Zweibrücken RHEINPFALZ Plus Artikel Kinder helfen Kindern: Heilig-Kreuz-Tagesstätte sammelt Spenden

Haben fleißig gesammelt: die Kinder der Tagesstätte Heilig Kreuz.
Haben fleißig gesammelt: die Kinder der Tagesstätte Heilig Kreuz.

Selbst was tun, nicht nur im Gesprächskreis über Krieg reden und für Frieden beten: Das wünschten sich die Kinder der Kindertagesstätte Heilig Kreuz. Sie haben Spenden gesammelt, um eine Fahrt des Kinderschutzbundes nach Polen zu unterstützen.

„Lieber Gott, ich möchte, dass der Krieg aufhört“, übersetzt die sechsjährige Emelie, was sie als Gebet aufgeschrieben und an die Pinnwand im Gruppenraum geheftet hat. Der Ukraine-Krieg ist allgegenwärtig, auch schon in den Köpfen und Herzen der Zweibrücker Kindergartenkinder.

„In unseren Gesprächskreisen wird über die Situation in der Ukraine oft gesprochen. Da hatten die Kinder die Idee, eine Spendenaktion zu starten. Daraufhin haben wir uns mit dem Kinderschutzbund in Verbindung gesetzt“, erzählt die Erzieherin Jutta Harth, warum sich im Foyer des Kindergartens jetzt Kisten und Taschen voller Spielsachen, Kleidung, Hygieneartikel und Hausrat türmen. Seit zwei Wochen sammeln sie nun schon. In diesen Tage sollen die Spenden vom Kinderschutzbund abgeholt werden.

Einem ukrainischen Mädchen eine Freude machen

„Ich habe auf die doofe Art vom Krieg erfahren. Im Fernsehen. Das waren schlimme Bilder. Das war richtig doof“, erzählt Finn, der ebenfalls sechs Jahre alt ist. Er mache sich viele Gedanken. Deshalb hat er auch gleich mal zwei schöne Spielzeugautos gespendet. Außerdem haben sie in der Familie Kleidung und Schuhe zusammengetragen. „Ich möchte, dass das wieder vorbeigeht“, sagt die fünfjährige Friederike leise, aber sehr bestimmt. Frida, ebenfalls fünf, hat Puppen und andere Spielsachen sowie ein T-Shirt mitgebracht. Und die sechsjährige Garvi versetzt sich in die Situation der Fliehenden: „Sie mussten ja fast alles zu Hause lassen. Sie konnten auch nicht viel packen, bevor die Jäger gekommen sind.“ Garvi sagt, ihr sei es leicht gefallen, sich von den Sachen zu trennen.

Matilda, fünf Jahre alt, hatte bis jetzt vergessen, etwas mitzubringen. Aber sie hat sich fest vorgenommen, noch ein paar Schmetterlings-Ohrringe nachzureichen, mit dem sie einem ukrainischen Mädchen eine Freude machen möchte. Gerne hat sich auch die fünfjährige Julia von Kleidung, aber auch von einer Maltafel und Puzzles getrennt, wie sie erzählt.

Die Kinder in Heilig Kreuz haben eine feste Meinung über die Ursachen des Krieges. Der fünfjährige Ali sagt: „Russland hat den Krieg gemacht. Europa, Amerika und Deutschland helfen der Ukraine.“ Und die sechsjährige Hanna hat einen Rat an Putin: „Der Präsident sollte am besten seine Meinung ändern. Das alles könnte sich ausbreiten.“ Diese Furcht treibt auch die sechsjährige Annabelle um: „Hoffentlich breitet es sich nicht aus.“

„In Deutschland sind sie sicher“

Und wie würden es die Kleinen finden, wenn ihr Kindergarten demnächst Zuwachs durch einige ukrainische Kinder bekämen? Lächelnde Gesichter geben die Antwort auf die Frage.

Frida bringt es auf den Punkt: „In Deutschland ist ja kein Krieg. Die können ruhig kommen. In Deutschland sind sie ja sicher.“

Ali, Julia, Annabelle, Emilie und Hanna reden miteinander über den Krieg.
Ali, Julia, Annabelle, Emilie und Hanna reden miteinander über den Krieg.
Auch Garvi und Matilda finden, dass man helfen soll.
Auch Garvi und Matilda finden, dass man helfen soll.
Finn und Friederike
Finn und Friederike
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