Zweibrücken RHEINPFALZ Plus Artikel Hunde-Kabarettistin Sylvia Brécko in der Alten Feuerwache

Mit einem ihrer vierbeinigen Freunde, in diesem Fall Hund Audrey: Sylvia Brécko aus Köln.
Mit einem ihrer vierbeinigen Freunde, in diesem Fall Hund Audrey: Sylvia Brécko aus Köln.

Auf den Hund gekommen ist thematisch die Kabarettistin Sylvia Brécko. Sie gastierte in der Alte Feuerwache. Doch würde sie das Publikum damit auch mitreißen können?

Nahezu ausverkauft war der Auftritt von Hunde-Kabarettistin Sylvia Brécko aus Köln in der Alten Feuerwache Zweibrücken, die auch Multifunktionshalle genannt wird. Zu den Tönen des US-Hits „Who Let The Dogs Out“ (Wer lässt die Hunde raus), betritt die Blondine in Rock und Turnschuhen pünktlich die Bühne. Wobei das mit der Pünktlichkeit so eine Sache ist, denn eigentlich war ihr Auftritt schon vor vielen Monaten geplant, doch Corona verhinderte dies. Nun also trat die Besitzerin mehrer Weimaraner vor der Hundeliebhaber-Gemeinschaft Zweibrückens auf. Nur ganz wenige der rund 160 Zuschauer wagten es, sich als Katzenliebhaber zu outen, kein einziger streckte die Hand, als Brécko fragte, wer Hunde nicht mag. Viele Hände gingen allerdings hoch, als sie wissen wollte, bei wem der Hund mit ins Bett darf.

Sylvia Brécko erklärte dem Publikum den Unterschied zwischen Kind und Hund. Letzteren müsse man nicht selbst gebären, zudem könne man sich das Geschlecht aussuchen. Schmunzelsprüche, harmloses Hundegeplänkel und Alltagsweisheiten eines Frauchens gab die Kabarettistin zum Besten während ihres eineinhalbstündigen Programms. Unaufgeregte Unterhaltung im besten Sinn. Leider hat sie sich dabei auch als Sängerin versucht.

„Lola kackt“

„Wenn der Text auch schief ist, das stört dich nicht, weil Du mein Freund bist“, sang sie ein Liebeslied für ihren vierbeinigen Freund. Dass leider nicht nur der Text, sondern auch die Töne recht schief waren und sie so manches Lied, das im Original richtig gut ist, verballhornte, hob nicht gerade das Niveau. Das bereits gut begann, als sie das erste Kapitel des Abends mit dem Titel „Lola kackt“ ankündigte.

Lola ist einer ihrer Hunde. So ging sie dann auch ins Detail, als sie gestenreich erklärte, wie man ein Hundehäufchen aufhebt mit einer entsprechenden Tüte. Hundehalter wissen, wie es geht, die anderen im Publikum interessierte es schlicht nicht. So wussten die Zuschauer dann auch, dass Sylvia Bréckos Vierbeiner kein großes Geschäft machen kann, wenn jemand zuschaut. „Damit unten was rauskommt, muss oben was rein“, ist zwar eine Binsenweisheit, aber natürlich auch für den Hund gültig. Also ging es dann ums Futter und Füttern, und die Kölnerin verteilte Leckerchen an die Zuschauer der ersten Reihe.

Lern- und Schmunzelabend

Kleine Alltagsabenteuer zwischen Hundewiese und Körbchen, einige tatsächlich wissenswerte Fakten wie beispielsweise, dass in Deutschland mit zwölf Millionen Tieren die meisten Hunde in Europa gehalten werden und die Deutschen jährlich zwei Milliarden für Zubehör und Futter ausgeben, und leider immer wieder selbst gesungene Lieder zu Musik aus der Konserve bestimmten das „Hunde-Kabarett“ der ehemaligen Moderatorin des Westdeutschen Rundfunks. Eine Mischung aus Lern- und Schmunzelabend, versetzt mit ein wenig Hundehalterpsychologie für Anfänger und gewürzt mit einer ebenso harmlosen Lesung aus ihrem Buch, das genauso heißt wie ihr Bühnenprogramm, gestalteten einen kurzweiligen Abend, der jedoch nicht jeden Besucher überzeugte.

„Es fehlten die richtigen Lacher, es war eher dahinplätschernd und ohne besondere Höhepunkte“, resümierte nach der Vorstellung einer der wenigen Männer aus dem Publikum. Das bestand zum Großteil aus Frauen und insgesamt auch eher aus älteren Jahrgängen, von denen etlichen auch der echte Witz im Programm fehlte. Nur ein, zwei echte Lacher sind für einen als „Kabarett“ angekündigten Abend einfach zu wenig. Wobei Sylvia Bréckos Programm durchaus Potenzial hat. Und bei zwölf Millionen Hundehaltern auch das potenzielle Publikum.

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