Zweibrücken RHEINPFALZ Plus Artikel Klinik am Himmelsberg: Neuer Termin für Zwangsversteigerung

Das Evangelische Krankenhaus wurde 2016 vom Landesverein für Innere Mission aufgegeben. Auch den Verein gibt es mittlerweile nic
Das Evangelische Krankenhaus wurde 2016 vom Landesverein für Innere Mission aufgegeben. Auch den Verein gibt es mittlerweile nicht mehr.

Der Traum vom Medizinischen Versorgungszentrum ist zum zweiten Mal geplatzt, demnächst kommt das frühere Evangelische Krankenhaus in einem zweiten Anlauf unter den Hammer.

Das Amtsgericht Zweibrücken hat für Mitte Dezember einen neuen Termin zur Zwangsversteigerung des früheren Evangelischen Krankenhauses am Himmelsberg anberaumt. Die Pläne der Kölner Firma Elit, aus dem 1978 errichteten Klinikgebäude ein Medizinisches Versorgungszentrum plus Wohnungen in den oberen Stockwerken zu machen, sind gescheitert; der geplante Verkauf ist geplatzt. Nun ist das neungeschossige Ex-Krankenhaus wieder zu haben, als Verkehrswert sind 1,03 Millionen Euro angesetzt.

Zu ersteigern gibt es im Dezember neben dem Klinikgebäude das 18.500 Quadratmeter große Grundstück sowie fünf Garagen. Das Gebäude wird beschrieben als 2010 teilweise modernisiert, mit Wasserschäden und Kernsanierungsbedarf. Das Grundstück liege teilweise in einer Denkmalzone, gemeint ist die benachbarte Weiße Kaserne.

Die Stadtverwaltung und weitere Gläubiger des insolventen früheren Klinikkäufers Helexier beschlossen im Sommer, das Zwangsversteigerungsverfahren wieder aufzunehmen, nachdem dieses zwischenzeitlich wegen Kaufinteresses durch die Firma Elit ausgesetzt worden war. Da der Kontakt zu Elit aber laut Stadt irgendwann abriss – Oberbürgermeister Marold Wosnitza sprach beim Sommerempfang von Gerüchten, dass der Geschäftsführer abgetaucht sei – ging man davon aus, dass der Interessent kein Interesse mehr hat.

Elit-Chef: Kreditgeber spielten nicht mit

Der Geschäftsführer der Firma Elit, Cankat Aydogdu, bestätigte das diese Woche auf Anfrage. Er habe sich sehr bemüht um das ehemalige Zweibrücker Krankenhaus, viel Zeit, Nerven und Geld in das Projekt investiert. Ein Knackpunkt für das Scheitern seien die geplanten Wohnungen in den oberen Stockwerken gewesen, zusätzlich zum Medizinischen Zentrum in den unteren Stockwerken. Die Wohnungen habe er über die Investitions- und Strukturbank Rheinland-Pfalz (ISB) finanzieren wollen, die soziale Wohnprojekte fördert. Als Sozialwohnungen seien die von ihm vorgesehenen Wohnungen aber nicht anerkannt worden. „Ich sollte das dann alles privat finanzieren“, und das sei ihm nicht möglich, so Aydogdu.

Auch habe er das Gebäude energetisch sanieren wollen, um die Nebenkosten senken, so der Elit-Chef weiter. Eine Fußbodenheizung und Solar-Wärmepumpentechnik habe er einbauen wollen, außerdem 4500 Quadratmeter Fenster erneuern. Aydogdu sagt, er habe hier auf eine Förderung durch die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) gesetzt. Doch auch die KfW habe sein Ansinnen abgelehnt. Unter diesen Umständen habe er von dem Projekt in Zweibrücken wieder Abstand nehmen müssen, so Cankat Aydogdu. Er verwahrte sich indes vor dem Vorwurf des Abtauchens: „Ich war immer erreichbar, auch für die Stadt Zweibrücken“.

Erster Versteigerungstermin geplatzt

Der Landesverein für Innere Mission hat das Evangelische Krankenhaus 2016 aufgegeben und 2018 an Zweibrücker Immobilienhändler verkauft, die es 2020 an die Firma Helexier weiterverkauften. Deren „Himmelsberg Fachklinik“ scheiterte, im April 2023 ging das Unternehmen in die Insolvenz. Zwei der Gläubiger – die Stadt Zweibrücken und eine private GmbH – strengten daraufhin das Zwangsversteigerungsverfahren an. Der erste Termin im Januar dieses Jahres platzte, da sich kurzfristig ein Kaufinteressent gemeldet hatte: die Firma Elit. Nun kommt das Gebäude doch unter den Hammer.

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