Zweibrücken RHEINPFALZ Plus Artikel Impfzentrum binnen einer Woche wieder startklar

Matthias Freyler mit einem Tablett voller Impfdosen gegen Corona.
Matthias Freyler mit einem Tablett voller Impfdosen gegen Corona.

Gesundheitsminister Jens Spahn fordert die Wiedereröffnung der Impfzentren, damit die Deutschen sich schnell eine Booster-Impfung gegen Corona holen können. Das Zweibrücker Impfzentrum steht bereit – sozusagen Spritze bei Fuß.

Die Corona-Pandemie ist entgegen aller Hoffnungen noch nicht vorbei. Die Inzidenz ist in Deutschland wieder auf 155 gestiegen, trauriger Spitzenreiter ins Mühldorf am Inn mit einem Wert von 654.

Angesichts der Situation hat der noch amtierende Gesundheitsminister Jens Spahn an Allerheiligen die Wiedereröffnung der Impfzentren gefordert. Seine Begründung: Alle, die eine Auffrischimpfung (Fachbegriff: Booster) benötigen oder wollen, sollen rasch geimpft werden. Der erhoffte Nebeneffekt: Wer noch gar nicht gegen Corona geimpft ist und sich – aus Scham oder welchen Gründen auch immer – nicht zu seinem Hausarzt traut oder gar keinen hat, der könnte sich in den Impfzentren, wo ihn keiner kennt, noch die Spritzen geben lassen.

Bereit, aber noch kein Signal aus Mainz

„Wir könnten wohl innerhalb einer Woche loslegen“, schätzt Matthias Freyler. Er leitete das Zweibrücker Impfzentrum am Busbahnhof. Freyler sagt aber auch, dass es noch kein Signal aus Mainz gebe, sich bereit zu machen. Der Impfkoordinator berichtet, dass nach der von der Politik verfügten Schließung des Impfzentrums Ende September alles Material in ein Lager des ehemaligen City Outlets geräumt worden sei. Er schätzt, dass es nicht lange dauern würde, alles wieder auszuräumen und aufzubauen.

Auch das Personal stehe zur Verfügung: Die Verwaltungsleute arbeiteten wieder in ihren Verwaltungen, könnten aber von jetzt auf gleich ins Impfzentrum zurückkehren. Auch die Impfteams mit dem medizinischen Personal könnten „jederzeit reaktiviert werden“.

Wiederaufbau in einer Woche zu schaffen

Laut Freyler dauerte der Aufbau des Impfzentrums im Spätherbst 2020 genau drei Wochen. Der Wiederaufbau sei wohl in einer Woche zu schaffen – immer unter der Voraussetzung, dass das gewünscht werde.

Die Auffrischimpfung wird für Menschen ab 60 Jahren, Vorerkrankte und das Personal in Krankenhäusern, Pflegeheimen und Pflegediensten empfohlen. Außerdem für Personen, die nur eine Impfung mit Johnson & Johnson haben.

Freyler sagt: „In den betreffenden Gruppen haben wir in Zweibrücken eine sehr hohe Impfquote. Viele von denen haben sogar schon ihre Booster-Impfung im Impfzentrum erhalten.“ Nämlich in den letzten Wochen, in denen es geöffnet war.

Niederschwelliges Angebot gewünscht

Auch deshalb geht Freyler davon aus, dass das Impfzentrum keinen Riesenandrang zu bewältigen hätte, wenn es wieder öffnen würde. „Fünf Tage die Woche, ganztags, mit zwei Schichten und zwei Impfstraßen – das bräuchten wir sicher nicht wieder.“ Trotzdem fände es Freyler ganz gut, wenn im Fall der Wiedereröffnung nicht nur an zwei Tagen pro Woche geöffnet wäre. „ Es war doch so, dass wir gegen Ende ein sehr niedrigschwelliges Angebot wollten: Wer zum Impfzentrum geht, der sollte sicher sein, dass es geöffnet ist und dass er seine Spritze ohne lange Warterei bekommt.“

In den USA beginnt in den nächsten Tagen die Impfkampagne für jüngere Kinder. Eine geringer dosierte Biontech-Spritze wird für Kinder zwischen fünf und zwölf zugelassen. In Europa soll das auch geschehen, aber einige Wochen später, möglicherweise vor Weihnachten.

Freyler: Wir könnten auch die jüngeren Kinder impfen

Dazu sagt Freyler: „Wir wissen, dass es eine ganze Menge von Eltern gibt, die dringend darauf warten, ihre Kinder gegen Corona impfen lassen zu können.“ Es gebe aber auch „eine ganze Menge von Eltern, die ihre Kinder nicht impfen lassen wollen“. Dies gelte es zu respektieren.

Falls Biontech für Kinder von fünf bis zwölf Jahren freigegeben wird, dann könnten diese Spritzen auch im Impfzentrum gesetzt werden, sagt Freyler. Sofern das Impfzentrum wieder öffnet. Er verweist darauf, dass sich im Impfteam auch Kinderärzte befanden und sich die meisten anderen Ärzte in der Lage sahen, auch Kinder aufzuklären und zu impfen.

Seit der Freigabe von Biontech für größere Kinder und Jugendliche seien diese auch im Impfzentrum geimpft worden. „Wir hatten um die 300 oder 350 in relativ kurzer Zeit“, sagt Freyler. Er verweist aber auch darauf, dass die niedergelassenen Zweibrücker Kinderärzte der Impfung aufgeschlossen gegenüberstanden und relativ viele Kinder und Jugendliche zwischen 12 und 18 in ihren Praxen geimpft hätten. Das habe zur hohen Impfquote in Zweibrücken überhaupt und auch speziell in dieser Altersgruppe beigetragen.

x