Zweibrücken RHEINPFALZ Plus Artikel Gegner TV Offenbach kommt für Zweibrücker Herren zur rechten Zeit

War im Spiel deutlich besser in Form denn als Vorsänger nach dem Stadt-Derby-Sieg: SV-Spieler Marc-Robin Eisel.
War im Spiel deutlich besser in Form denn als Vorsänger nach dem Stadt-Derby-Sieg: SV-Spieler Marc-Robin Eisel. Foto: Wille

Marc-Robin Eisel, Spielmacher des Spitzenreiters der Handball-Oberliga SV 64 Zweibrücken, stand vergangenen Sonntag auf der Balustrade in der Westpfalzhalle und dirigierte mit der weißen Fan-Wand im Rücken den siegestrunkenen 64er-Männerchor auf dem Spielfeld. „Wir müssen uns richtig fokussieren“, fordert SV-Trainer Stefan Bullacher nun mit Blick auf den Samstagsgegner TV Offenbach (18 Uhr, Ignaz-Roth-Halle).

Eisels Gesangseinlage war einer von vielen emotionalen Momenten beim Stadt-Derby zwischen dem SV 64 Zweibrücken und der VTZ Saarpfalz. Die gilt es am Samstag allerdings wieder auszublenden. Eine Balustrade gibt es in der „Ignaz“ nicht, aber gegen 20 Uhr hoffen die bislang in dieser Saison noch ungeschlagenen Zweibrücker Spieler, ihre Siegesparty fortsetzen zu können. „Die Feier nach dem Derby-Sieg war klasse“, freute sich Bullacher. Die Euphorie, die seit Saisonbeginn in der Mannschaft und im Umfeld spürbar ist, hat nicht nachgelassen. Im Gegenteil: Die sportlichen Erfolge beflügeln.

Erst ein Fünftel der Saison vorbei

Höhenflug erlaubt, aber die Bodenhaftung dabei gänzlich verlieren, „das darf und wird uns nicht passieren“, unterstreicht Bullacher. Natürlich könne er auch eine Tabelle lesen und wisse, dass seine Mannschaft mit diesem Saisonstart einen wichtigen Grundstein gelegt hat, um bei der Titelvergabe ein gewichtiges Wort mitzureden. „Mehr ist es aber auch wirklich noch nicht. Wir haben gerade mal ein Fünftel der zu bestreitenden Saisonspiele absolviert“, bleibt Bullacher Realist. Natürlich seien mit den Erfolgen in Saulheim, Mundenheim und bei der VTZ wichtige Punkte geholt worden. „Klar, das waren erste Big Points“, bestätigt Bullacher. Und dass der SV 64, dessen Derby-Bilanz trotz des Sieges weiter negativ ist, ausgerechnet in der Meistersaison 2012/13 gegen die VTZ gewonnen hat, „wissen wir auch“, versetzt er lachend. Aber das sei eine schöne Erinnerung; um wieder Meister zu werden, „müssen wir noch verdammt viel arbeiten“, betont er.

Gesucht: Höhere Effektivität im Umschaltspiel

Seine Arbeit bestand in dieser Trainingswoche auch darin, die Euphorie nach dem Sieg in positive Arbeitsenergie umzuwandeln. Bei aller Freude über den Erfolg und über die gute Leistung zeigte das Derby auch, woran der SV noch arbeiten muss. Effektivität ist da ein wichtiges Wort. Vor allem im Umschaltspiel. Die VTZ hatte es taktisch darauf angelegt, den 64ern das Tempospiel wegzunehmen – und das gelang auch. „Hier müssen wir Lösungen finden, müssen unsere Chancen effektiver nutzen“, zeigt Bullacher auf, woran gefeilt werden muss.

Mit Offenbach noch eine Rechnung offen

Mit dem TV Offenbach kommt nun ein Gegner, der, „so blöd sich das anhören mag, für uns zur genau richtigen Zeit kommt“, findet der Zweibrücker Coach. Denn Offenbach ist ein hochkarätiger Gegner. „Es kommt sicher keiner auf die Idee, die Offenbacher zu unterschätzen“, weiß Bullacher, dass die Gäste bestens geeignet sind, um seine Mannschaft wieder auf den Ligabetrieb zu fokussieren. Zumal da noch eine Rechnung offen ist: Am vorletzten Spieltag der abgelaufenen Saison hatte der Gegner in der Ignaz-Roth-Halle ebenfalls Offenbach geheißen und da die Gastgeber entzaubert und beim 25:23-Sieg beide Punkte aus Zweibrücken entführt. Das kostete den SV 64 die Vize-Meisterschaft. „Völlig verdient“, erinnert sich Bullacher ungern an die Niederlage. Die Zweibrücker hatten damals nur mit halbem Herzen gespielt, den letzten Einsatzwillen vermissen lassen. „Das ist das, was mich bis heute wurmt“, bekennt der SV-Coach. Allein vor diesem Hintergrund hofft er auf eine deutliche Leistungssteigerung seiner Mannschaft.

Positiv aus Zweibrücker Sicht: Christopher Huber, der im Derby durch seinen Hexenschuss noch sichtlich gehandicapt war, ist auf dem Weg der Besserung, kann aus dem Rückraum für mehr Torgefahr sorgen.

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