ZWEIBRÜCKEN
Franzose Laurent gibt Debüt im Trikot der VTZ Saarpfalz
Mit zwei Punkten, die nie ernsthaft in Gefahr waren, verabschiedete sich Handball-Oberligist VT Zweibrücken-Saarpfalz gestern in die kurze Karnevalspause. Mit 38:29 (19:12) gewannen die Zweibrücker gegen den TV Mülheim. Zum ersten Mal spielte der Franzose Loic Laurent für die VTZ.
Dass der Franzose in dieser Saison noch das VTZ-Trikot tragen würde, überraschte gestern niemand wirklich. Seit Jahresbeginn war der 27-Jährige regelmäßig im Training, hatte sich die vergangenen Heimspiele seiner neuen Teamkollegen in der Westpfalzhalle schon angeschaut. Der sportliche Flirt zwischen dem vormaligen Dansenberger und der VTZ hatte sich in der Liga längst herumgesprochen.
Mokris in prächtiger Spiellaune
Der spielerisch hoch veranlagte Franzose war im Januar 2018 zum damaligen Drittligisten TuS Dansenberg gewechselt und hatte entscheidenden Anteil daran, dass der TuS damals in der Klasse blieb. Es folgten Verletzungen, begleitet von Unstimmigkeiten, die die Dansenberger veranlassten – obwohl Laurent einen laufenden Drei-Jahres-Vertrag besaß – sich im Oktober 2019 vorzeitig von dem Rückraumspieler zu trennen. Sportlich war die Trennung sofort vollzogen, vertraglich waren beide Seiten aber noch aneinandergebunden. Vergangene Woche klärte sich die Angelegenheit nun auch rechtlich: Laurent war frei für die VTZ. Die Frage, wie lange der Franzose für die Zweibrücker spielen wird, beantwortet VTZ-Trainer Philip Wiese gestern schmunzelnd mit: „Schau’n wir mal“.
In der 14. Minute ging der 1,92 Meter große Spieler erstmals für die VTZ aufs Feld. Dass er noch Zeit brauche, um Wettkampfpraxis zu bekommen, das sei angesichts der längeren Spielpause normal, so Wiese. 9:5 führten die Zweibrücker, als der Neuzugang kam – hochverdient zu diesem Zeitpunkt. Dirigiert von einem Martin Mokris, der vergangene Woche wie berichtet seinen Abschied zum Rundenende angekündigt hatte und sich gestern in prächtiger Spiellaune präsentierte. Mokris stellte sich seine Nebenleute, wie er sie brauchte, war selbst immer torgefährlich.
Dazu kam mit Tom Paetow wieder der Mann für die Tore aus dem Rückraum. Tomas Kraucevicius, den die Mülheimer im Spielverlauf in Manndeckung nahmen, war wieder eine Triebfeder im VTZ-Spiel. Und am Kreis setzte sich Erik Zilincik mehrfach schön durch. „Der Angriff war gut“, freute sich Wiese, der gestern ohne seinen Trainerkollegen Kai Schumann die Verantwortung auf der Bank hatte. Schumann hatte einen nicht zu verschiebenden Termin vereinbart, als nicht abzusehen gewesen war, dass er schon früher als geplant als Trainer für das Oberliga-Team Verantwortung tragen würde. „Es ist schöner, wenn wir es zu zweit machen“, bekannte Wiese schmunzelnd. Er war aber auch alleine erfolgreich beim Coachen.
Allzu schwer machten es die Mülheimer der VTZ allerdings auch nicht. „Ich hätte mir gewünscht, dass wir etwas länger mithalten können“, bekannte Mülheims Trainer Hilmar Bjarnason nach dem Abpfiff. Nach 16 Minuten waren die Gäste auf 8:10 heran. Der gut spielende Jan Hommen hatte getroffen. Aus dem linken Rückraum bereitete Peter Mittmann der VTZ-Abwehr einige Probleme, und auf den Außenpositionen wurde auch nicht sattelfest gedeckt. „Es war so etwas wie Tag der offenen Tür bei beiden“, sagte Bjarnason mit Blick auf die hohe Anzahl an Gegentoren. Wiese bekannte demnach auch, mit den 29 Gegentoren alles andere als zufrieden zu sein.
Schöner „No-Look-Pass“ Laurents
Dass sich die VTZ Mitte der ersten Halbzeit dennoch endgültig abzusetzen begann, war unter anderem der Tatsache geschuldet, dass sich Yannic Klöckner im Tor nun zusehends steigerte, einige freie Chancen der Gäste vereitelte. Vorne blieb die VTZ weiter gefährlich, konnte es sich sogar erlauben, gute Möglichkeiten wie Gegenstöße auszulassen.
Da machte sich Neuzugang Laurent schon positiv bemerkbar. Nicht nur durch das ein oder andere tolle Anspiel, wie den „No-Look-Pass“ auf Zilincik, den dieser zum 15:10 verwertete. „Ich bin froh, dass er uns in unserer Situation hilft“, bekannte Wiese, der von den gestiegenen Wechselmöglichkeiten reichlich Gebrauch machte. 38 Tore habe die VTZ schon lange nicht mehr geworfen, freute sich der VTZ-Coach. Weil er wechseln konnte, Ruhepausen geben konnte, „und wir so bis zum Schluss hohes Tempo gehen konnten“, resümierte Wiese.
Tor um Tor zog die VTZ davon, lag in der 34. Minute durch Mokris’ Treffer zum 22:12 erstmals mit zehn Toren vorne. „Die VTZ ist nicht unsere Kragenweite“, bilanzierte Bjarnason.
So spielten sie
VTZ Saarpfalz: Klöckner, Dörr (ab 44.) - Kraucevicius (5), Mokris (10/3), Paetow (6) - Brauns (1), Wilga (3) - Zilinczik (8) - Rifel (2), Laurent (1), Mayer (2), Flockerzi
TV Mülheim: Zelter, Winkel ab 20.), Stromberg (ab 46.) - Hommen (8/3), Vogt (2), Mittmann (6) - Langen (2), Backes (5) - Schwenzer (3) - Dahmen, Abdullah Kadhem (3), Lütkemeier, Jurisic
Spielfilm: 6:5 (9.), 11:9 (18.), 16:10 (22.), 19:12 (Halbzeit), 22:12 (34.), 30:20 (40.), 38:29 (Ende) - Zeitstrafen: 3:1 - Siebenmeter: 5/3 - 3/3 - Beste Spieler: Mokris, Kraucevicius, Zilincik, Paetow - Hommen, Backes - Zuschauer: 150 - Schiedsrichter: Gharahgozlou/Besch (Mainz-Bretzenheim).