Fussball
Ixheimer Jugendtrainer müssen Jungs entfrusten und wieder auf Trab bringen
„Geht unverzüglich hoch und wascht euch die Hände!“ Die Corona-Krise macht Trainer-Anweisungen nötig, an die man sich erst gewöhnen muss. Der SV Ixheim hat alle Jugenden besetzt. Um seinen Nachwuchs auch in dieser besonderen Zeit bei der Stange zu halten, bietet er seit dieser Woche wieder Training an. Den bis Anfang März noch gängigen Übungseinheiten ähnelt das nur in Ansätzen. An der Römerstraße will man aber nicht den Schwanz vor dem Virus einziehen. Es dominiert die Hoffnung, dass vielleicht diesen Herbst schon wieder richtiger Fußball gespielt werden kann.
Neu: ein Hygieneberater
„Bitte wartet hier. Wir lassen euch gleich herein“, steht auf einem Schild am Gittertor der Ixheimer Anlage. Außerdem wird auf die eineinhalb Meter Abstand hingewiesen, die jeder zu seinen Mannschaftskollegen zu halten hat. An diesem frühen Dienstagabend werden zunächst die C1-Jugend und anschließend die A-Junioren auf Trab gebracht.
Christian Blum ist zwar Betreuer der Ixheimer B-Jugendlichen, aber heute trotzdem da. Das liegt an einer zusätzlichen Funktion. „Ich bin nicht schnell genug weggelaufen“, sagt er lachend, als er gefragt wird, warum ausgerechnet er jetzt Hygieneberater des Traditionsvereins ist.
Jetzt mehr Technikschulung
Blum trägt unter anderem die Verantwortung dafür, dass genügend Desinfektions- und Reinigungsmittel vorhanden sind. Die Sportheim-Gaststätte hat zwar einen Pächter, ist derzeit aber nicht geöffnet. Das heißt, dass Blum auch noch dafür sorgen muss, dass die Toiletten sauber sind. „Wir haben auch alle Türen verkeilt, damit keiner eine Klinke anfassen muss.“
Der Ixheimer Vorstand Sascha Grimm schaut sich das C-Jugend-Training an. Das Dutzend Jungs ist in Vierergruppen aufgeteilt, es werden Bälle zugespielt. „Wir müssen das Beste draus machen“, meint er. Der Verein hatte größere logistische Probleme zu lösen. „Weil wir fast alle Jugenden besetzt haben“, erklärt Grimm. Die Nachwuchsspieler müssten in erster Linie wohl entfrustet werden. Sie hätten jetzt mehrere Wochen daheim gesessen, womöglich am Sinn ihrer Fußballerlaufbahn gezweifelt. „Da kann es durchaus sein, dass einige auf der Strecke bleiben“, vermutet Grimm. Ziel sei es aber, alle Jugendspieler im Verein zu halten.
Unten auf dem Platz hat Daniel Fischer das Kommando. Der Trainer der C1 setzt ein wohldurchdachtes Konzept um, das die Corona-Auflagen erfüllt. „Man muss sich dran gewöhnen“, stellt Fischer fest. Er sieht die Gefahr, dass es seinen Jungs keinen Spaß mehr macht, will dem entgegenwirken. „Wir gehen mehr in Richtung Technikschulung“, sagt er. Dass von den 19 Spielern seines Kaders 14 gekommen sind, freut ihn. Einer von ihnen ist Lars Noe. Der 15-Jährige meint: „Hauptsache, an den Ball getreten.“ Die letzten Wochen seien doch etwas fad gewesen. „Ich bin viel Fahrrad gefahren, hab aber auch am PC gespielt.“
Nötig: nummerierte Bälle
Die beiden A-Jugendtrainer Ralf Krauß und Timo Schmidt haben nur eine Handvoll ihrer Schützlinge anzuleiten. Krauß kann’s erklären. „Die Jungs haben in den letzten Wochen gechillt“, sagt er. Es seien 18-Jährige in der Mannschaft, die man durchaus mal in einer Shisha-Bar antreffen könne. Jetzt müsse man die Bande in den nächsten Wochen wieder aktivieren. Krauß wird bei einer der nächsten Trainingseinheiten womöglich mit nummerierten oder unterschiedlich gefärbten Bällen arbeiten lassen. Denn ein hinters Tor geschossener Ball darf nur vom jeweiligen Schützen angefasst werden. Wenn mehre Bälle in der Pampa liegen, wird das Zuordnen sonst schwierig.