Handball
Heimspiel des Drittligisten SV 64 Zweibrücken gegen Hochdorf abgesagt
Wegen des akuten Infektionsgeschehens wurde in Abstimmung mit der Stadt Zweibrücken, die Eigentümerin der Westpfalzhalle und der Ignaz-Roth-Halle ist, entschieden, dass das für heute angesetzte Drittliga-Spiel gegen Hochdorf nicht ausgetragen wird. Seit Freitag ist wegen der Corona-Gesamtsituation auch der Trainingsbetrieb für alle Handballmannschaften des SV 64 eingestellt. Für alle Beteiligten sei unumstritten klar, dass die Gesundheit aller derzeit Vorrang habe, sagt SV-Trainer Stefan Bullacher.
Für die SV-Erste war das Thema Corona-Infektion zuletzt schon sehr real geworden. „Gut verlaufen“ kann nach der Quarantäne zwar vermeldet werden, aber es wurde deutlich, wie präsent das Virus ist. Quarantäne bedeutete: zu Hause bleiben. Selbst joggen war nicht erlaubt. „ Zu Hause auf der Stelle laufen war aber möglich“, sagt Bullacher schmunzelnd. Auch Kraft- und Koordinationsübungen waren realisierbar. Dazu kam Handball-Theorie. „Ich habe die Jungs echt zugeschüttet mit Videos“, bekennt Bullacher. Allerdings nicht, um sie auf den TV Hochdorf vorzubereiten, „sondern mit Sequenzen aus den bisherigen Spielen, um zu analysieren, was wir gut gemacht haben, was wir deutlich besser machen können.“
Geisterspiel nur theoretisch möglich
Per digitaler Konferenzen wurde gemeinsam analysiert und das Mannschaftsgefühl aufrecht erhalten. „Natürlich haben sich alle auf das Spiel gegen Hochdorf gefreut“, verdeutlicht Bullacher. Vor allem für SV-Spielmacher Tim Götz wäre es eine besondere Partie gewesen, trug er doch vor seinem Wechsel nach Zweibrücken vier Jahre lang das Trikot der „Pfalzbiber“ – die üblichen Frotzeleien vor einem solchen Derby inklusive.
Angesichts der Entwicklung war in der vergangenen Woche schon spekuliert worden, ob am Samstag möglicherweise ohne Zuschauer gespielt wird. Nach der noch geltenden Allgemeinverfügung wäre das theoretisch sogar möglich gewesen. Aber die Infektionslage hat sich weiter verschärft, und mit den ab Montag geltenden Beschlüssen „sind klare Zeichen gesetzt“, sagt Bullacher. Der Blick in die Staffel Mitte unterstreicht, wie sehr sich die Lage zugespitzt hat: Bis gestern waren corona-bedingt sechs von acht Spielen bereits abgesagt.
DHB muss jetzt klären, ob Drittliga-Handballer Profis oder Amateure sind
Unsicher ist, wie es mit dem Spielbetrieb in der Dritten Liga grundsätzlich weitergeht. Hier muss nach der politischen Entscheidung vom Mittwoch geklärt werden, ob die Drittliga-Handballer Profis oder Amateure sind. In einem Schreiben an die Drittligisten hat der DHB angekündigt, das kommende Woche zu klären. Für beides gibt es Argumente.
Für Bullacher ist klar, dass die entscheidende Frage die regelmäßiger Corona-Tests ist. In der Ersten und Zweiten Bundesliga werden die Spieler regelmäßig getestet. In der Dritten Liga eben nicht, unterstreicht der SV-Trainer und ergänzt: „Viele Drittligisten könnten die mit den regelmäßigen Testungen verbundenen Kosten in ohnehin schwierigen Zeiten sicher nicht stemmen.“ Mehrere 1000 Euro würde das mindestens kosten. Dass die Testfrage eine entscheidende sein könnte, hat zwischenzeitlich auch DHB-Generalsekretär Mark Schober erklärt: Spielbetrieb aussetzen oder testen wie in der Zweiten Liga, sind aus seiner Sicht die beiden einzigen Optionen.