Zweibrücken RHEINPFALZ Plus Artikel Hohe Spritpreise: Kaufen Zweibrücker nun vermehrt E-Autos?

Seit Start des Iran-Krieges ist die Nachfrage nach E-Autos gestiegen. In sechs Wochen hat Oleg Schick vom Autohaus Schneider und
Seit Start des Iran-Krieges ist die Nachfrage nach E-Autos gestiegen. In sechs Wochen hat Oleg Schick vom Autohaus Schneider und Haller sieben Stromer verkauft.

Der Dieselpreis erreicht dieser Tage sein Allzeithoch, auch Benzin ist teuer. Werden nun Zweibrücker Autohäuser mit Nachfragen zu E-Autos überrannt?

„Die Nachfrage nach E-Autos hat sich verdoppelt“, sagt Oleg Schick, Autoverkäufer beim Zweibrücker Autohaus Schneider und Haller. Vor Beginn des Iran-Krieges sei die Nachfrage nach Stromern eher verhalten gewesen. „Jetzt habe ich in sechs Wochen sieben Elektroautos verkauft“, sagt Schick. Sein Autohaus verkauft Wagen des japanischen [nicht wie zunächst berichtet koreanisch] Autobauers Suzuki. Der hat kürzlich erst sein erstes vollelektrisches Modell auf den Markt gebracht: den E-Vitara, ein Allrad-SUV. Davor gab es nur Benzin-Hybride, also Autos, die sowohl mit Benzin als auch mit Strom fahren.

Aber ist ein E-Auto in Sachen Kraftstoff wirklich günstiger? „Ja“, sagt Schick. „Beim E-Auto sind es für einen vollen Akku 15 bis 20 Euro. Für die gleiche Reichweite wie beim Benziner sind es also knapp 40 Euro.“ Zudem hätten E-Autos noch weitere finanzielle Vorzüge, vor allem für Unternehmen. Laut Schick werden diese nämlich nicht pauschal mit einem Prozent des Neuwertes versteuert, sondern nur mit 0,25 Prozent.

Wer zu Hause lädt, am besten noch mit einer eigenen Photovoltaikanlage auf dem Dach, fahre am günstigsten. Aber auch öffentliche Ladestationen seien auf 100 Kilometer gerechnet günstiger als Benzin oder Diesel. Auch will Schick jenen, die zu Hause nicht laden können − etwa weil sie in einer Mietwohnung leben −, die Angst vorm E-Auto nehmen. „Meine Mutter wohnt im zweiten Stock, hat ein E-Auto. Sie lädt immer an öffentlichen Stationen, geht währenddessen einkaufen.“ Öffentliches Laden sei jedoch minimal teurer als der Strom zu Hause; laut Schick meist um die 55 Cent pro Kilowattstunde. „Dafür lädt das Auto meist aber auch wesentlich schneller.“ Der Autoverkäufer ist sich sicher: In Zukunft werden immer mehr Leute Elektroautos nutzen. Ganz verschwinden werde der Verbrenner jedoch nicht, ergänzt er. Auch auf dem Gebrauchtwagenmarkt gebe es immer mehr E-Autos; teils zu deutlich besseren Preisen. Warum? Laut Schick haben E-Autos aktuell noch einen hohen Wertverlust. „Das wird sich aber legen“, ist er sich sicher.

„Spritpreise haben bessere Wirkung als E-Auto-Förderung“

Auch beim Toyota-Autohaus Stoltmann bemerkt man eine deutlich höhere Nachfrage bei den E-Autos, sagt Mathias Saar. „Die Spritpreise haben eine bessere Wirkung gehabt als die E-Auto-Förderung“, bemerkt der Autoverkäufer. Die Bundesförderung sei eher verpufft, da nur jene in den Genuss der vollen Fördersumme kämen, die sich nur schwer ein neues E-Auto leisten könnten. „Die Spritpreise bringen da schon viel mehr“, meint Saar. Viele Kunden würden rechnen, wie viel Geld sie pro Kilometer einsparen, wenn sie mit einem E-Auto statt mit ihrem bisherigen Verbrenner auf die Arbeit fahren. Saar sagt, dass sich mit einem Stromer Verbrauchskosten einsparen lassen. Wie viel, das hänge vom persönlichen Fahrverhalten und von der Ladesituation ab. „Wenn man daheim laden kann, dann lohnt sich das. Aber nicht, wenn man nur auswärts lädt.“

Langfristig gesehen glaubt Saar, dass es mehr E-Autos auf der Straße geben wird, die klassischen Verbrenner verschwänden jedoch nicht. Und auch, wenn sich die Lage im Nahen Osten schnell beruhigen sollte − mit Ankündigung der zweiwöchigen Waffenruhe ist kürzlich der Ölpreis stark gefallen −, sorge das laut Saar nicht zeitgleich für eine geringere E-Auto-Nachfrage. „Bis der sinkende Ölpreis an der Tankstelle ankommt, dauert es ja auch seine Zeit.“

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