Zweibrücken
KI am Geldautomat: Sparkassen-Kebob lernt fleißig und darf bleiben
Kebob ist eine Kamera mit Bildschirm und „Gesicht“, die im Foyer der Sparkasse am Schlossplatz hängt. Mal lächelt das Gesicht, mal guckt es skeptisch, immer aber scannt die Kamera die Kunden auf ungewöhnliches Verhalten. Rückt etwa ein Kunde seinem Vordermann am Geldautomat zu dicht auf den Pelz, mahnt Kebob zum Abstand halten. Die Künstliche Intelligenz (KI) wird von der Sparkasse Kebob genannt, weil sie von der Firma Keba entwickelt wurde.
Seit dem Sommer vergangenen Jahres ist Kebob im Einsatz – und hat sich bewährt, wie Iris Steuer von der Sparkasse jetzt auf Anfrage sagt. Man habe weiter in die Technik investiert, das erste Modell gegen ein baugleiches ausgetauscht, mit weiteren Kameras. Die Testphase läuft laut Steuer immer noch. Kebob soll vor allem beim Zutritt zur Schließfächeranlage eingesetzt werden und eventuelle Manipulationen an den Automaten im Foyer erkennen.
Anfängliche Fehler ausgemerzt
„Wir geben dem Hersteller immer wieder Rückmeldungen, der dann immer wieder nachbessert“, sagt Iris Steuer. Die Sparkasse sei optimistisch, dass Kebob bald alle Anforderungen erfüllen kann. Wann genau das sein wird, sei schwer zu sagen. Zumal die KI niemals auslerne. „Der Kebob lernt sein ganzes Leben lang dazu“, meint Steuer schmunzelnd. Bisher sei man sehr zufrieden mit ihm und plane seine dauerhafte Installation, um den Selbstbedienungsbereich sicherer zu machen. Kebob soll potenziell Kriminelle erkennen, aber auch kranke oder hilfsbedürftige Personen.
Anfangs hatte Kebob auch mal Alarm geschlagen, obwohl dazu kein Anlass bestand. So hatte die künstliche Stimme einmal erklärt: „Ich nehme eine liegende Person wahr. Geht es Ihnen gut?“, als gar niemand lag. Die Erkennungsqualität der intelligenten Videoüberwachung habe anfangs noch zu wünschen übrig gelassen, sagt Steuer dazu. Solche Fehler seien inzwischen aber behoben.