Zweibrücken Grand ohne Vier verloren

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ZWEIBRÜCKEN. Lob für die Verlierer von beiden Seiten. „Die Jungs haben das gut gemacht“, würdigte Tony Hennersdorf, Trainer der A-Junioren des SV 64 Zweibrücken, die Leistung seines Teams gestern nach der 24:27 (10:13)-Niederlage gegen die HG Saarlouis. Auch von Saarlouiser Seite gab es Lob. „Respekt, wie die Zweibrücker Jungs das gelöst haben“, sagte HG-Betreuer Paul Schulz. Ein Mitgrund für das Lob: Ein A-Jugend-Bundesliga-Spiel stand an, aber es spielte fast ausschließlich die B-Jugend des SV.

Geschuldet war dieser Umstand der Zweibrücker Verletztenmisere. Der SV 64 spielte, wie beim Skat, Grand ohne Vier: Jerome Müller, Björn Zintel, Robin Egelhof und Nils Wöschler fehlten. Das registrierten auch die Saarlouiser, weshalb der Jubel verhalten ausfiel. „Normalerweise freut man sich ja über einen Derbysieg, aber nicht unter diesen Umständen“, erkannte Schulz die Misere der Gastgeber an. Zwei Punkte wollte Saarlouis dennoch mitnehmen. „Sie hatten alle Top-Spieler dabei“, resümierte Tony Hennersdorf. Gegen die deutlich erfahreneren Saarlouiser, die wie Michael Schulz Zweitliga-Erfahrung besitzen oder wie Jugend-Nationalspieler Lars Weißgerber internationale Erfahrung mitbrachten, zog sich der SV achtbar aus der Affäre. Vor allem in der Abwehr. Hier glänzte Torwart Yannic Klöckner. 20 Top-Paraden zeigte er, davon zwölf im ersten Abschnitt. Damit hielt er sein Team im Spiel und hatte Riesen-Anteil daran, dass die Saarlouiser einräumten: „Wir haben heute viel zu viele Chancen nicht genutzt“. „Mit der Leistung, noch einen unserer Stammspieler gesund dazu, dann gewinnen wir“, waren sich Hennersdorf und Klöckner einig. Der Torwart freute sich, selbst gut gespielt zu haben, und hatte Spaß daran, dass den Saarlouisern das Siegen deutlich schwerer gemacht wurde als geplant. Überwiegend mit B-Jugend-Jungs. „Ich war ja heute der Opa in diesem Team“, sagte Klöckner lachend. Vor wenigen Wochen feierte er seinen 19. Geburtstag. Die torgefährlichen Stammspieler des SV saßen verletzt oder krank auf der Bank beziehungsweise auf der Tribüne. So war das größte Zweibrücker Problem die fehlende Durchschlagkraft im Angriff. Dazu spielte die SV-Truppe zu selten mit viel Tempo hinten raus, um gar nicht erst im so genannten Positionsangriff gegen die körperlich überlegene Gästeabwehr nach Lösungen suchen zu müssen. Die Verantwortung für das Torwerfen und den Spielaufbau lag auf den Schultern der B-Jugendlichen Tom Grieser und Niklas Bayer. Zudem wechselte Patrick Bach von der angestammten Kreisläuferposition in den Rückraum. Bereits in der 8. Minute holte sich Grieser eine unnötige Zwei-Minuten-Strafe ab, als er noch in der Saarlouiser Hälfte einen Angriff zu stoppen versuchte. Das sollte in der 40. Minute Folgen haben: Da kassierte Grieser die dritte Zeitstrafe und folglich die Rote Karte. Das SV-Team, das sich auf 15:17 herangekämpft hatte, stand kurzfristig mit vier gegen sechs Spieler auf dem Feld, geriet etwas in Unordnung und lag wenig später mit 15:23 zurück. Aber es zeichnete die Zweibrücker aus, dass sie, wie schon im ersten Abschnitt, als sie zwischenzeitlich mit 7:11 ins Hintertreffen geraten waren, nicht aufgaben. Marc Robin Eisel musste jetzt an Griesers Stelle das Spiel gestalten, setzte schöne Akzente, auch beim Torewerfen. Als Philipp Mägel auf 20:23 verkürzte (53.) und Saarlouis’ Yannick Denis nur den Pfosten traf, keimte ganz kurz ein Funken Hoffnung auf zumindest einen Punkt auf. Aber die Fehlerquote im SV-Angriff blieb zu hoch. Das nutzten die Saarlouiser, um den Sack endgültig zuzumachen. (add)

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