Eishockey RHEINPFALZ Plus Artikel „Hornets“ mit klasse Comeback gegen die „Eisfresser“

EHC-Stürmer Marco Trenholm (in Gelb-Schwarz) umspielt hier den „Mad Dogs-Goalie Tim Uhrig (am Boden) und Gegenspieler David Amor
EHC-Stürmer Marco Trenholm (in Gelb-Schwarz) umspielt hier den "Mad Dogs-Goalie Tim Uhrig (am Boden) und Gegenspieler David Amort und trifft zum wichtigen 2:3-Anschlusstreffer, der die Zweibrücker im ersten Play-off-Viertelfinale im Spiel hält.

Wieder hat der EHC Zweibrücken gegen die „Mad Dogs“ Schwierigkeiten. Doch die „Hornets“ gewinnen am Ende die Play-off-Partie – sehr zum Ärger des gegnerischen Trainers.

Der EHC Zweibrücken gewinnt das erste, sehr intensive Spiel der Play-off-Viertelfinalserie gegen die Mannheimer. Zu Beginn haben die „Hornissen“ die Chancen, aber die „Mad Dogs“ treffen. Nach einer tollen Aufjagd der Gastgeber wird es kurz vor dem Ende aber noch mal brenzlig. EHC-Coach Ralf Wolf imponiert vor allem eine Sache bei seiner Mannschaft.

Das erste Zweibrücker Play-off-Spiel der Eishockey-Saison 2025/26 hatte es direkt in sich: 6:5 (0:1, 5:3, 1:1) gewannen die „Hornets“ am Sonntagabend das erste Heimspiel gegen die EKU „Mad Dogs“ Mannheim. In dem packenden, spannenden und torreichen Spiel ging es hin und her, Mitte des zweiten Drittels sah alles schon nach einem Sieg der Gäste aus.

Sechs Feldspieler auf dem Eis

Spannender geht Eishockey kaum: Vier Minuten sind noch zu spielen, Zweibrücken führt knapp mit 6:5, als EHC-Kapitän Stephen Brüstle wegen hohen Stocks mit Verletzungsfolge eine Zwei-plus-zwei-Minuten-Strafe bekommt. Somit sind die „Hornets“ für die Restspielzeit in Unterzahl. Kommt Mannheim zum dritten Mal an diesem Abend zum Ausgleich? Geht das Spiel in die Overtime? Nein, nun hält die Defensive, auch als Mannheim in der letzten Spielminute den Torhüter für einen sechsten Feldspieler vom Eis nimmt, es reicht nicht mehr für die Verlängerung. Entsprechend groß ist der Jubel der Fans in der Eishalle, als die Spielzeit dann abgelaufen ist. Damit drehen die „Hornets“ ein fast schon verloren geglaubtes Spiel.

0:3 hieß es nämlich nach knapp 24 Spielminuten aus Sicht der Gastgeber. Zweibrücken machte zwar das Spiel, Mannheim aber die Tore. Während im ersten Spielabschnitt Bayley Kubara, Marco Trenholm und Adam Spurny an Pfosten und Latte scheiterten, traf für Mannheim Oliver Zbaranski ins Netz. Zu Beginn des Mitteldrittels legten Rico Großmann und Nicolas Bastian zum 3:0 nach. Die Zweibrücker kamen erst knapp zwei Minuten später auf die Anzeigetafel, als Leon Kremer Michael Outzen zum 1:3 auflegte. Damit war der Bann gebrochen. 39 Sekunden später war es Marco Trenholm auf Assist von Simon Klemmer, noch mal knapp drei Minuten später in doppelter Überzahl dann Klemmer selbst nach Vorlage von Erik Betzold zum 3:3-Ausgleich. Das Spiel war wieder offen.

Sehr bitter für die „Mad Dogs“

„Eine Drei-Tore-Führung nicht nach Hause zu bringen, ist verdammt bitter“, ärgerte sich Mannheims Trainer Thomas Korte nach dem Spiel. „Da fehlte uns die taktische Disziplin. Sorry, aber das darf nicht passieren, da müssen wir einfach tiefer stehen.“ Nach klasse Vorarbeit per Rückhand von Outzen traf Silas Jäger erstmals zur Zweibrücker Führung (31.), der Finne Topias Niskanen glich für Mannheim wieder aus, Betzold in Überzahl sorgte für eine knappe 5:4-Führung nach zwei Dritteln.

Und auch der letzte Abschnitt blieb packend: Rico Großmann glich für die „Mad Dogs“ wieder zum 5:5 aus. Erik Betzold mit seinem zweiten Tor des Abends sorgte wieder für die erlösende „Hornets“-Führung, die dann bis zum Ende Bestand hatte. Ein hartes Stück Arbeit war erledigt. Nach den vergangenen Wochen mit Siegen gegen die beiden besten Ligateams aus Heilbronn und Reutlingen war so ein knappes Spiel nicht unbedingt zu erwarten.

Aber warum tut sich Zweibrücken immer so schwer gegen Mannheim? „Die Mannheimer fressen im wahrsten Sinne des Wortes Eis: Die rennen wie verrückt, spielen hart und fahren ihre Checks zu Ende. Das ist schwer zu bespielen“, erklärt Zweibrückens Trainer Ralf Wolf. „Aber nach einem 0:3 zurückzukommen, ist bemerkenswert. Wir sind ruhig geblieben und haben dann unsere Tore gemacht. Die Chancen dazu hatten wir vorher schon.“ Korte gratulierte seinem Kollegen Wolf fair zum verdienten Sieg. „Trotzdem ärgere ich mich immer noch. Das dürfen wir einfach nicht mehr aus der Hand geben. Ich habe zu den Jungs eben in der Kabine gesagt: ,Nicht Zweibrücken hat das Spiel gewonnen, sondern ihr habt das Spiel verloren’“, nagte die Niederlage an ihm.

Noch ein Sieg – und der EHC steht im Halbfinale

Trotzdem gibt er die Viertelfinalserie noch lange nicht auf. „Nun müssen wir halt die beiden kommenden Spiele gewinnen“, weiß er. Am kommenden Samstagnachmittag (13 Uhr, Halle Süd der SAP-Arena) geht es für den EHC nach Mannheim. Ein Zweibrücker Sieg wäre die Qualifikation fürs Halbfinale. Bei einer Niederlage käme es nächsten Sonntag zum entscheidenden dritten Spiel in Zweibrücken (18.30 Uhr, Ice-Arena).

In den anderen Viertelfinalserien liegen ebenfalls die Favoriten in Führung. Hügelsheim schlug Pforzheim knapp mit 7:5, Reutlingen überrollte Bietigheim mit 10:0. Mit dem Heilbronner EC steht sogar der erste Halbfinalist fest: Die Heilbronner „Eisbären“ spielten am Wochenende schon zwei Spiele gegen Schwenningen, die sie souverän 6:1 (in Schwenningen) und 5:1 (zu Hause) gewannen.

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