Handball
In Wahrheit ein Spitzenspiel
Anfang der Woche kümmerte sich Martin Schwarzwald noch um den ambitionierten Handball-Nachwuchs im Camp 64. In der Liga hatten die Zweibrücker Herren Pause. Jetzt heißt es wieder Liga-Alltag. Mannschaft und Fans freuen sich auf Samstag, wenn die SG die HSG Kastellaun/Simmern empfängt (Anwurf: 18 Uhr, Westpfalzhalle).
Auf dem Papier ist es kein Spitzenspiel, Kastellaun rangiert mit ausgeglichenem Punktekonto im Mittelfeld. Was die Klasse des HSG-Kaders anbelangt, der top besetzt ist, „ist das sicher ein Spitzenspiel. Ich erwarte Kastellaun am Saisonende auch im oberen Tabellenbereich“, sagt SG-Trainer Schwarzwald.
Kastellaun schlug Top-Favoriten
Dass diese Erwartung absolut gerechtfertigt ist, unterstrich das Team aus dem Hunsrück, das bislang als einzige Mannschaft dem Top-Meisterschaftsfavoriten Vallendar eine Niederlage beibringen konnte. „Wir sind sicher gewarnt“, stellen sich Schwarzwald & Co. auf ein umkämpftes Match ein.
Der Drittligaerfahrene Max Grethen, der Top-Torschütze der vergangenen Runde, Julian Mangold, der bereits wieder ligaweit im Spitzenbereich zu finden ist, und Neuzugang Josip Grbavac bilden den extrem wurfstarken Rückraum der Kastellauner, die zudem mit Julian Kötz und Heinrich Löwen noch zwei Rückraum-Shooter im Kader haben. „Die sind top besetzt“, unterstreicht Schwarzwald.
Schützenhilfe für Zweibrücken
Vor allem Josip Grbavac, der für die HG Saarlouis in der Zweiten Bundesliga spielte, „ist das, was man einen Unterschiedsspieler nennt“, lobt der SG-Trainer die Fähigkeiten des kroatischen HSG-Spielmachers, der ein Spiel im Alleingang entscheiden kann. „Hat er in dieser Runde bereits bewiesen“, weiß Schwarzwald was für eine Aufgabe auf seine Defensive zukommt.
Mit dem Sieg gegen Vallendar hat Kastellaun Schützenhilfe für die Zweibrücker geleistet. Die SG ist als einzige Mannschaft in dieser Saison noch ungeschlagen, geht als Spitzenreiter mit breiter Brust in die Partie.
Auf dem richtigen Weg
So wie zuletzt beim Erfolg gegen Mülheim/Urmitz, der Schwarzwald nachdrücklich gezeigt hat, „dass wir auf dem richtigen Weg sind“. Mit viel Überzeugung hatte die SG gespielt, war die klar überlegene Mannschaft gewesen. An diese Leistung soll angeknüpft werden.
Gegen Mülheim hatte, wie schon in den Partien zuvor, Fabian Abel aus gesundheitlichen Gründen passen müssen. Der Auszubildende zum medizinischen Technologen Funktionsdiagnostik an der Uni-Klinik in Homburg wird auch künftig nicht mehr für die Zweibrücker auflaufen.
Trennung im beiderseitigen Einvernehmen
In beiderseitigem Einvernehmen haben sich Spieler und Verein auf eine vorzeitige Vertragsauflösung verständigt. „Die Verpflichtung von Fabian hat uns in der vergangenen Saison sehr geholfen, eine sportlich extrem schwierige Situation zu bewältigen. Nach dem Ausfall von Tom Grieser hat Fabian die vakante Position des Kreisläufers gemeinsam mit Samuel Reitz und Tim Eisel ausgefüllt, in der Abwehr im Innenblock gedeckt und so dazu beigetragen, dass die Mannschaft sich mit sieben Siegen in Serie in sichere Fahrwasser begeben hat“, wissen die Vereinsverantwortlichen die Leistung des gebürtigen Zweibrückers, der in St. Ingbert aufgewachsen ist – gegen St. Ingbert konnte Abel letztmalig auflaufen - zu schätzen.
Man habe in Fabian Abel immer einen Spieler gesehen, „der uns durch seine Art und handballerische Qualität weiter voranbringen kann und wir hätten den gemeinsamen Weg gerne weiter bestritten. Dass unsere Zusammenarbeit in der laufenden Saison ein vorzeitiges Ende findet ist bedauerlich, aber nachvollziehbar“, sind sich Vereinsverantwortliche und Trainer einig.
Interne Lösungen
Er habe mit Fabian Abel am Kreis geplant, sagt Schwarzwald, der seinen EHF-Mastercoach bekanntlich erfolgreich mit einer Arbeit über modernes Kreisläuferspiel abschloss. Von Schwarzwalds Expertise hat in dieser Saison der junge Kreisläufer Samuel Reitz profitiert, der sich enorm entwickelt hat.
Mit Tom Grieser ist der lange verletzte Kreisspieler zurückgekehrt, „so dass wir die Lücke schließen können“, sagt Schwarzwald, der ursprünglich geplant hatte, Abwehrspezialist Grieser im Angriff im Rückraum spielen zu lassen. Eine Variante, die er nicht ad acta legen muss. Neben Reitz empfiehlt sich mit A-Junior Julian Weber ein weiterer junger Kreisspieler für den Regionalligakader.