Zweibrücken Huber leitet Gegenstoß um Gegenstoß ein

91-94620078.jpg

ZWEIBRÜCKEN. „Der kann eigentlich nichts, der hat nur lange Arme“, stellte Max Sema, Drittliga-Handballer des SV 64 Zweibrücken, am Samstag nach dem A-Jugend-Bundesliga-Spiel gegen die SG Pforzheim/Eutingen lachend mit Blick auf Rückraumspieler Christopher Huber fest. Spaßeshalber. Hinter der lustigen Frotzelei verbarg sich eine Menge Respekt, den sich Huber beim Spiel verdiente. Dass die Zweibrücker mit 32:23 (15:11) gewannen und sich auf Rang drei vorschoben, daran hatten Hubers lange Arme großen Anteil (wir berichteten kurz).

In der 20. Minute begann Hubers Top-Phase. Kurz zuvor war er aufs Spielfeld gekommen. Nach schwachem Start lag der SV 64 noch mit 7:8 zurück. In der Deckung fuhr Huber nun ein ums andere Mal die langen Arme aus, unterband einen SG-Angriff nach dem anderen und leitete aus den Ballgewinnen Gegenstoß um Gegenstoß ein. Den Schnellangriff zum 9:8 (23), der die erste Zweibrücker Führung brachte, nutzte Huber selbst. Als er zwei Minuten später nach Ballklau erneut startete, mit dem Treffer zum 12:8 abschloss, konnte er sich, als er wieder in der Abwehr stand, ein freudestrahlendes Achselzucken, gemäß dem Motto „Keine Ahnung, warum das so gut läuft“, nicht verkneifen. „Nee, erklären kann ich das immer noch nicht“, sagte er hinterher lachend, als er Semas Erklärungsversuch mit den langen Armen vernahm. Es waren aber nicht nur seine langen Arme, sondern auch eine konzentrierte Leistung, die die Zweibrücker spätestens ab der 20. Minute boten. „Ab da haben wir es gut gelöst“, war Trainer Tony Hennersdorf zufrieden. Zumal er mit dem Erfolg auch das Trainerduell gegen Pforzheim/Eutingens Coach Alexander Lipps in dieser Saison mit 5:3 Punkten für sich entschied. „Haben die in dieser Runde schon mal so komplett gestanden?“, wollte Lipps mit Blick aufs Spielfeld wissen. Antwort: Hatte der SV 64 – bei dem diesmal nur Torwart Alessandro Lehr krankheitsbedingt passen musste – noch nicht. Alle Mann an Bord, hieß es beim Gastgeber. Der hatte allerdings noch das Drittliga-Spiel gegen Oppenweiler/Backnang am Abend vor Augen, deshalb hieß die Devise auf der Bank der A-Jugend auch rotieren. Das funktionierte gut. Entscheidend sei sicher die Phase vor der Halbzeit gewesen, als Zweibrücken Gegenstoß um Gegenstoß gelaufen sei, resümierte Lipps. Nach 27 Minuten nahm er eine Auszeit. Sein gefährlichster Spieler, Paul Lupus, verkürzte anschließend auf 10:13, aber Philipp Meiser und Giona Dobrani, der Sekunden vor dem Halbzeitpfiff den Spielzug per Kempa zum 15:11-Pausenstand abschloss, verhinderten Lipps Plan, den Abstand bis zum Kabinengang auf ein Tor zu verkürzen. Kian Schwarzer vom Kreis, Huber aus dem Rückraum und Dobrani von Außen: Auf 18:11 baute Zweibrücken die Führung nach dem Seitenwechsel aus und ließ auch in der Folgezeit nicht nach. Torwart Yannick Mangold, der sich ins Spiel reingesteigert hatte, entschärfte einen Siebenmeter von Sebastian Melcher und wehrte gleich noch den Nachwurf ab (41.). Vier Minuten zuvor hatte er erstmals das Strafwurf-Duell gegen Melcher gewonnen. So spielten sie SV 64 Zweibrücken: Mangold, Becker (ab 52.) - Grieser (3/1), Eisel (3), Bayer (3) - Finkler (2), Dobrani (3) - Schwarzer (5) - Huber (8), Meiser (3), von Lauppert, Schaller (1), Dettinger (1) SG Pforzheim/Eutingen: Regelmann, Haubrok (ab 46.) - Melcher (4/2), Lupus (8), Brath (1) - Kusch (3), Burkhardt - Wittke (1) - Dietz (3), Reck (2), Schmidt (1), Merz, Geckle, Gerstner Spielfilm: 1:4 (9.), 7:8 (22.), 12:8 (25.), 15:11 (Halbzeit), 18:11 (33.), 29:20 (52.), 32:23 (Ende) - Zeitstrafen: 5:2 - Siebenmeter: 1/1 - 6/2 - Beste Spieler: Huber, Schwarzer - Lupus - Zuschauer: 150 - Schiedsrichter: Müller/Seeger (HV Württemberg). |add

x