Zweibrücken Keine Handwerker, dafür Aldi

Welche Chancen bieten die Polizei und die Bundeswehr? Oder wäre vielleicht eine Banklehre das Richtige? Zwei Tage lang konnten Schüler bei der Zweibrücker Ausbildungsmesse (Zam) in der Festhalle Informationen sammeln und in viele Ausbildungsbereiche reinschnuppern.
Jugendamtsmitarbeiter Frank Bayerle zeigte sich „hoch zufrieden“ mit der Beteiligung und dem Interesse der Jugendlichen. 1900 Schüler sahen sich am Mittwoch und Donnerstag an, was die 60 Aussteller ihren Auszubildenden bieten. „Wir hatten Jugendliche aus Zweibrücken, aber auch aus Contwig und Wallhalben hier“, so Bayerle. Polizei, Stadtverwaltung und Zoll waren präsent, ebenso Vertreter der Wirtschaft. „Neu ist zum Beispiel der Stand von Aldi“, so Bayerle. Bedauerlich sei, so Stadtpressesprecher Heinz Braun, dass die Handwerksinnungen dieses Mal nicht teilnehmen wollten. „Es ist jedoch festzustellen, dass den Ausstellern bewusst ist, dass sie um Azubis kämpfen müssen“, erklärte Braun. Auch Bayerle bedauerte, dass keine Handwerksbetriebe vertreten waren: „Es ist klar, dass es für kleine Betriebe schwierig ist, einen Mitarbeiter für die Messe zu entbehren. Unser Vorschlag war, dass sich mehrere Betriebe zusammentun.“ Insgesamt waren drei Aussteller weniger erschienen als im vergangenen Jahr. Die Messe gebe Schülern die Möglichkeit, Informationen für den Start ins Berufsleben zu sammeln, so Bayerle. Yvonne Ettgen, Schülerin der Herzog-Wolfgang-Realschule plus, sah dieses Ziel erreicht: „Wir sehen hier viel Interessantes. Dinge, die man sonst im Alltag nicht so einfach kennenlernt.“ Die Wahl, welchen Stand man als Nächstes besuchen soll, fiel manchen Schülern leicht: „Zum IB, die haben Kuchen“, lautete da manchmal die pragmatische Antwort. Der Landmaschinen-Hersteller John Deere verlängerte laut Braun die Bewerbungsfrist für Auszubildende bis nach der Zam. Die Schüler konnten sich direkt während der Messe online bewerben. Diese Möglichkeit sei mehrmals genutzt worden, berichtet Bayerle. Einen Unterschied zwischen den Interessen von Jungen und Mädchen sah er nicht: „Die Polizei zum Beispiel hat zwei junge Frauen als Vertreter geschickt, und viele Mädchen haben den Stand besucht.“ Eine von ihnen war Kübra Özkaya von der Berufsbildenden Schule. Ihr Wunschberuf: bei der Polizei oder beim Zoll arbeiten. Die Zam nutzte sie, um weitere Informationen zu sammeln. Polizeioberkommissarin Nadine Faber erklärte, dass mindestens ein Fachabitur gebraucht werde, um bei der Polizei aufgenommen zu werden. Die Schüler der achten und neunten Klassen auf der Messe seien noch ein wenig jung, aber gerade die Gymnasiasten gehören zur Zielgruppe des Polizeistandes. (mefr)