Zweibrücken Hähnchenschlegel ist nicht gleich Hähnchenschlegel
Manchmal kommen meine Kinder – und auch wir Eltern – um Fastfood nicht herum. Dann verschlägt es uns beispielsweise an den Hähnchenstand unseres Vertrauens, der meist vor einem der zahlreichen Discounter oder Einkaufsmärkte steht. Neben Haxen bietet jener ganze und halbe Hähnchen sowie Schlegel an. Letzteres Wort ist nur eine andere, geflügelspezifische Bezeichnung für Schenkel, also Beinstücke. Zumindest habe ich noch nie das Wort Schweineschlegel gehört oder gelesen.
Jedenfalls machen sich mein Sohn und ich ab und zu einen Spaß daraus und fragen bei der Bestellung das jeweils wechselnde Personal des fahrbaren Geflügelgrills, ob es sich bei den Hähnchenschlegeln um Vorder- oder Hinterbeine handelt. Von Unverständnis bis schallendes Gelächter war schon alles an Reaktionen dabei. Einmal lautete die Antwort: „Der war gut. Das frage ich nachher die Ablösung, die weiß das sicher auch nicht.“
Wer hat hier wen vergackeiert?
Kürzlich wollte es mein Sohn allerdings auf die Spitze treiben und bestellte „zwei linke“ Schlegel. Nicht gerechnet haben wir jedoch mit der trockenen Reaktion des Rotisseurs: Der drehte sich um, schaute kurz auf die rotierenden Beinstücke vor ihm und antwortete knapp: „Gibt’s nicht – ich hab’ nur rechte!“ Und tatsächlich: Sauber aufgespießt drehten sich an seinem Spieß zehn ausschließlich rechte Hühnerbeine. Auf die Frage, wo denn die linken Beine hingekommen seien, sagte der Mann ohne zu zögern: „Die hat der Kollege.“ Ich bin mir bis heute nicht sicher, wer hier letztendlich über wen gelacht, wer wen vergackeiert, wer hier wen verhühnerpiepelt hat ...