibrücker Partner sind Tina Sanio von „Nachhaltig wirken“ und die Stadtbücherei.

An dieser Stelle finden Sie ein Video via Glomex.

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Inspiriert von der Erschaffung des heiligen Sandmandalas von Avalokiteśhvara, dem Buddha des Mitgefühls, präsentieren die Mönche eine spirituelle Kunstform. Mit jedem Sandkorn, das gesetzt wird, wird das Mandala zu einem Ausdruck von Weisheit, der Grenzen, Kulturen und Glaubensrichtungen überschreitet. Das Sandmandala, das innerhalb der fünf Tage entsteht, steht für Frieden und Mitgefühl. Jeder Tag beginnt um 9 Uhr mit einer Viertelstunde Gebeten und Meditation, bevor es an die Arbeit geht. Die Tage enden auch jeweils mit 15 Minuten Gebet und Meditation.

Am 7. März beginnt um 15 Uhr die Abschlusszeremonie, bei der das Sandmandala erklärt wird, bevor es unter Gebeten zusammengekehrt und der Sand zum Schwarzbach getragen wird. Das das Mandala nicht von Bestand ist, sondern aufgelöst wird, ist Teil des Prozesses und symbolisiert die Vergänglichkeit. Gäste sind bei allen Zeremonien willkommen.

Tina Sanio von „Nachhaltig wirken“ kennt einige der Mönche, die für nach Zweibrücken kommen, von Aufenthalten in Ladakh und hat auch schon Sandzeremonien beigewohnt. Zu verstehen seien diese als Meditation, „als eine Art innerer Tempel“, bei dem stets die Farben blau, grün, weiß, rot und gelb benutzt werden, die für die Elemente stehen. „Im tibetischen Buddhismus gibt es neben Erde, Feuer, Wasser und Luft noch ein fünftes Element, nämlich den Raum“, erklärt Sanio.

An dem filigranen Sandmandala arbeiten immer vier Mönche, während ein fünfter weiße Steine in Schalen zu Sand mörsert und mit Naturfarben einfärbt. Auch das ist Bestandteil der Zeremonie Mit einem hornähnlichen Trichter wird das so entstandene Pulver dann vorsichtig ausgeklopft, was ein scharrendes Geräusch erzeugt. Und wenn ein Mönch mal patzt? „Korrekturen sind möglich“, sagt Tina Sanio lachend. Die Mönche arbeiteten im Herzogsaal jeweils von 9 bis 17 Uhr, mit einer Mittagspause.

Ergänzt werde die Mandala-Zeremonie mit Ständen, an denen es etwa Klangschalen, Gebetsfahnen, Buddha-Figuren und mehr zu kaufen gibt. Laut Sanio fließt der Erlös zu 100 Prozent in den Bau des Nalanda Instituts, einer Bildungsstätte mit Kinderheim für 500 Waisen und bedürftige Kinder, die die Mönche in Ladakh errichten wollen. Waisenhaus und Schule sollen energieautark gebaut werden, da der Klimawandel auch die Region im Himalaya massiv betreffe, so Sanio. So sollen etwa alte Plastikflaschen zur Wärmespeicherung in die Wände eingebaut werden, und große Fenster sollen möglichst viel Sonnenwärme einfangen. Tina Sanio wird die ganze Woche über ebenfalls im Herzogsaal sein und dort auch Workshops anbieten.

Anmeldung Vortrag

Eine Anmeldung ist nur erforderlich zum Vortrag „Buddhismus in Ladakh und der Himalaya-Region“ am Dienstag, 3. März um 19 Uhr im Herzogsaal. Referent ist einer der Mönche, Lama Samten, der jeweils ein halbes Jahr in Deutschland und in Ladakh lebt. Anmeldungen sind möglich unter E-Mail stadtbuecherei@zweibruecken.de oder Telefon 06332 871452.

Zur Zeremonie gehört auch das Mörsern weißer Steine und das Einfärben des Sands.
Zur Zeremonie gehört auch das Mörsern weißer Steine und das Einfärben des Sands.
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