Handball
Heimserie der Zweibrücker SV-Frauen gerissen
Denn die Zweibrückerinnen hatten dem Meisterschaftsfavoriten Kandel beim 35:38 (15:18) und der ersten Heimniederlage nach mehr als zweieinhalb Jahren alles abverlangt. Gegen die HSG Hunsrück hatte die SV-Mannschaft von Trainer Rüdiger Lydorf – noch mit deutlich anderem Gesicht – 2019 zuletzt verloren. Ein bisschen Hunsrück spielte auch am Samstag mit: Das Schiedsrichtergespann Esdar/Vasek pfeift für die dortige HSG. Das hätte man als schlechtes Omen deuten können, aber mit dem Ausgang des Spieles hatten die Referees nichts zu tun: Das junge Zweibrücker Team verlor einfach gegen einen eingespielten Gegner mit Drittliga-Erfahrung.
Lydorfs Kompliment: Haben gut gearbeitet
Nahezu perfekt spielen die Kandelerinnen Tempohandball von hinten raus. „Aber Kompliment, wir haben wirklich gut gearbeitet, um hier noch manches zu verteidigen“, sagte SV-Trainer Rüdiger Lydorf, dessen Mannschaft in der Trainingswoche die schlechte Nachricht wegstecken musste, dass sich bei Kreisläuferin Sarah Lauer der Verdacht auf einen Kreuzbandriss bestätigt hat.
Auch was die Schnelligkeit im Passspiel anbelangt, war Kandel mit Abstand das beste Team, das seit langem in Zweibrücken spielte. „Umso schöner, dass es uns gelungen ist, sie auch hier immer mal in die Lage zu bringen, keine optimalen Würfe zu nehmen“, sah Lydorf viel Positives. Dass man das über die kompletten 60 Minuten nur schwer verteidigen kann, angesichts des hohen Spieltempos, das Kandel an den Tag legte und das der SV 64 mitging, „ist klar“, so Lydorf.
Kiefer und Baus drehen auf
Dem Ende der Serie gewann er ebenfalls etwas Positives ab: „Jetzt können wir wieder eine neue Serie starten.“ Die Hoffnung ist nach der Leistung vom Samstag durchaus begründet. Die positive spielerische Entwicklung der vergangenen Wochen setzten die Zweibrückerinnen fort. Die Zuschauer sahen ein wirklich attraktives Oberliga-Spiel.
Marie-Luise Kiefer, die in Halbzeit eins ihr bislang bestes Spiel für den Gastgeber ablieferte, machte viel Druck, traf aus dem Rückraum. „Spielerinnen, die aus dem Rückraum mal diese einfacheren Tore werfen, haben wir nicht“, lobte auch TSV-Trainer Eyub Erden. Zweibrücken hat mehrere. In Halbzeit zwei drehte Janine Baus auf. Zunächst zögerlich agierend, wuchs das Selbstvertrauen der Linkshänderin von Tor zu Tor. Wo Kandel noch lange nicht drittligatauglich ist, zeigte sich: in der Abwehr. Diese Schwäche sei der erforderlichen Umstellung der Abwehr von 3:2:1 auf 5:1 wegen einiger Verletzungen geschuldet, sagte Erden. Er ließ die vorgezogene Abwehrspielerin die jeweilige SV-Spielmacherin, vor allem Kiefer und Lucy Dzialoszynski, sehr eng decken, um das Zweibrücker Laufspiel zu unterbinden. Das gelang bedingt. „Wir haben trotzdem immer wieder gute Lösungen gefunden“, fand Lydorf.
Klasse zweite Welle der Kandeler Frauen
„Wir wissen, dass wir im Moment unsere Spiele über den Angriff gewinnen müssen“, ergänzte Eyub Erden. Über die erste, am Samstag vor allem über die zweite Welle, gelang das dem Tabellenzweiten. In den Phasen, in denen Zweibrücken nah dran war, konterten die Kandelerinnen abgeklärt und präzise und erstickten so jeden Keim einer Sieghoffnung. Zum Beispiel in der 15. Minute, beim Stand von 10:10, als der SV 64 zwei gute Möglichkeiten ausließ, um in Führung zu gehen. Das nutzte Kandel, um auf 12:10 wegzuziehen und ab diesem Zeitpunkt ständig zu führen.
So spielten sie
SV 64 Zweibrücken: Zahm, Huber (ab 53.) - Schlicker (4), Dzialoszynski (3), Kiefer (10/5) - Pfeifer (2), Zimmermann (2) - Müller (2) – Frank (1), Jänicke (1), Hilz (1), Baus (9)
TSV Kandel: Dettling, Philipp (12. - 40.) - Hauck (1), Kappes (2), Rebecca Brecht (9/3) - Franziska Brecht (9/4), Kuczaty (7) - Pfirrmann (5) – Geiger (5)
Spielfilm: 5:7 (8.), 10:10 (15.), 13:17 (24.), 15:18 (Halbzeit), 20:22 (40.), 20:24 (42.), 28:30 (50.), 31:35 (56.), 35:38 (Ende) - Zeitstrafen: 3:2 - Rote Karte: Hilz (51./grobes Foul) - Siebenmeter: 9/6 - 9/7 - Beste Spielerinnen: Kiefer, Baus - Rebecca Brecht, Franziska Brecht - Zuschauer: 50 - Schiedsrichter: Esdar/Vasek (HV Rheinland).