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Bundespolizisten aus Rüsselsheim kontrollieren Mitte März an der deutsch-französischen Grenze bei Hornbach Autofahrer, die aus L
Bundespolizisten aus Rüsselsheim kontrollieren Mitte März an der deutsch-französischen Grenze bei Hornbach Autofahrer, die aus Lothringen nach Deutschland fahren wollen.

Seit Montag sind viele Grenzen, die Corona-bedingt geschlossen wurden, wieder offen – darunter auch die zwischen Deutschland und Frankreich. Eine kleine Rundfahrt im Grenzgebiet zwischen Riedelberg, Hornbach und Brenschelbach zeigt am Dienstag: alles wieder normal – zumindest fast.

In der ferne läutet die Mittagsglocke, Vögel zwitschern ein munteres Liedchen und an der Kreisstraße, die hoch nach Riedelberg führt, weiden ganz entspannt ein paar Kühe. Hin und wieder fährt ein Auto über die deutsch-französische Grenze Richtung Rolbing oder kommt von dort. Die Kühe interessiert das nicht. Sie heben nicht mal den Kopf. Dass seit Montag die Grenze nach Frankreich wieder offiziell geöffnet ist, das ist ihnen egal. Den Menschen hingegen weniger. Sie litten wochenlang unter den geschlossenen Grenzen. Franzosen, die nicht in Deutschland arbeiteten, durften nicht einreisen.

Erst Mitte Mai wurde das anders. Ab da kontrollierte die Bundespolizei nur noch stichprobenartig, wer aus welchem Grund die Grenze passierte. Seit zwei Tagen sind die Grenzen nun komplett offen, und Bundespolizisten sind keine mehr zu sehen – nicht mal hinter einer Hecke versteckt, wie eine kurze Rundreise an der Grenze am Dienstag zeigt.

Zelte, Barrikaden, Polizisten – alles weg

Das Verstecken hatten die Beamten auch gar nicht nötig. Kleine Übergänge wie der in Riedelberg oder Brenschelbach waren in der Corona-Hochphase mit Barrikaden versperrt und am großen Übergang an der L 700 bei Hornbach haben Warnschilder mit Blinklichtern schon von Weitem auf die Kontrollen hingewiesen. Kurz nach Hornbach, wo ein kleiner Weg parallel zur Straße verläuft, hatte die Bundespolizei ein großes Zelt aufgebaut. Auf der Straße selbst stand ein Pavillon zum Schutz vor Regen. Nach und nach ist seit dem 15. Mai alles verschwunden. Am Wochenende – nach der letzten Stichproben-Kontrolle – auch die Polizisten. Nur die Warnschilder stehen noch. Allerdings fast unsichtbar zum Straßenrand hin gedreht.

Der Grenzverkehr rollt so rege wie eh und je in beiden Richtungen: Autos, Handwerker, Lastwagen. Wobei es Richtung Frankreich ohnehin keine Kontrollen von deutscher Seite aus gab. Interessiert war die Polizei nur an den Einreisenden, nicht an den Ausreisenden. Und wer einen deutschen Pass hatte, wurde auch bei der Einreise nicht aufgehalten. Die französischen Behörden verzichteten nach Angaben von Anwohnern komplett auf Kontrollen.

Als die Nachbarn beschimpft wurden

An der Kreuzung nach Schweyen, wo sich oftmals die Gendarmerie oder andere französische Polizisten für Verkehrskontrollen sammeln, war es Dienstagmittag ebenfalls ruhig. Auf dem Parkplatz stand lediglich eines dieser Fahrzeuge, die Schwertransportern oder Konvois vorausfahren und ein Wohnmobil, vor dem zwei Leute gemütlich auf Klappstühlen saßen.

Im Wasgau-Markt in Hornbach merkt man, dass die vergangenen Wochen im Grenzverkehr nicht alltäglich waren. Dort begrüßt am Eingang nicht erst seit Montag ein Schild die französischen Kunden. Ein Herz in Blau-Weiß-Rot und eines und Schwarz-Rot-Gold sind darauf zu sehen und der Spruch: „Liebe Kunden aus Frankreich, schön, dass Sie wieder da sind“. Das ist eine nette und ohne Zweifel ernst gemeinte Geste. Allerdings würde schon interessieren, was die Nachbarn davon halten, die noch vor Wochen beim Einkaufen oder Tanken beschimpft wurden. Für eine sehr begrenzte Zeit durften Franzosen in Deutschland nicht einmal auf dem Weg von oder zu der Arbeit einkaufen oder tanken. Was einige der hiesigen Zeitgenossen wohl sehr eifrig überprüften.

So berichtete die RHEINPFALZ im April von einem Mann aus Walschbronn, der sich in Deutschland nicht mehr aus dem Auto traute – aus Angst beschimpft zu werden. Andere liehen sich aus dem gleichen Grund Autos mit deutschem Kennzeichen. Diese Erfahrungen werden nachwirken – lange nach dem Öffnen der Grenzen. Weil einige Mitbürger die Grenze im eigenen Kopf nie los werden.

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