Pferdesport
In Zweibrücken reitet der Chef noch selbst
Mit über 510 Nennungen über zwei Tage war der ausrichtende Club Saar-Pfälzischer Springreiter mit seinem Turnier im Landgestüt am Wochenende sehr zufrieden. Dass es Springreitturniere des Clubs überhaupt noch gibt, ist nicht selbstverständlich, denn im vergangenen Jahr stand der Verein vor dem Aus, suchte und fand lange keinen neuen Vorsitzenden.
Der Großsteinhauser Reiter Steffen Hauter übernahm den Posten schließlich, und die Turniere gingen weiter. Hauter startete selbst am Wochenende, und zwar alleine am Samstag elfmal, am Sonntag sattelte er noch mindestens sechsmal. „Heute Abend kann man mich hier raustragen“, sagte er nassgeschwitzt nach seinem ersten Ritt auf Kassandra in der fünften Springprüfung der Klasse M* (Hindernisse: 125 Zentimeter) am Samstagnachmittag. Mit gleich drei Pferden ging er da in den Parcours, und auch seine Tochter Anna-Sophie führte in Konkurrenz zum Papa zwei Pferde aus dem Hauter-Stall über die Hindernisse des Landgestüts. Am Ende gewannen Samantha Theis vom RFV Zeiskam auf Wywacetta und Victoria Kiefer vom TGS Primsmühle auf Campana das Springen auf dem geteilten ersten Platz, Steffen Hauter landete mit Pferd Sometimes in Action gleichauf mit seiner Tochter auf Cuderia auf Rang vier, der ebenfalls geteilt wurde. Insgesamt gingen in dieser Prüfung über 50 Reiter und Reiterinnen durch den Parcours.
Das dritte Turnier des Jahres
Seit April 2024 ist Steffen Hauter Vorsitzender des Clubs Saar-Pfälzischer Springreiter. Als solcher hat er federführend bereits im Vorjahr zwei Springturniere organisiert für den Club, in diesem Jahr war das jetzige Turnier im Landgestüt bereits das dritte Turnier des Clubs fürs laufende Jahr. Wobei die Turniere nicht nur im Zweibrücker Landgestüt stattfanden und stattfinden. „Wir sind sehr zufrieden. Wir mussten sogar einen Startplatzbegrenzer einbauen, sonst wäre der Zeitplan nicht einzuhalten gewesen“, freute Hauter sich über große Resonanz. Zumindest bei den Aktiven. Bei den Zuschauern sah die Sache anders aus: Nur wenige Besucher fanden bei strahlendem Sonnenschein am Samstag ins Landgestüt. Das sei auch eigenverschuldet, man habe als Veranstalter einfach zu wenig Werbung gemacht, gab Hauter zu.
„Ich habe das Amt nur angenommen unter der Voraussetzung, dass ich ein super Team um mich herum habe“, erklärte der vielbeschäftigte Reitprofi. Den stellvertretenden Vorsitzenden Olaf Läpple wollte Hauter wegen dessen großen Engagements im organisatorischen Bereich genauso erwähnt wissen wie Anuschka Spenrath, die sich um die Kasse kümmert. Aber auch „alle wichtigeren Profis aus der Umgebung wie Melanie Bischoff, Niklas Betz und Thies Beyer sitzen mit im Boot und somit im Vorstand des Vereins“, weiß Hauter die Arbeit auf viele Schultern verteilt.
Steigende Mitgliederzahlen
Rund 130 Mitglieder und steigende Zahlen sprächen für den Elan der neuen Vorstandsmannschaft. Vier bis fünf weitere Springturniere will der Club 2025 noch ausrichten. Davon einige außerhalb Zweibrückens, aber im Herbst sicher noch mal mindestens ein Springturnier im Landgestüt, eventuell sogar zwei.
Die Teilnehmer der insgesamt elf Springen an den beiden Tagen waren überwiegend Amateurreiter, die sich in verschiedenen Prüfungen der Klasse A, M, L und am Sonntagnachmittag auch der prestigeträchtigen Klasse S* maßen. „Der Club muss zwingend die Amateurreiter mitnehmen. So viele Profis haben wir ja gar nicht in der Gegend. Wir bieten für jeden etwas an“, so Hauter. Dass er selbst mit an den Start geht im Landgestüt, ist für den 46-Jährigen eine Selbstverständlichkeit. „Nicht wegen des Preisgeldes, das ist so niedrig. Aber die Bedingungen sind top, und das Landgestüt ist nur zwölf Kilometer von meinem Hof entfernt. Da kann ich zwischendurch heimfahren, Pferde wechseln“, sagte Hauter.
Sowohl Maren Müller als auch ihre Nachfolgerin als Geschäftsführerin, Franziska Hercher, seien beide sehr offen und kooperativ. Das Landgestüt könne als toller Turnierplatz mit einzigartigem Ambiente punkten. „Es liegt mitten in der Innenstadt. Man müsste eigentlich noch mehr Kapital daraus schlagen, das gibt es in Deutschland nicht oft“, sagt Hauter, der an die Zweibrücker appelliert: „Wer Spaß an Pferden hat, kann jederzeit kommen.“