Zweibrücken / Homburg / Ramstein Geheimnisse nicht nur im Wald: Dreifach-Schau im Mannlich-Haus
Bis 31. Januar präsentieren die Künstlerinnen so unterschiedliche Werke wie Landschaftsbilder, Digitalfotografie, Pappschnitte, Installationen und Keramik.
Im Mittelpunkt der Arbeiten von Helena Krohn stehen Landschafts- und Waldszenerien, die in ihrer Farbgestaltung, vor allem aber durch die Art der Integration des Lichts unwillkürlich Assoziationen an impressionistische Meister wie Claude Monet wecken.
„Im Geäst lauert das Leben“ zeigt einen verwachsenen Waldpfad, der sich nach hinten in eine lichte Welt öffnet, die immer wieder durch das in warmen Farben prangende dichte Geäst durchscheint. Punkte und organische Flächen setzen sich zusammen zu einem Waldweg; Sonnenlichtreflexe zeichnen neue Formen in das Laub und auf den Waldboden und unterstreichen so die Plastizität des Bildes.
Diese Einbeziehung des Lichts als stilbildendes Element ist ein Markenzeichen der Arbeiten der jungen Zweibrücker Künstlerin, die nach ihrem Studium der freien Kunst an der Hochschule für Bildende Kunst in Saarbrücken über Zwischenstationen den Weg ins Lehramt am Gymnasium gefunden hat. „Das war eine absolut richtige Entscheidung“, sagt die Tochter der bekannten Zweibrücker Malerin Monika Krohn. „Nach dem Studium musste ich mich ja orientieren: Was will ich machen? Was wird geboten?“
Helena Krohns Arbeiten entstehen oft aus Skizzen, die sie bei nächtlichen Spaziergängen zu Papier gebracht hat. Werke wie „Mondlicht“ und „Dämmerleuchten“ verweisen durch die überlangen Baumstämme aber auch auf die Ästhetik des Expressionismus. Ihre besondere Weise, mit dem Licht umzugehen, kommt dabei besonders in „Dämmerleuchten“ zum Ausdruck. In prismenartigen Facetten brechen silbrige Mondstrahlen hier hell durch den düsteren Laubwald mit seinen schlanken, hochragenden dunklen Stämmen und tauchen ihn in ein unwirklich-magisch anmutendes Licht.
„Ich habe mich in meinen Landschaftsbildern nie an einer konkreten Epoche orientiert, sondern wollte für mich einen Stil entwickeln, der zugleich abstrakt und figurativ ist“, beschreibt Helena Krohn ihre Intention. Künstlerische Vorbilder hat sie nicht, aber das Schaffen des Schweizer Malers Frank Gertsch hat sie sehr inspiriert.
Spiel von Licht und Schatten
Auch die 1989 im benachbarten Homburg geborene Jana Schieler beschäftigt sich mit Waldszenerien, zum Beispiel in ihrer Serie „Forest 01“ und „Forest 02“. Auch diese Arbeiten leben von dem starken Hell-Dunkel-Kontrast mit seiner „Chiaroscuro“-Wirkung, einem Spiel von Licht und Schatten. „Diese Reihe ist bei Nacht im Wald entstanden“, erzählt Jana Schieler.
„Da bewegt sich ein Model wie eine Geistergestalt im Wald. Durch die Bewegungen entstehen verschiedene Figuren, die immer ein bisschen verschwommen sind. Diese ,Dancing Shadows’ zeigen in Nachtaufnahme eine Frau, die in einer alten Ruine tanzt.“
In ihrer zweiten Werkreihe lotet Jana Schieler, die zunächst ein Studium der Architektur an der FH Kaiserslautern begonnen hatte, sich dann aber als Sport- und Kunstlehrerin neu orientiert hat und heute am Reichswald-Gymnasium in Ramstein tätig ist, das Spannungsfeld zwischen den Generationen aus. Anlass war der Tod ihres Großvaters. „Es dreht sich um Großmutter, Mutter und Mutter; über allem stehen die Themen Vergänglichkeit und Erinnerung.“
In ihren Porträtfotos wie zum Beispiel „Grey Grandma“ legt die Künstlerin zwei Gesichtshälften nebeneinander. Die Gesichter sind zerrissen, denn es sind Fragmente, die die Menschen aus ihrer Erinnerung erzählen. „Ich habe versucht, die Fragmente aus den Biografien der drei Personen in ein kommunikatives Gedächtnis zusammenzubauen.“
„Generationen“ wiederum heißt eine Serie von Keramiktellern mit Frauenporträts, die wie mit einer Patina überzogen wirken und auch alte Briefe mit einbeziehen.
Stein, Nadel und Faden
Keramikarbeiten zeigt auch Emely Burkhardt. Die 1997 in Landau geborene und in Zweibrücken aufgewachsene Lehrerin für Biologie und Kunst präsentiert ein Arrangement aus Steinkuppeln. Ihre anderen Arbeiten sind allerdings weitgehend abstrakt.
Ein Schwerpunkt ihrer künstlerischen Tätigkeit sind Pappschnitte mit Nadel und Faden, eine Technik, die sie auch gut in ihrem Unterricht einsetzen kann. „Das war der Einstieg für mich.“ Hier experimentiert Emely Burkhardt viel mit Mustern und Formen, aber auch mit Materialien. Der Zufall spielt ebenfalls eine wichtige Rolle.
Kreise und ausgerissene Landschaften finden sich in ihrer Serie „Circle“. Außerdem zeigt sie die Installation „Mobile“ mit abstrakten Ausschnitten und Radierungen sowie „Breitbahn“, eine große Zeichnung auf Chinapapier mit Faden, die aus der Verbindung von filigran gezeichneten Strichmotiven und den plastischen Verwerfungen des Materials mit den daraus entstehenden Licht- und Schattenspielen lebt.
Die Ausstellung
„Helena Krohn – Jana Schieler – Emely Burkhardt“; Mannlich-Haus Zweibrücken, samstags von 15 bis 18 Uhr, bis 31. Januar.