Zweibrücken RHEINPFALZ Plus Artikel Kleiner Exe: Arbeiter wohnen auf Baustelle, Kosten steigen erneut

Die Skateanlage auf dem Kleinen Exe ist schon fertig.
Die Skateanlage auf dem Kleinen Exe ist schon fertig.

Am Kleinen Exe entsteht ein Sportpark. Während der Arbeiten wohnten einige Arbeiter auf der Baustelle. Warum das so ist und wie weit die Arbeiten sind.

Die Bauarbeiten am Kleinen Exe werden teurer als geplant. Zum zweiten Mal. Und wieder ist der Grund der Kriegsschutt, der bei den Arbeiten im Boden gefunden wurde. Mitte Mai mussten die Bauarbeiten gestoppt werden, weil das Erdreich aufgrund des Kriegsschutts genauer untersucht werden musste. So fielen für die Baustelleneinrichtung und die Baumaschinen mehr Kosten an, als geplant. Die beauftragte Firma Erd- und Abbrucharbeiten Plickert aus Mainz hatte eine Auftragserhöhung um 20.300 Euro gefordert. Weil der belastete Aushub aus Kriegszeiten nicht mehr verwendet werden konnte, wurden die Löcher mit sogenanntem Flüssigboden verfüllt. Dafür wollte die Firma Plickert zusätzliche 42.000 Euro.

Warum und um wie viel werden die Bauarbeiten jetzt teurer?
Nun habe sich gezeigt, dass auch in weiteren Teilen des Baugeländes die ausgebauten Böden voller Kriegsschutt sind. Sie könnten nicht mehr verwendet werden und müssten separat entsorgt werden. Darüber informierte Thomas Hoyer vom Umwelt- und Servicebetrieb den Stadtrat in seiner jüngsten Sitzung. Dieser sollte über eine entsprechende Auftragserhöhung abstimmen. Laut Beschlussvorlage sind zwei jeweils 480 Tonnen schwere Erdhaufen mehr zu entsorgen als im Mai geplant. Die zusätzlichen Kosten für einen Haufen belaufen sich auf 57.000 Euro. Der zweite Erdhaufen sei voller großer Steine, Pflaster, Betonbrocken und Asphaltschollen. Deshalb werde dessen Entsorgung teurer. Die Kosten beliefen sich hier auf rund 85.000 Euro.

Wie wurde der Boden auf dem Kleinen Exe vorab untersucht?
Wären die Mehrkosten von vornherein absehbar gewesen, wenn der Boden vor der Auftragsvergabe anders untersucht worden wäre? Das wollte der Stadtrat wissen. Hoyer erklärte, dass die Voraussetzungen für die Ausschreibung auf den Ergebnissen von geo- und umwelttechnischen Erkundungen basierten. Dafür habe ein spezialisiertes Ingenieurbüro rasterartig an repräsentativen Punkten des Geländes rund ein Dutzend Probelöcher angelegt und nach geo-, bau- und umwelttechnischen Gesichtspunkten ausgewertet. Diese Löcher seien alle mindestens ein Meter tief gewesen. Aber: Bei der Überprüfung des Bodens an diesen Löchern könne allerdings nur dessen Beschaffenheit an der jeweiligen Stelle erschlossen werden. Anders habe man die Probelöcher nicht setzen können, weil die Flächen weiterhin insbesondere für den Schulsport nutzbar bleiben mussten.

Wie weit sind die Arbeiten auf dem Kleinen Exe?
Die Abbruch- und Herrichtungsarbeiten sind weitgehend abgeschlossen. Der Sportanlagenbauer stellt im gesamten Gelände die Entwässerungskanal- und sonstigen Leitungen her. Im östlichen Geländeteil hat er die unteren Tragschichten eingebaut, auf denen der Skateanlagenbauer die Skateanlage errichtet haben.

Skater können sich jetzt schon ein Bild von ihrer der Anlage machen.
Skater können sich jetzt schon ein Bild von ihrer der Anlage machen.

Was steht als nächstes an?
Als nächstes geht es an den Unterbau für die Sport- und Wegebeläge. Dann können diese Beläge eingebaut werden und anschließend die restlichen Flächen mit Oberboden angedeckt werden. Gegen Ende Herbst erfolgen dann die Pflanzarbeiten.

Hier wird noch der Unterbau für die Sport- und Wegebeläge eingebaut.
Hier wird noch der Unterbau für die Sport- und Wegebeläge eingebaut.

Wann ist alles fertig?
Es ist geplant, die Arbeiten im Herbst dieses Jahres abzuschließen.

Welche Probleme gab’s auf dem Bau?
Als Probleme nennt die Stadt nur die unerwartet schlechten Böden, die voller Kriegsschutt waren und das Projekt jetzt zweimal teurer gemacht haben.

Was für Kriegsschutt wurde bisher zutage befördert?
Es wurden lediglich zerbrochene Reste an Baumaterialien und vereinzelte Hausratsgegenstände gefunden.

Wieso wohnten die Arbeiter auf der Baustelle?
Die Firma, die die Skateanlage erstellt, hatte angeregt, Wohncontainer aufzustellen. Die Stadt habe das „ausnahmsweise“ genehmigt, sagt sie. Dass die Arbeiter aus der Baustelle wohnen, ermögliche, kurze Wege für die intervallartig anfallenden und witterungssensiblen Arbeitsvorgänge. So haben sie auch zu allen Zeiten die „kritischen Aushärtungsprozesse des Betons überwachen und schützen“ können.

Wie viele Arbeiter wohnten dort und wie lange?
Je nach Erfordernis wohnten auf dem Kleinen Exe etwa drei bis acht Personen, bis zum Ende der arbeitsintensiven Betonierphase. Die ist jetzt vorbei. Die Arbeiter sind vorletzte Woche abgereist. In dieser Woche sollen die Container abgebaut werden.

In den Containern an der neuen Skateanlage haben Arbeiter auf der Baustelle gewohnt.
In den Containern an der neuen Skateanlage haben Arbeiter auf der Baustelle gewohnt.
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