Kolumne: Abseits
Hauensteiner Tiefschlaf mitten im SVN-Tornado
Live-TV beim SV Ixheim
Für besonders wichtige Fußballspiele gibt es ein Anrecht darauf, dass sie frei zugänglich im Fernsehen zu empfangen sind. Wie jetzt das Champions-League-Finale zwischen Sieger Real Madrid und dem FC Liverpool im öffentlichen-rechtlichen Fernsehen. Doch hat man auch ein Recht auf den SV Ixheim live? Ob da die Spiele „besonders wichtig“ sind, ist eher eine subjektive Betrachtung. „Du kannst dir in der Regel auch abends schon die Highlights anschauen“, erklärt Sascha Grimm, Vorstand des SVI, mit Verweis auf den Livestream der Plattform „staige.tv“. Dort konnte man vor zwei Wochen schon den C-Klasse-Kracher SV Ixheim gegen die SG Wallhalben/Mittelbrunn in beachtlicher Qualität live sehen. Wie kam der Klub aufs Streaming?„ Internet und Mike Frantz“, erklärt Grimm, ohne weiter darauf eingehen zu wollen, wie der Kontakt zum Bundesliga-Spieler entstand.
Am Sonntag wurde auch das SVI-Spiel gegen den SV Martinshöhe II wieder live übertragen. Die Auswahl für den Fußballfan war aber groß. Denn parallel hätten sich die Fans auch die A-Junioren-Partie zwischen dem Mönchengladbacher SV und dem TSV Krefeld-Bockum oder auch den „Klassiker“ zwischen der SG Kupferdreh-Byfang III und der DJK Blau-Weiß Mintard III anschauen können.
Mit Augenzwinkern: Es fehlt noch ein bisschen was, bis Spiele des SV Ixheim live auch im öffentlichen-rechtlichen Fernsehen übertragen werden, aber der Anfang ist gemacht.
Torflut: Sechs Zweibrücker Treffer in 20 Minuten
Was war denn das für ein Fußballspiel? Nicht, dass es ein 2:7 wie am Sonntag in der Aufstiegsgruppe der A-Klasse zwischen dem TV/SC Hauenstein II und dem SVN Zweibrücken nicht schon mal gegeben hätte. Nein, es war dieser Tor-Tornado, der kurz nach dem Wiederanpfiff zur zweiten Halbzeit über die Hauensteiner hereinbrach. Nach einem 1:1 zur Pause schoss sich Zweibrücken binnen 20 Minuten zu einem 1:7 nach vorne. „Wir haben geschlafen und sind alle nach vorne gerannt. Die beiden Innenverteidiger sind alleine gelassen worden“, beschrieb TVH-Urgestein Bernhard Zoller die Szenerie.
Seit 42 Jahren ist „Bernie“ nun bereits in diversen Funktionen bei den TVH-Fußballern tätig, „aber so etwas habe ich noch nie erlebt“, kam Zoller aus dem Staunen nicht heraus. Stephan Grauer (3), Felix Mayer (2) und Aaron Feß hatten der Hauensteiner Zweiten einen Sechserschlag in 20 Minuten verpasst. Für Aufregung übers Spiel hinaus sorgte das indes nicht. Es war das letzte Match der Saison, nach der Begegnung war Trainer Thorsten Riggers mehr als Grillmeister denn als Seelentröster gefragt.
Knaller in B-klasse kurzfristig abgesagt
Es hätte der Knaller am vorletzten Spieltag in der Aufstiegsrunde der B-Klasse, Gruppe A, sein können. Der Tabellenführer SC Stambach (34 Punkte aus 14 Spielen) empfängt den Zweiten TV Althornbach (31 Punkte aus 15 Begegnungen) zum vielleicht alles entscheidenden Meisterschaftsgipfel. Die Realität sah anders aus: Am späten Sonntagvormittag sagte der TV Althornbach die Partie ab. Ihm mangelte es an Personal. „Uns stinkt das selbst am allermeisten. Wir hätten liebend gerne gespielt, aber uns standen tatsächlich nur acht Spieler zur Verfügung“, sagte TVA-Betreuer Rolf Welle der RHEINPFALZ. Bereits seit Wochen würden sechs schwer verletzte Stammkräfte fehlen. Dennoch schaffte der TVA es, kein Spiel absagen zu müssen. „Unser Torwart musste dann halt als Stürmer ran, und einige Spieler kamen eigens aus Düsseldorf, Köln oder Mannheim zu den Spielen angereist“, erzählte Welle.
Doch just bei diesen drei Akteuren ging es am Sonntag gar nicht, wobei dies erst spät deutlich geworden war. „Wir sind Amateure. Da geht der Beruf vor“, nahm Welle die absagenden Spieler in Schutz. Und er ist sich sicher: „Wenn wir komplett hätten antreten können, hätten wir in Stambach gewonnen.“ Das lässt sich nun nicht mehr klären, weil die drei Punkte mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit an Stambach gehen, die damit als Meister in die A-Klasse aufsteigen.
Tischtennisspieler nutzen Chance nur zum Teil
„Es ist die Möglichkeit, mal gegen die besten Spieler der Pfalz zu spielen“, hatte Peter Baumann, Vizepräsident Sport des Pfälzischen Tischtennis-Verbandes, vor den Pfalz-Einzelmeisterschaften gesagt. Die Teilnehmerzahl war begrenzt. Nur je 48 Damen und Herren konnten dabei am Sonntag in Dahn aufschlagen. Bei den Damen meldeten nur elf Spielerinnen, bei den Herren immerhin 41. Dennoch wurde in Dahn starkes Tischtennis geboten. Einige Spieler, wie auch die 18-jährige Zweibrückerin Lilly Lohr, nutzten die Möglichkeit zum Kräftemessen mit den Besten der Pfalz. Es fehlte zwar Dauersiegerin Elena Süs vom TTC Riedelberg, doch wann hat man sonst schon mal die Gelegenheit, gegen Regional- und Oberliga-Spielerinnen anzutreten?! Zu selten, dennoch ließen viele Spieler die Chance ungenutzt. Schade, aber nichts Neues.
Eine rundherum stets aufgeweckte Woche wünschen