Zweibrücken Frustaktion mit fatalen Folgen
«ZWEIBRÜCKEN.»Klasse Kulisse, super Stimmung, klasse Spiel: Beim gestrigen Bundesliga-Duell der A-Junioren-Handballer des SV 64 Zweibrücken gegen das Top-Team Rhein-Neckar Löwen passte aus Sicht der Zweibrücker vieles. Nur das Ergebnis nicht. Mit 31:36 (16:20) verlor das SV-Team gegen körperlich überlegene und spieltechnisch individuell sehr starke Rhein-Neckar Löwen. Auf der Negativseite stand beim SV 64 auch der Bruch der Mittelhand, den sich Torwart Yannick Mangold kurz vor Ende der Spielzeit zuzog.
„Die Verletzung war wirklich unnötig“, sagte Björn Stoll, neuer A-Jugend-Coach des SV 64, zu dem Ereignis, das ihm die weitere Aufgabe nicht erleichtert. Unnötig vor allem in der Entstehung: Kian Schwarzer hatte seine dritte Zeitstrafe kassiert, der SV in Unterzahl im Angriff den Torwart rausgenommen. Der Angriff war nicht erfolgreich, der Wechsel danach wurde etwas verschlafen. Mangold versuchte noch mit langem Bein den Wurf der Rhein-Neckar Löwen abzuwehren, verfehlte diesen knapp und schlug aus Ärger darüber an die Wand. Mit fatalen Folgen. Ansonsten sah Stoll viel Positives bei seiner Premiere. „Kämpferisch war das ein richtig gutes Spiel“, lobte er. Um ein Team der Güteklasse der Rhein-Neckar Löwen zu schlagen, „die zurecht den Anspruch stellen, wieder Staffelsieger zu werden“, bestätigte Stoll, brauche es eben eine Top-Leistung über 60 Minuten und das notwendige Quäntchen Glück. Entschieden wurde die Partie bereits zwischen der fünften und zehnten Minute. Tim Olbrich, der bei den Gästen sehr gut Regie führte, traf zum 4:3. Dann kassierten die Zweibrücker zwei Zeitstrafen: Binnen 20 Sekunden mussten Tom Ihl und Kian Schwarzer auf die Bank. Eine harte Linie, die die Referees so nicht durchzogen und die den SV 64 ins Hintertreffen brachte. Denn die Gäste nutzten diese Überzahl, um durch drei Tore von Fabian Serwinski auf 7:3 wegzuziehen. Der überragende Timo Zehrbach ließ prompt noch das Tor zum 8:3 folgen. Das konnte das SV-Team nicht mehr aufholen. „Wir wussten ja, wie stark Zweibrücken ist, das haben sie heute auch wieder gezeigt. Aber wir hatten nie das Gefühl, dass wir das Spiel nach der Führung noch verlieren könnten“, sagte Löwen-Co-Trainer Tobias Geiling. Da habe wohl auch die individuelle Klasse vieler Spieler geholfen, um bestehende Personalsorgen zu kompensieren. Wie die des aus Mutterstadt stammenden 2,03-Meter-Hünen Lars Röller, der die SV-Spieler um mindestens einen Kopf überragte und der das Abwehrzentrum dicht machte. Umso erfreulicher waren die drei Tore von Sebastian Meister vom Kreis, der sich an Röller vorbeidrehte. In ähnlichen körperlichen Höhen wie Röller agierte auch Kreisläufer Lukas Wichmann. „Das ist natürlich nicht einfach zu verteidigen“, resümierte Stoll. Sein Team gab aber nie auf. Kampfstark wie gewohnt war Kian Schwarzer, Marc-Robin Eisel gab den Antreiber. Auch Tom Ihl kam in seinem zweiten Bundesliga-Spiel besser zurecht, glänzte mit weit herumgezogenen Würfen ins äußerste lange Eck. Gute Aktionen brachten den SV 64 immer mal wieder auf drei Tore heran. Mehr ließen die starken Gäste nicht zu. So spielten sie SV 64 Zweibrücken: Mangold, Becker - Ihl (5), Eisel (9/4), Müller (2) - Meiser (6/3), Dobrani (2) - Schwarzer (2) - Meister (3), Scholly, Naumann, Dettinger (2) Rhein-Neckar Löwen: Studentkowski, Frosch (bei einem Siebenmeter) - Braun, Zehrbach (9/1), Olbrich (4) - Serwinski (5/1), Schmiedt (4/1) - Wichmann (6) - Röller (5), Mohr, Meyer (3), Schneibel Spielfilm: 3:3 (5.), 3:8 (10.), 8:14 (20.), 11:14 (23.), 11:16 (24.), 16:20 (Halbzeit), 18:25 (42.), 21:27 (45.), 24:31 (52.), 29:32 (57.), 31:36 (Ende) - Zeitstrafen: 7:4 - Rote Karte: Schwarzer (51./dritte Zeitstrafe) - Siebenmeter: 8/7 - 5/3 - Beste Spieler: Eisel, Schwarzer, Ihl - Zehrbach, Röller, Olbrich, Wichmann - Zuschauer: 230 - Schiedsrichter: Hannes/Hannes (HV Mittelrein).