Zweibrücken Freudenfeuer lösen Ausnahmezustand ab

Zweibrücken. Grenzenloser Jubel nach Spielende: Als Schiedsrichter Thorsten Gerhard Braun gestern am Spätnachmittag das Relegationsrückspiel zwischen dem TSC Zweibrücken und Karadeniz Bad Kreuznach abpfiff, brachen beim Sportclub alle Dämme. Der 2:0 (1:0)-Erfolg vor 960 Zuschauern krönte eine tolle Saison, der TSC Zweibrücken geht nach Auskunft von Co-Trainer Patrick Molter jetzt etwas Denkwürdiges an: „Das Projekt Landesliga.“

Die Anspannung der letzten Monate löste sich. Spieler, Anhänger und Vereinsfunktionäre lagen sich auf dem Rasen des Westpfalzstadions in den Armen und schrien: „AUFSTEIGER!“ Gejubelt wurde singend und tanzend, mit Megafon-Unterstützung, ein paar Bengalos für echt südländisches Flair wurden auch gezündet. Molter traf seine Aussage bezüglich der Landesliga zehn Minuten nach dem entscheidenden Spiel; im Hinspiel am Donnerstag hatte der TSC in Bad Kreuznach ein 2:2 erreicht. Sein „Vorgesetzter“ Sanel Nuhic hatte sich unmittelbar nach dem Abpfiff erst mal in die Kabine zurückgezogen. „Es ist über die gesamte Saison betrachtet ein hochverdienter Aufstieg“, meinte der Co-Trainer weiter. Die junge Mannschaft habe etwas geschafft, was man vor der Runde nie im Leben erwartet hätte. „Für viele Spieler war es das Debüt in der Bezirksliga, jetzt ging es auf dem direkten Weg sogar noch eine Etage höher. Das wird eine neue Herausforderung.“ TSC-Vorstand Wolfgang Schön bestand gestern gegen 17.10 Uhr aus einem einzigen Grinsen. Nach seiner Gefühlslage befragt, sagte er: „Einfach nur Freude.“ Auch Schön hob die sagenhafte Leistung der jungen Truppe hervor, dass am Ende „nur“ als Zweiter aufgestiegen wurde, spiele keine Rolle. „Wir haben es uns verdient.“ Dann ordnete der Vorstand den Rückzug ins vereinseigene Sportheim an, der Rest des Tages sollte aus Feiern bestehen. Mentor Shabani, der in der abgelaufenen Saison mit der wichtigste Leistungsträger war, Torsteher Martin Kozel, der seine Laufbahn mit dem gestrigen Spiel beendet hat und künftig Spielleiter beim TSC wird, sowie 2:0-Torschütze Rene Müller hatten da nichts dagegen, sie bedienten sich schon mal aus einem Zig-Liter-Weizenglas. „Wir haben so hart gekämpft“, sagte Müller. „Es hätte zu Beginn der Runde doch keiner einen Cent darauf gesetzt, dass wir das erreichen.“ Ehrgeiz und Leidenschaft hätten den TSC Zweibrücken in die Landesliga befördert, mit diesen Attributen wolle man auch in der höheren Etage einiges bewegen. Und dann kam Spielertrainer Sanel Nuhic aus der Kabine, völlig losgelöst rannte er über den Stadionrasen, umarmte alles und jeden, der TSC-Coach war wohl die Person, die sich über den Aufstieg am meisten freute. „In den letzten Wochen ging es ausschließlich um den Fußball, ich hatte nichts anderes im Kopf“, sagte er, unter diesem „Ausnahmezustand“ habe nicht zuletzt sein Familienleben gelitten. „Ich bin froh, dass es vorbei ist.“ Dass sich der ganze Aufwand jetzt wirklich gelohnt habe, sei einfach nur schön. „Riesenkompliment an meine Mannschaft.“

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