Zweibrücken Geld für Juz und Nachtbusse einsetzen

Theresa Wendel sieht keinen Mangel an Begegnungsstätten, nur an deren effektiver Verbindung.
Theresa Wendel sieht keinen Mangel an Begegnungsstätten, nur an deren effektiver Verbindung.

2016 hat sie vergeblich für den Stadtrat kandidiert, auf Listenplatz 16. „Damals war ich aber wegen meines Lehramts-Studiums noch in Trier. Jetzt bin ich fest in Zweibrücken, da soll es klappen“, zeigt sich Theresa Wendel mit Blick auf ihre zweite Stadtrats-Kampagne zuversichtlich. Direkt hinter Stéphane Moulin rangiert die 30-Jährige heuer auf Platz zwei der SPD-Liste.

Aus Niederauerbach stammend, bezog Theresa Wendel mit ihrem Lebensgefährten im Sommer 2017 eine Wohnung in Ixheim. Die Lehrerin unterrichtet an der Zweibrücker Berufsschule Deutsch, Englisch und Französisch. Letzteres verbindet sie aktuell mit ihrem Steckenpferd, der Zweibrücker Partnerschaft mit Boulogne-sur-Mer: „Neulich habe ich für einige unserer Schüler zum Sommer ein vierwöchiges Praktikum bei der Stadtverwaltung in Boulogne vermittelt“, erzählt die Stadtratskandidatin. Denn die Städtepartnerschaft sei ihr ein Herzensanliegen: „Für mich ist das ein Stück gelebtes Europa.“ Zweimal im Jahr kann man Theresa Wendel in Boulogne antreffen, wo sie unter anderem regelmäßig beim Stand des Zweibrücker Boulogne-Vereins auf dem Weihnachtsmarkt mithilft. Mitglied im Verein ist sie seit vier Jahren. Ihr Lebensgefährte Jonathan Baumann hat die 30-Jährige ans Imkern herangeführt – ein besonders umweltfreundliches Hobby. „Vor vier Jahren hat er damit angefangen – vor dem Hintergrund des Bienensterbens“, erzählt Wendel: „Da bin ich längst auch voll dabei. Inzwischen haben wir zwölf Bienenvölker, verteilt in Zweibrücken und Kleinsteinhausen.“ In Jugendjahren Schülersprecherin am Hofenfels-Gymnasium, war für Theresa Wendel nach dem Abi schnell klar, dass sie sich für ihre Heimatstadt engagieren will. Ihr Vater ist der Zweibrücker SPD-Ortsvereinsvorsitzende Thorsten Gries; da war für sie der Weg zu den Sozialdemokraten vorgezeichnet. Bald habe das SPD-Vorstandsmitglied Pervin Taze sie „bei den Jusos eingebunden“, berichtet sie. Seit Jahren hat Theresa Wendel den Vorsitz bei der Zweibrücker SPD-Jugendorganisation inne: „Ich habe aber vor, das Zepter bald an Jüngere weiterzugeben.“ Auf dem Höhepunkt der Flüchtlingswelle half die Zweibrückerin mit, die Ankömmlinge in der neuen Heimat zu integrieren. „Da habe ich schnell gemerkt, dass man gerade über die Arbeit in einer Partei viel für seine Stadt bewegen kann.“ Dass in Zweibrücken beim Stadtfest oder bei Kneipenfestivals Nachtbusse eingesetzt werden, ist für Theresa Wendel eine Erfolgsgeschichte. „Dieses Angebot wird sehr gut angenommen“, sieht sie Bedarf, diesen Bus-Service als dauerhafte Einrichtung zu etablieren. Etwa zwischen der Innenstadt und der ACH-Eventhalle auf dem Flugplatz. Wird sie in den Stadtrat gewählt, will sich die Niederauerbacherin im Sinne der jüngeren Generation auch dafür stark machen, „dass Geld in die Hand genommen wird, um das Juz zu modernisieren und mehr Werbung für seine Angebote zu machen“. Denn die pauschale Forderung, man müsse in Zweibrücken mehr Begegnungsstätten schaffen, will sie so nicht stehen lassen: „Diese Orte der Begegnung gibt es längst. Man muss sie nur bekannter machen und die vielen parallel laufenden Strukturen effektiver miteinander verbinden.“ Als Beispiel nennt sie erfolgreiche Einzel-Initiativen wie Seniorennachmittage und Frühstückstreffs in den Breitwiesen: „Das muss in der Öffentlichkeit endlich bekannter gemacht werden. Diese guten Ansätze müssen wir miteinander verknüpfen.“

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