Judo RHEINPFALZ Plus Artikel Grabowskis Kurzarbeit zum DM-Titel

Stolzes Trainer-Athleten-Duo: der Zweibrücker Heimcoach Stephan Hahn und die Siegerin der deutschen Judo-Meisterschaften in Stut
Stolzes Trainer-Athleten-Duo: der Zweibrücker Heimcoach Stephan Hahn und die Siegerin der deutschen Judo-Meisterschaften in Stuttgart, Jasmin Grabowski.

So kann man das auch angehen, Judoka Jasmin Grabowski vom 1. JC Zweibrücken machte am Sonntag bei den deutschen Meisterschaften kurzen Prozess. Drei Kämpfe in nur 2:07 Minuten – und sie stand zum dritten Mal in ihrer Karriere ganz oben auf dem Podium.

Grabowskis Finale in der Gewichtsklasse über 78 Kilogramm war der krönende Abschluss der Titelkämpfe. Die 30-jährige gebürtige Speyerin hatte gerade erst die Matte betreten, um sich mit Melina Wien (JF Koriouchi Gelsenkirchen) zu messen, da war auch schon wieder Schluss. Die Sportsoldatin, die seit Jahren in Köln trainiert und in Leverkusen lebt, brauchte nur zehn (!) Sekunden, um ihre Gegnerin mit einem spektakulären Wurf zu besiegen. „Ohne Frage, das war das schnellste Finale des Tages“, sagte ihr Heimtrainer Stephan Hahn vom 1. JC Zweibrücken dazu.

„Das war schon dominant, sie hat ja alle Kämpfe vorzeitig gewonnen“, meinte Hahn zu den drei DM-Kämpfen Grabowskis, gab aber zu, dass die Konkurrenz überschaubar war. Viele starke Konkurrentinnen seines Schützlings hätten gefehlt, es traten nur zehn Kämpferinnen an. Dennoch sei der Adrenalinspiegel der beiden beim Betreten der Halle natürlich gestiegen, es sei das erste Reinschnuppern nach einer größeren Pause gewesen. Grabowski hatte sich nach den Olympischen Spielen in Tokio 2021, wo sie mit den Deutschen die Bronzemedaille im Teamwettbewerb gewonnen hatte, international etwas zurückgezogen.

Längster Kampf im Halbfinale

Kurioserweise bekam sie es bei der DM diesmal nur mit Gegnerinnen aus Nordrhein-Westfalen zu tun; dem Bundesland, in dem sie lebt. Nach einem Freilos in der ersten Runde traf sie im Viertelfinale zunächst auf Hannah Schatten (Velberter Judo-Club), hier war nach 55 Sekunden Schluss. Im Halbfinale gegen Rahel Krause vom TuS Volmetal brauchte sie noch am längsten, genau 62 Sekunden. Dann kam das Blitzfinale. Am kommenden Wochenende kämpft Grabowski wieder für den Judoclub Speyer in der Bundesliga; „wo international die Reise bei ihr hingeht, muss man sehen“, sagte Hahn. Im Lauf des Jahres beginne die Judokämpferin eine Ausbildung als Physiotherapeutin, erzählt er weiter, und scheide dann als Sportsoldatin nach langer Zeit bei der Bundeswehr aus.

Sehr zufrieden durfte auch Till Braunbach vom 1. JC Zweibrücken mit seinem Debüt bei den deutschen Meisterschaften sein. Der aus der Nähe von Ramstein stammende Kämpfer, der am Kaiserslauterer Heinrich-Heine-Gymnasium trainiert, war einer der Jüngsten im Feld der 26 Teilnehmer in der Klasse bis 66 Kilogramm. In der ersten Runde musste Braunbach gegen Kjell Kämmers von der Sport-Union Annen (auch aus Nordrhein-Westfalen ran. „Das war eine gute Geschichte. Till hat da einen guten, motivierten Kampf geboten, nach der offiziellen Kampfzeit stand es noch unentschieden“, unterstrich Hahn. Erst beim Golden Score habe sein Kämpfer des Jahrgangs 2004 nach 5:49 Minuten den Kürzeren gezogen. „Er war nicht enttäuscht, sondern hat den Kampf noch mal reflektiert und war dann zufrieden“, so Hahn. Man habe gesehen, dass der junge Mann eine gute Perspektive habe. Deutscher Meister wurde Martin Setz vom UJKC Potsdam.

Bald Lehrgang in Kienbaum

Was bei Braunbach als nächstes ansteht, wusste Hahn gar nicht genau. Auf jeden Fall erst mal eine ruhigere Trainingsphase und demnächst dann – wohl in den Ferien – eine größere Trainingsmaßnahme des Deutschen Judo-Bundes in Kienbaum, zu der er von seinem Landesverband Rheinland-Pfalz hingeschickt wird.

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