Zweibrücken
Festival-Aus im Wolkenbruch: Militärflugzeug nimmt Besucher auf
„Hauptsache, niemand wurde verletzt“, blickt Tobias Deutsch auf die Ereignisse rund um das Techno-Festival „Spätschicht“ zurück. Das Open Air auf dem Zweibrücker Flughafengelände musste am Samstagabend um 21.25 Uhr vorzeitig abgebrochen werden. Wie Deutsch vom Veranstalterteam „Spätschicht Saar“ zur RHEINPFALZ sagt, hatten massive Regengüsse und Sturmböen die Verantwortlichen zur Aufgabe gezwungen. „Bühnentechnik, Zelte und Pavillons flogen durch die Gegend. Wir müssen das alles zuhause jetzt erst mal wieder aufbauen, um abschätzen zu können, wie hoch der Materialschaden ist. Ich hoffe, dass sich einiges noch reparieren lässt. Bis wir einen genauen Überblick haben, werden Tage vergehen.“ Flöten gegangen seien dem Blieskasteler „Spätschicht“-Verein auf alle Fälle die Einnahmen aus dem Getränke- und Speisenverkauf in den zweieinhalb Stunden, die dem Open Air am Samstagabend entgangen sind. „Gerade dieser Zeitraum bis Mitternacht ist die Phase, in der an den Foodtrucks und Getränkeständen der meiste Umsatz gemacht wird.“
Auf zwei Bühnen und einer ausgedehnten Tanzfläche hatte am Samstagnachmittag um 14 Uhr das „Spätschicht“-Festival mit gut 3000 Besuchern auf 14.000 Quadratmetern Gelände begonnen – mit 20 nationalen und internationalen DJs wie Noisetime, Jaxomy und Daniel Cline. „Eigentlich war für Samstag kein schlechtes Wetter gemeldet“, erzählt Tobias Deutsch, dass „wir uns noch um 20 Uhr zu einer Sicherheitsbesprechung getroffen haben. Da hieß es noch, die Gewitterfront würde an uns vorbeiziehen.“
Schon am Freitag spielte das Wetter nicht mit
Dabei hatten die Veranstalter schon am Vortag Pech mit dem Wetter gehabt. Unter dem Motto „Frühschicht“ hatten sie bereits für Freitag ein Open-Air-Festival auf dem Flughafengelände organisiert. Freilich mit einem ganz anderen Musikprogramm: mit Solokünstlern und Bands aus der Mallorca-/Ballermannszene. „Aber unser allererstes Malle-Event konnte gar nicht erst starten“, berichtet Deutsch. „Denn für Freitag hatten wir rechtzeitig eine konkrete Wetterwarnung vorliegen. Tatsächlich sind schon früh die ersten Bauzäune weggeflogen; da haben wir dieses Programm gleich von vornherein abgesagt.“
Muss der Verein „Spätschicht Saar“ nun auch noch den Gastkünstlern, die nicht auftreten konnten, ihre Gage nachzahlen? „Teils, teils“, berichtet Deutsch, dass man mit den DJs und Musikern Kontakt aufgenommen habe, um deren Auftritte womöglich 2025 auf dem Flugplatzgelände nachzuholen. „Denn Stand jetzt haben wir vor, nächstes Jahr mit unserem Festival hierher zurückzukommen. Wir müssen jetzt aber erst mal sehen, wie hart uns das Unwetter vom Wochenende finanziell getroffen hat.“
Veranstalter: Es gab „null Panik“
Ein dickes Lob möchte Tobias Deutsch für die Zweibrücker Polizei, das Rote Kreuz, die Flughafenfirma Triwo und die eigene Security-Truppe loswerden. „Die haben uns alle extrem gut dabei geholfen, dass der Abbruch am Samstagabend reibungslos abgelaufen ist. Deshalb hat es null Panik gegeben. Feuerwehr und Triwo haben viele Besucher erst mal in umliegende Hallen und Hangars ins Trockene gebracht. Und an dem großen Transall-Militärflugzeug, neben dem unsere Bühne aufgebaut war, wurde die Rampe aufgemacht. So konnten wir eine Menge Leute während des Starkregens direkt in der Maschine unterbringen.“
Nach einer knappen Dreiviertelstunde habe man die Tore geöffnet und die Besucher zu ihren Autos entlassen. Beziehungsweise zu den Shuttlebussen, die am Samstag zwischen dem Zweibrücker Bahnhof und dem Flugplatzgelände pendelten. „Der Busshuttle hat ganz gut geklappt“, befindet Deutsch. „Allerdings hätten wir uns gewünscht, dass die Fahrer am Abend auf die Situation reagiert hätten und direkt zu den Hallen mit den wartenden Leuten gefahren wären.“