Zweibrücken RHEINPFALZ Plus Artikel Interview: „Pedelecs fahren sich fast wie normale Fahrräder“

„Die Pandemie hat den Leuten gezeigt, dass man mehr machen kann, als in Urlaub zu fahren oder vorm Computer zu sitzen“, nennt Sa
»Die Pandemie hat den Leuten gezeigt, dass man mehr machen kann, als in Urlaub zu fahren oder vorm Computer zu sitzen«, nennt Sascha Sieber neben Umweltschutz- und Spritspargründen einen Hauptmotor des E-Bike-Booms.

Seit der Markt mit E-Bikes brummt, trauen sich immer mehr Menschen aufs Rad. Im Interview mit Tatjana Klöckner gibt der Fachmann Sascha Sieber Ratschläge.

Kann jeder, der ein normales Fahrrad fährt, auf ein E-Bike umsteigen?
Ja, absolut. Wir sprechen hier grundsätzlich von Pedelecs: Man muss pedalieren, damit der Motor bis zu einer Geschwindigkeit von 25 Kilometern pro Stunde überhaupt unterstützt. Eine Ausnahme sind sogenannte S-Pedelecs, die eine Geschwindigkeit von bis zu 45 Kilometern pro Stunde erreichen. Die würde ich nicht jedem zutrauen.

Entspricht das Fahrverhalten eines E-Bikes dem eines herkömmlichen Fahrrades?
Zu 100 Prozent. Wenn ich aufhöre zu treten, hört die Unterstützung des Motors auf.

Fährt sich ein Pedelec genauso leicht wie ein normales Fahrrad, wenn man den Motor abschaltet?
In Bewegung fährt es sich praktisch so wie ein normales Fahrrad, auch wenn der Motor aus ist: Er entkoppelt. Allerdings wirkt sich natürlich das Gewicht aus, besonders am Berg oder im Handling zum Beispiel an Treppen.

Welche Art von E-Bike eignet sich für den Gelegenheitsfahrer oder als Autoersatz für den Alltag am besten?
Das sind Trekking- oder City-Räder. Die haben Licht, Schutzbleche und Transportmöglichkeiten für Gepäck und eine bequeme Sitzposition.

Wie lange braucht ein Akku etwa, bis er aufgeladen ist, und kann man ihn auch zwischenladen?
Das ist natürlich von der Kapazität des Akkus und vom jeweiligen Akkuladegerät abhängig, aber im Durchschnitt dauert das vier bis sechs Stunden. Wir sprechen hier von Lithium-Ionen-Akkus, die es vertragen, zwischengeladen zu werden. Die Akkus von Markenherstellern, die wir vertreiben, haben auch alle einen Überladungsschutz. Das heißt: Man kann den Akku getrost abends ans Ladegerät hängen und erst morgens wieder von der Steckdose nehmen. Vorsichtig wäre ich allerdings bei gewissen China-Importen.

Welche Lebensdauer erreichen die Akkus in etwa?
Wir haben Kunden, die fahren ihre Akkus seit acht, neun Jahren. Natürlich verlieren die Akkus dann etwas an Leistung. Aber grundsätzlich kann man sagen: Ein Akku hält länger, wenn er mehr und regelmäßig genutzt wird.

Sind die Akkus diebstahlsicher?
Jeder Akku ist mit einem Schließzylinder gesichert.

Bedeutsam für Familienausflüge: Gibt es auch E-Bikes für Kinder und Jugendliche, und wie sinnvoll ist das?
Ja, leider gibt es die. Ich bin aber strikt dagegen, auch wenn wir selbst welche am Lager haben. Ich finde es besser, man kauft Kindern und Jugendlichen lieber ein hochwertiges, leichtes Fahrrad und schaltet bei Familienausflügen selbst beim eigenen E-Bike den Motor aus, lässt die Kinder vorausfahren und das Tempo angeben. Sonst kann man ihnen den Spaß am Fahrradfahren ganz schnell verderben. Unter manchen Umständen ist ein E-Bike für Jugendliche vielleicht sinnvoll: Wenn sie zum Beispiel an einem Berg wohnen und alle Wege zur Schule und in der Freizeit statt mit Bus oder elterlichem Auto mit dem Fahrrad zurücklegen.

Die Serie

Es gibt viele Gründe, öfter das Fahrrad zu benutzen. Unsere Serie „Zweibrücken, zwei Räder“ beleuchtet, wie gut das in Zweibrücken funktioniert und wer dafür am Rad dreht, dass Biken hier nicht nur Spaß macht, sondern ein gutes Miteinander aller Verkehrsteilnehmer Alltag wird.

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