Zweibrücken Irischer Frühling

Flankiert wurden die Tänze durch Videoprojektionen.
Flankiert wurden die Tänze durch Videoprojektionen.

The National Dance Company of Ireland riss am Sonntagabend mit ihrer Show Rhythm of the Dance Jung und Alt in der nahezu ausverkauften Festhalle mit, immer wieder fielen die Zuschauer mit spontanem Klatschen in die packende Musik ein.

Ein fulminantes Feuerwerk aus Tanz, Gesang und Musik entfalteten die Gäste aus Irland auf der Bühne der Festhalle, vor allem die für die keltische Kultur typischen Steptanzeinlagen sorgten durch ihre Virtuosität immer wieder für spontanen Beifall in dieser Show, die seit über 20 Jahren weltweit auf Tournee ist. Die Choreografie von Dane McKiernan entwarf in 19 stimmungsvollen Bildern ein musikalisches Panorama der Geschichte und Kultur Irlands. Flankiert wurden die Tänze und Gesänge durch Videoprojektionen zu dem jeweiligen Thema. Landschaftsbilder, aber auch Fotos von Auswandererschiffen fanden sich hier. Mystische Lieder und Impressionen wechselten sich ab mit Tänzen voll überschäumender Lebensfreude. Instrumente wie die irische Flöte mit ihren hellen durchdringenden Klängen, die aus der byzantinischen Lyra weiter entwickelte Fiedel, die der europäischen Violine ähnelt, und die Handtrommel Bodhran sorgten für einen authentischen Sound. Gitarre, Harfe und Uilleann Pipes, eine irische Dudelsackvariante, vervollständigten das Klangbild. Die musikalische Rundreise durch Irland begann im keltischen Newgrange in der Morgendämmerung. Nach und nach füllte sich die Bühne, die Tänzer fanden zu einem gemeinsamen Takt. Nostalgische Flötenmelodien beschworen Reminiszenzen an die langen Reisen der Iren übers Meer, zu anderen Kontinenten wie Amerika und Australien. An die harten Lebensbedingungen der Iren unter der englischen Besatzung erinnerten kraftvolle Frauentänze wie der Slip Jig, in dem das Ensemble durch die Verbindung von Leichtigkeit und Virtuosität überzeugte. Auffallend an diesem Volkstanz waren die kunstvollen, rasant schnellen Tanzschritte, die bei fast bewegungslosem Oberkörper ausgeführt wurden – ein frappierender Kontrast zwischen scheinbarer Ruhe und blitzschnellen Bewegungen. Vor allem Solistin Nicole Cadinot wirbelte hier in einer fesselnden Kombination von Schwerelosigkeit und Kraft über die Bühne. Als Meister an der Bodhran erwies sich Michael Gaffney in einer mitreißenden Improvisation. Immer neue Rhythmen in unterschiedlichen Helligkeitsstufen pochten und hämmerten durch den Saal, in höchster Präzision und faszinierender Vielfalt, die Tänzer eroberten sich dazu in immer größer werdenden Bewegungen den Bühnenraum. Der markante, eindringliche Klang der Fiedel prägte in weit gespannten, wehmütigen Melodiebögen eine Sonnenuntergangsstimmung, den „Tanz am Scheideweg“. Den abrupten Umschwung in einen flotten, schwungvollen Reel mit kräftigen rhythmischen Akzenten gestalteten die Tänzerinnen und Tänzer der National Dance Company of Ireland bruchlos und absolut stilsicher. Bilder von mythischen Kultorten und Arbeitsszenerien wechselten sich ab, auf ein Treffen am Feuer mit seinen temperamentvollen Reels und Polkas folgte ein Klagelied der Auswanderer. Die Ballade von „Molly Malone“ sang David Grant mit seiner weichen und volltönenden Stimme zunächst ohne Instrumentalbegleitung, in facettenreichen Nuancen drückte er die unterschiedlichsten Gefühle aus. Die einsetzende Fiedel brachte aber schnell auch humorvolle Aspekte ins Spiel. Eine nostalgische Ballade über die Hoffnung der Iren auf Freiheit präsentierte Aine McGill mit ihrem klaren und doch warmen, hellen Sopran in „Isle of Hope“. „Whiskey in the Jar“ entwickelte sich vom anfänglichen Sprechgesang David Grants hin zu einem temperamentvollen Song, in dem die Besucher mit spontanem Klatschen einfielen. Auch Hits wie „Caledonia“ beschworen in Verbindung mit der furiosen Steptanzkunst der National Dance Company of Ireland immer wieder die zwischen Wehmut und überbordender Vitalität wechselnde Stimmung irischer Musik.

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