Halbzeitbilanz: Spannung verspricht die Rückrunde der Fußball-A-Klasse Pirmasens/Zweibrücken allemal. Oben streiten sich mindestens die Klubs auf den ersten vier Tabellenplätzen um Meisterschaft und Aufstieg in die Bezirksliga, auch im Tabellenkeller ist noch alles offen. Bei den Mannschaften des Zweibrücker Ausgabegebiets der RHEINPFALZ gibt es kurz vor dem Start der Rückserie einige Neuigkeiten zu vermelden.
Der SVN Zweibrücken führt mit 35 Punkten die Liga an. Verfolger SC Busenberg hat zwar vier Punkte weniger, aber auch zwei Spiele weniger absolviert. Beim SVN lief die Vorbereitung etwas schleppend. „Meine Jungs sind nicht so winterfreudig. Aber ich denke, dass wir im Training bald immer 18 Mann haben“, sagt Trainer Andreas Hergert, der auch in der nächsten Saison, in seinem dann zehnten Jahr, an der Seitenlinie stehen wird. Mit Robert Siko aus der A-Jugend des FK Pirmasens hat er einen jungen, talentierten 18-Jährigen an die Hofenfelsstraße geholt.
„Die Jungs wollen in die Bezirksliga aufsteigen und lange vorne mitspielen. Wenn es nicht klappt mit dem Aufstieg, ist es aber auch kein Drama“, sagt der SVN-Coach, der im nächsten Jahr einen neuen Co-Trainer braucht. „Stefan Kehl wird es nicht mehr sein. Wir sind in Verhandlungen, haben viele Kandidaten. Es ist aber nicht so einfach, einen Co-Trainer zu bekommen. Es muss auch zwischenmenschlich passen, wie mit Kehl. Wir haben noch Gespräche. Ohne Co-Trainer ist es für mich als Familienvater sehr schwer“, sagt Hergert.
SGR-Zweite verstärkt sich aus Maßweiler
Der SV Palatia Contwig gehört zu den Top-Klubs der Liga, hat nur fünf Zähler Rückstand auf Primus SVN Zweibrücken, bei einem Spiel weniger. Die Contwiger mit Trainer Stefan Höh stellen die zweitbeste Offensive der Klasse und überzeugten beim Hallenturnier der Verbandsgemeinde Zweibrücken-Land, auch wenn sie in einer schweren Vorrundengruppe mit den Bezirksligisten SG Knopp/Wiesbach und dem SV Battweiler ausschieden.
Bezirksliga-Absteiger SG Rieschweiler II ist derzeit auf dem zehnten Tabellenrang irgendwo im Nirgendwo. „Wir wollen ein paar Plätze gutmachen. Wir sind einfach sehr schwach in die Runde gestartet. Große Ambitionen vorne mitzuspielen, brauchen wir nicht mehr zu haben“, sagt Rieschweilers Spielertrainer Daniel Preuß. In der Winterpause kam mit Jonas Roschy ein Spieler vom TuS Maßweiler, der variabel offensiv und defensiv einsetzbar ist. „Er hat schon in der Jugend bei uns gespielt. Wir wollten ihn wieder holen“, erzählt Preuß. Mit Aaron Flickinger und Noah Hüther heuern ab dem kommenden Sommer zwei weitere Spieler aus Maßweiler an der Dicken Eiche an.
SV Martinshöhe hat Anschluss ans Mittelfeld
„Und ich habe auch für die neue Saison in Rieschweiler zugesagt“, unterstreicht Preuß, dessen Team in der Vorbereitung mit der Landesliga-Mannschaft und der A-Jugend trainiert. „Bei gewissen Einheiten trennen wir im Training auch mal die jeweiligen Teams auf. Ansonsten trainieren wir aber alle als große Einheit zusammen“, sagt Preuß.
Auch in der kommenden Saison leiten Florian Paulus und Co-Trainer Michael Schumacher das Training beim SV Martinshöhe. „Ziele für die Rückrunde sind schnellstmöglich die nötigen Punkte für den sicheren Klassenverbleib und mehr Punkte einzufahren als in der Hinrunde“, sagt Paulus. Denn nach schwachem Beginn startete Martinshöhe durch und eine Serie, die viele Punkte aufs Konto spülte. Mit 19 Zählern hat der SVM eine gute Ausgangsposition und bei vermutlich zwei Absteigern zehn Zähler Vorsprung auf den TuS Maßweiler, der zurzeit den ersten Abstiegsrang belegt. Auch der Kontakt zu den Mittelfeldteams aus Clausen, Rieschweiler II, Hauenstein II, Lemberg, Petersberg und dem Hilster SV ist noch da. In der Rückrunde soll zudem Nico Gorke vom VfB Reichenbach, der einzige Winterneuzugang des SVM, zu noch mehr Punkten beitragen.
Bolies und Hörner bleiben in Stambach, Maßweilers Coach Brunner wechselt zur VBZ
„Ich glaube schon daran, dass wir den Klassenerhalt schaffen. Fischbach, Heltersberg und Maßweiler sind die große Konkurrenz. Auch Martinshöhe ist nicht weit weg“, sagt Markus Bolies, einer der beiden Spielertrainer des SC Stambach, der die Mannschaft in der kommenden Saison weiter mit Steven Hörner trainiert. „Die Gespräche, ob wir in der nächsten Saison Trainer sind, dauerten nur ein paar Minuten. Da gab es keine Diskussion“, sagt Bolies, der sehr zufrieden war mit dem dritten Platz beim Hallenturnier der VG Zweibrücken-Land im Januar. Bei den Neuzugängen ist Bolies noch defensiv. „Es gibt noch nichts Spruchreifes. Es kommen aber nur Spieler, die uns sportlich weiterbringen“, sagt er.
Noch in weiter Ferne sind die VB Zweibrücken für Trainer Felix Brunner. Er verlässt den TuS Maßweiler zum Saisonende und kehrt zum derzeit stark abstiegsgefährdeten Landesligisten VB Zweibrücken zurück. Dort spielte er zuvor schon lange Jahre, war bis zu seinem Wechsel nach Maßweiler zuletzt auch Kapitän. „In Maßweiler hat es jeder verstanden, dass ich wechsle. Ich habe nun noch ein halbes Jahr die gleichen Ziele, den gleichen Ehrgeiz, unbedingt die Klasse zu halten. Da hat sich nichts geändert“, sagt Brunner, der sich voll auf Maßweiler konzentrieren möchte und bis zur Vorbereitung auf die Spielzeit 2023/24 gar nicht auf die VBZ schauen will.
Brunner glaubt fest an Maßweilers Klassenverbleib. „Die Ausgangssituation ist natürlich sehr schlecht“, weiß der Trainer des aktuellen Tabellen-15., der zwei Punkte hinter der SG Heltersberg/Geiselberg liegt. „Wir gehen dennoch voller Optimismus in die letzten 15 Spiele“, sagt er. Sein Team wurde auch in der Vorbereitung auf die Rückserie von Verletzungen gebeutelt. Und dass die TuS-Truppe mit den Spielen gegen Clausen, Busenberg, dem SVN Zweibrücken, Hochstellerhof und Contwig ein ganz schweres Auftaktprogramm hat, weiß Felix Brunner natürlich. Da müsse man halt selbst dann die Nerven behalten, wenn aus diesen Begegnungen zunächst nur wenig Punkte herausspringen sollten.