Abseits RHEINPFALZ Plus Artikel Finderlohn für Wachsamkeit auf dem Spielfeld

Abdu Belhadi spielte ein klasse Stadtderby – und machte vorher noch einen ungewöhnlichen Fund auf dem Spielfeld.
Abdu Belhadi spielte ein klasse Stadtderby – und machte vorher noch einen ungewöhnlichen Fund auf dem Spielfeld.

Tim Wiese in Zweibrücken?

Tanja Schwarzers Familie ist Öffentlichkeit gewöhnt: Ihr Ehemann ist Christian „Blacky“ Schwarzer, ehemaliger Nationalspieler, Welt- und Europameister, Sohn Kian ist Bundesliga-Spieler in Lemgo. Ihre Familie war also schon häufig in der Presse; Fotos von beiden gibt es zuhauf. Beim Oberliga-Stadtderby zwischen SV 64 und VTZ gefragt, ob ein Bild von ihr für eine Umfrage drin wäre, winkt sie aber lachend ab. „Ich habe es in meinem gesamten Leben geschafft, dass kein Foto von mir veröffentlicht wird“, erzählt Tanja Schwarzer: „Das soll auch so bleiben.“

Beim Stadtderby war noch ein weiterer Promi angekündigt: Tim Wiese wurde zum Interview gebeten. Doch vom ehemaligen Bundesliga-Torwart, jetzigen Kraftprotz und Teilzeit-Wrestler war weit und breit nichts zu sehen. Auch-Hüne Philip Wiese, Trainer der VTZ Saarpfalz, der derart nach dem Spiel zum Trainerplausch gebeten wurde, ließ die falsche Anrede galant an sich abperlen und stand Rede und Antwort.

Schön auch, dass beim Handball-Derby so viele Athleten anderer Sportarten zugucken waren. Fußballspieler des SV Martinshöhe waren ebenso vertreten wie Kicker vom SV Battweiler und auch den Vereinigten Bewegungsspielern Zweibrücken. Auch das unterstrich die Wertigkeit des Derbys.

Wertvolle Fundsache

Wach und fokussiert müssen Handballer sein, wenn sie auf das Spielfeld gehen. Das war am Samstag Abdu Belhadi, der Spielmacher der VTZ Saarpfalz und einer der auffälligsten Spieler im Stadtderby gegen den SV 64 Zweibrücken. Aufmerksam war der VTZ-Regisseur schon beim Warmlaufen. Denn er entdeckte auf der VTZ-Seite des Hallenbodens – einen 50-Euro-Schein. Ein benutztes Tape oder ein Papiertaschentuch, das findet sich sonst schon mal auf dem Spielfeld. „Aber 50 Euro habe ich noch nie gefunden“, bestätigte Belhadi. Er brachte den Schein-Fund zu VTZ-Vorstandsmitglied Pascal Wenzel. „Es hat sich die Frage gestellt, wer Zutritt zum Spielfeld und dabei noch 50 Euro in der Tasche hat. Bei Spielern im Trikot eher unwahrscheinlich“, sagte der. Es wurde im Halleninnenraum gefragt, ob jemand Geld verloren habe. Niemand vermisste den Schein.

Was also tun? In der Halle fragen „wäre nicht zielführend gewesen, da hätten sich möglicherweise viele gemeldet, auch wenn sie nicht im Innenraum waren“, verdeutlichte Wenzel lachend. Deshalb wurde entschieden, die 50 Euro der VTZ-Jugendkasse zugute kommen zu lassen. Der Handball-Nachwuchs darf sich also demnächst beim ehrlichen Finder Abdu Belhadi lautstark bedanken. Und sich etwas von ihm abschauen: Hellwach zu sein, wenn es auf das Spielfeld geht, lohnt sich.

SV Großsteinhausen zeigt Charakter

Der SV Großsteinhausen hätte am Sonntag im zehnten Spiel den zehnten Saisonsieg einfahren können. Denn die Gersbacher hatten einige personelle Probleme. Daraus hätte die SVG-Mannschaft von Spielertrainer Max Kochmann gegen die seit dem 10. September dieses Jahres sieglosen Gersbacher sicher Kapital geschlagen. Dass der Kontrahent arg gebeutelt ist, zeigten schon die letzten beiden Spiele. Denn da saßen nur zwei SVG-Spieler auf der Ersatzbank. „Die Woche über kam dann die Anfrage Gersbachs mit der Bitte um Verlegung, weil sie zu viele verletzte Spieler haben“, erklärte SVG-Vorstandsmitglied Heiko Weber. „Wir haben dieser Bitte entsprochen“, fügte er an. Hut ab, es geht nicht ums Gewinnen um jeden Preis!

Rüdiger Ziehls Top-FCS-Bilanz

Stambach und Rieschweiler sind Stationen in der Vita von Rüdiger Ziehl. Zumindest in Jugendjahren kickte er dort, wechselte später in die Bundesliga zum 1. FC Kaiserslautern. Im Vorjahr wehte mit seinem Trainerengagement beim Drittligisten TSV Havelse schon ein Hauch Stambach durch die Dritte Liga, jetzt wieder. Erst im September war Ziehl als Manager beim 1. FC Saarbrücken eingestiegen. Bereits einen Monat später stieg der Fast-45-Jährige wegen der Entlassung von Cheftrainer Uwe Koschinat in der Vorwoche zum Interimstrainer der Blau-Schwarzen auf. „Ich habe mich nicht darum gerissen“, wurde der gebürtige Zweibrücker zitiert, er konnte aber in der vergangenen Woche im Saarland-Pokal und am Wochenende in Liga drei gegen Zwickau gleich zwei Siege einfahren. Seit einer Woche sucht nun er den passenden Nachfolger Koschinats. Wenn er ihn schnell findet, könnte Ziehl als einer der erfolgreichsten Trainer in die FCS-Klubgeschichte eingehen.

Was schade war ...

„Bleiben Sie bitte, hier gibt es heute noch tollen Handball zu sehen“, war der SV-Hallensprecher Marcus Rogge nach dem Herren-Stadtderby eifrig bemüht, auf das folgende Frauen-Handballspiel des SV 64 gegen den TV Bodenheim hinzuweisen, während von den Wänden der Halle schon die Sponsoren-Banner entfernt wurden. Doch die Tribünen leerten sich mehr und mehr nach dem Abpfiff bei den Herren. Die Frauen hätten es sicher auch verdient gehabt, vor so einer tollen Kulisse mit enormer Lautstärke zu spielen. Schade drum!

Dass Sie aufmerksam bleiben und stets das Richtige finden, wünschen Ihnen

Benjamin Haag
Benjamin Haag
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