Handball
Herren der VTZ Saarpfalz fahren zweiten Sieg in Folge ein
Die neuen Corona-Regeln hatten sich auf die Zuschauerzahl ausgewirkt, manchem war der Aufwand mit einem Extra-Test wohl zu viel. So konnte man an der VTZ-Kasse fast jeden persönlich begrüßen. Die da waren, sahen laut VTZ-Trainer Kai Schumann „unterm Strich einen verdienten Sieg“ der Zweibrücker. Das Selbstvertrauen komme jetzt langsam, die Mannschaft habe Anschluss ans Mittelfeld gefunden. „Einsatz und Kampfeswillen waren da“, stellte Schumann zufrieden fest, „aber am Schluss machen wir es unnötig spannend“.
Das war in der Tat so. „Wir haben eigentlich immer mit drei, vier, fünf Toren geführt“, sagte der starke VTZ-Spielmacher Thomas Jung (sieben Tore). „Aber vielleicht waren wir kurz vor der Halbzeit ein bisschen unkonzentriert“, sprach er an, dass die VTZ da schon mit einer höheren, komfortableren Führung als mit vier Toren in die Kabine hätte gehen können. Und nach dem 28:22 vier Minuten vor dem Ende, als die Mülheimer erst einen, dann zwei VTZ-Spieler kurz deckten, kam Schumanns Truppe, in der Philip Wiese wieder als Spielertrainer am Kreis und im Abwehrzentrum aushalf, auch noch mal ins Schwimmen. „Vielleicht haben wir da konditionell oder auch im Kopf ein bisschen nachgelassen“, meinte Regisseur Jung. „Wir geben da den Ball zu früh her“, sagte der dazu, dass die Gäste vor allem durch Gegenstöße des gut aufspielenden Jacob Ullmann gefährlich heranrückten.
Rückraum der VTZ kaum zu stoppen
„Eine enge Kiste über 60 Minuten“, wie es Gästetrainer Hilmar Bjarnason hinterher sah, war die Partie allerdings nicht. Außer in den ersten acht Minuten und gegen Ende waren die Mülheimer nicht auf Tuchfühlung zur VTZ. Das lag an der schwachen Abwehrleistung der Gäste, die vor allem den starken VTZ-Rückraum mit Tomas Kraucevicius, Thomas Jung und Robin von Lauppert (zusammen 24 Tore) überhaupt nicht in den Griff bekam. „Und unsere Torwarte haben heute auch nicht die beste Figur abgegeben“, gab Bjarnason zu.
Dafür zeigten die Gäste ein ansehnliches Angriffsspiel. „Wir wollten viel Tempo machen, um die VTZ auszupowern, phasenweise hat das auch geklappt“, stellte Bjarnason fest. Vor allem über die Außenpositionen war Mülheim nach schnellen Pässen zu Beginn erfolgreich, sechs der ersten zwölf TVM-Tore fielen von außen. Bei der VTZ ist genau das ein Manko, der erste Wurfversuch von außen kam erst in der 50. Minute.
Aber wohl dem, der einen Routinier wie Rückraumkanonier Tomas Kraucevicius in den Reihen hat. Der übernahm Verantwortung und erzielte in den letzten acht Minuten die Tore 26, 27, 28 und 29 der VTZ – und saß zwischendurch sogar noch eine Zeitstrafe ab.
So spielten sie
VTZ Saarpfalz: Dentzer, Wenzel (40. - 58.) - von Lauppert (7/2), Jung (7), Kraucevicius (10/3) - Stauch, Rolshausen - Kreis (3) – Wiese (2), Hauck, Michel, Flockerzi
TV Mülheim: Winkler, Stromberg (20. - 49.) - Hemmerle (4), Hommen, Mittmann (1) - Langen (3), Backes - Schwenzer (3) – Ullmann (7), Lütkemeier (3), Jurisic (4), Exenberger (1), Lebernegg (1), Bauer
Spielfilm: 5:3 (8.), 12:7 (18.), 15:10 (23.) 17:13 (Halbzeit), 21:16 (38.), 25:20 (49.), 25:22 (52.), 28:22 (56.), 29:27 (Ende) - Zeitstrafen: 2:1 - Siebenmeter: 5/5 - 1/0 - Beste Spieler: Kraucevicius, Jung, von Lauppert - Ullmann - Zuschauer: 65 - Schiedsrichter: Fellinghauer/Schmidt (Weisenau).