Abseits RHEINPFALZ Plus Artikel Keeper-Dasein: Von starker Leistung über reaktiviert bis zu nicht da oder verletzt

Unverhofft kommt oft: Torwart Rüdiger Lydorf und seine Drittliga-Premiere für den SV 64 Zweibrücken gegen die Rhein-Neckar Löwen
Unverhofft kommt oft: Torwart Rüdiger Lydorf und seine Drittliga-Premiere für den SV 64 Zweibrücken gegen die Rhein-Neckar Löwen II (hier mit David Ganshorn am Boden).

Eine der wichtigsten Positionen im Handball ist die des Torhüters. Die Männer, die zwischen den Pfosten stehen beziehungsweise stehen sollten, standen auch am Samstag in der Drittliga-Partie zwischen dem SV 64 Zweibrücken und den Rhein-Neckar Löwen II im Mittelpunkt. Aus unterschiedlichen Gründen. Dass der Mann zwischen den Zweibrücker Pfosten Alexander Dörr hieß, war keine Überraschung. Dass er wieder eine gute Leistung zeigte, freute die Fans. Dass er diese Serie in Saarlouis ausbaut, das wünschen ihm viele.

„Den kenne ich doch“, werden viele Zweibrücker Handball-Fans auch beim Blick auf den zweiten SV-Keeper auf der Auswechselbank gedacht haben. Da saß einer, der seit sieben Jahren regelmäßig die Bank beim SV 64 drückt. Allerdings bei den Zweibrücker Oberliga-Handballerinnen und dort in der Position des Trainers: Rüdiger Lydorf. Zu seinen aktiven Zeiten war Lydorf einer der besten Oberliga-Torhüter. Der 35-Jährige hatte seine Laufbahn vor acht Jahren beendet, am Freitag wurde er reaktiviert.

Mate wer?

Denn der Torhüter, der sich gerade anschickt der unbekannteste SV-Torwart aller Zeiten zu werden – Mate Volarevic – war, man muss es so deutlich sagen, mal wieder nicht da. „Mate wer?“, werden sich zahlreiche SV-Fans diesbezüglich mit Recht fragen. Denn der Kroate mit italienischem Pass, der im Probetraining glänzte, und den Weggang von Marko Ivankovic kompensieren sollte, ward bisher kaum gesehen. Selten bei Spielen, selten im Training. Mit Knieproblemen meldete er sich vor der Partie gegen die Rhein-Neckar Löwen II ab und bescherte Lydorf „meine Drittliga-Premiere“. Fünf Minuten vor dem Abpfiff durfte „Rüdi“, der aushilfsweise schon mal auf der Bank gesessen hatte, dann zwischen die Drittliga-Pfosten, gegen erstklassige Schützen. Und er bekannte lachend nach der Partie: „Mir wird morgen alles weh tun.“

Die Halle verließ er allerdings aufrechter als Rhein-Neckar-Löwen-Keeper David Späth. Der 19-jährige Kaiserslauterer, Junioren-Europameister und auf dem besten Weg, seine Chance im Bundesliga-Team der Löwen zu nutzen, versuchte das Empty Goal (den Wurf ins leere Tor), das Dörr erzielte, mit großartigem Einsatz zu verhindern. Dabei knallte er in der 37. Spielminute hörbar an den Pfosten, blieb liegen. Der sympathische Keeper – unter den Zweibrücker Löwen-Fans sind viele, die in der Bundesliga den Rhein-Neckar Löwen die Daumen drücken – sorgte für die Schreckmomente. Applaus, als er nach geraumer Zeit am Spielfeldrand entlang hinkte. Sein Oberschenkel sah so aus wie früher montags, als es noch keine Rasen-, sondern nur Hartplätze gab, die Beine und Hüften von Fußballern aussahen: komplett aufgeschrammt. „Zum Glück nichts am Knie“, atmete Späth aber auf.

SV-Krücken sind einfach zu kurz für Späth

Der SV-Vorsitzende, Jürgen Knoch, Orthopäde und bei den Zweibrückern an Verletzungen gewöhnt, holte neue Krücken aus dem Auto, um Späth das Laufen zu erleichtern. Umsonst: „Die passten nicht, er war zu groß“, sagte Knoch. 1,97 Meter misst Späth. Höhen, die bei den Rhein-Neckar Löwen normal sind, an die von den Zweibrückern aber nur 1,95-Meter-Mann Philipp Kockler heranreicht.

Zintels 100 Prozent für seine „Gallier“

Die beiden Ex-Zweibrücker Jerome Müller mit dem TVB Stuttgart und Björn Zintel mit seinem HBW Balingen-Weilstetten kämpfen wie in der Vorsaison in der ersten Handball-Bundesliga wieder um den Klassenerhalt. Zintel als HBW-Spielmacher verbuchte dabei am Sonntag gegen den Tabellenzwölften Bergischer HC einen wichtigen 30:28-Heimsieg und die Punkte fünf und sechs. Der 25-Jährige erzielte dabei nicht nur vier Treffer für die „Gallier von der Alb“, sondern er brauchte dafür auch nur vier Versuche. Eine Quote von 100 Prozent, Hut ab!

Eine schöne Woche wünschen Andrea Daum & Matthias Müller

x