Zweibrücken
Kilometerweit Unkraut: Nächstes Jahr Baustelle am Bahneinschnitt
RHEINPFALZ-Leser Frank Scherthan ärgert sich, wenn er durch den Bahneinschnitt fährt – die Straße von der Dorndorfkreuzung Richtung A8. Dort wachse so viel Unkraut, dass er befürchtet, dass dies sogar dem Straßenbelag schaden könnte: „Über kurz oder lang könnte es durch den Bewuchs zu Schäden nicht nur am Gehweg, sondern an den Mauern und an der Straße kommen. Dort wachsen schon kleine Bäume, und was die Wurzeln von Bäumen anrichten, weiß jeder. Das ist nicht nur ein optischer Mangel, sondern wird irgendwann zu einem Baumangel.“ Würde er zuhause in Contwig seinen Gehweg so zuwachsen lassen, bekäme er einen Brief von der Gemeinde und würde ermahnt, das Unkraut zu entfernen.
„Die Situation ist dem LBM selbstverständlich bekannt“, schreibt Niklas Link, Leiter der Fachgruppe Betrieb, auf RHEINPFALZ-Nachfrage. Das Unkraut im Bahneinschnitt sei jedoch nur ein „optisches Defizit“. Sicherheit und Leichtigkeit des Verkehrs würden dadurch nicht beeinträchtigt, Link sieht keine erhöhte Unfallgefahr, wegen des Unkrauts sei es bislang zu keinem Unfall gekommen, und auch die Bausubstanz werde, etwa durch Wurzeln, nicht beschädigt. Grundsätzlich werde an allen LBM-Straßen zweimal im Jahr gemäht – an der Landesstraße durch den Bahneinschnitt sogar häufiger. Weil aber der kleine Notgehweg entlang der Strecke an mehreren Stellen aufgebrochen ist, wachse das Unkraut dort enorm schnell hindurch.
Blumen blühen lassen, ist keine Lösung
Beim LBM wurde in den vergangenen Jahren schon häufiger darüber nachgedacht, wie man künftig weniger mit Unkraut zu kämpfen haben könnte. „Zur optischen Aufwertung wäre eine Entsiegelung der Flächen durchaus denkbar. Eine Reduzierung des Unterhaltungsaufwandes sehen wir darin allerdings nicht“, schreibt Link. Ein Blühstreifen sei mit Blick auf die Verkehrssicherheit nur schlecht umzusetzen. „Die befestigte Fläche dient zudem als Aufstandsfläche für die notwendigen Bauwerksprüfungen und wird daher benötigt.“ Und die Notgehwege hießen nun mal auch so, weil sie im Notfall als Gehweg herhalten müssten.
Eine andere Idee war es, die Flächen einfach zu entsiegeln. Auch das geht laut Link nicht. Dann laufe das Wasser in den Boden und schädige auf Dauer die Standsicherheit der Brücken. Entsiegeln und nach unten abdichten wäre wiederum teuer und würde eine lange Bauzeit erfordern. „Zusätzlich wäre die Ableitung des Sickerwassers über eine neu herzustellende Sickerleitung notwendig. Auch diese Sickerleitung müsste ordnungsgemäß zur gezielten Ableitung angeschlossen werden. Eine Baumaßnahme in diesem Umfang kann mittelfristig nicht finanziert werden.“
Eine Lösung hat der LBM trotzdem
Eine Möglichkeit gibt es laut LBM: Geplant ist, die Notgehwege neu zu asphaltieren. Link: „Dadurch wird der Wildwuchs stark eingeschränkt. Neben der optischen Aufwertung wird gegenüber dem jetzigen Zustand zudem der Unterhaltungsaufwand stark reduziert.“ Eigentlich sollte diese Maßnahme schon in diesem Sommer in Angriff genommen werden. Weil aber an anderen Stellen in der Stadt auch noch gebaut wird, habe man beim LBM dafür gestimmt, die Bauarbeiten auf die erste Jahreshälfte 2026 zu verschieben. Denn für die Arbeiten wird jeweils eine Spur des Bahneinschnitts gesperrt. In eine Richtung geht es dann noch, in die andere nicht. Autofahrer müssen dann laut Link eine Umleitung fahren.