Handball RHEINPFALZ Plus Artikel Fahrlehrer Weinert hat auf der Zweibrücker Bank erneut die Hand am Steuer

SV-Interims-Coach Klaus-Peter Weinert
SV-Interims-Coach Klaus-Peter Weinert

Er ist ein Teamplayer, sagt aber auch klar, wo es langgeht. Das hat Klaus-Peter Weinert als Spieler beim SV 64 Zweibrücken bewiesen und beweist es seit Jahren auch auf verschiedenen Trainerposten. Am Samstag ist er erneut Interims-Cheftrainer des Drittligisten SV 64 Zweibrücken. Gegen die TGS Pforzheim (18 Uhr, Westpfalzhalle) fehlt der kranke SV-Coach Stefan Bullacher zum dritten Mal.

Team-Player und zugleich Chef sein zu müssen, das kennt Weinert auch beruflich. Er ist Inhaber dreier Fahrschulen im Saarland. In seinem Heimatort Spiesen-Elversberg ist der Hauptsitz der Fahrschule Weinert, weitere Dependancen betreibt er in St. Ingbert und in Hassel. Ein Fahrlehrer braucht – wie ein Trainer – Verständnis, Motivationsfähigkeit für seine Schützlinge und muss wissen, wovon er erzählt.

Weinert ist normal Co-Trainer des Drittligisten, trainiert die zweite SV-Mannschaft, die in der Saarlandliga spielt, was ihm am Samstag eine Doppelschicht beschert. Und er coachte auch schon die A-Junioren in der Bundesliga. Handball ist die große Leidenschaft des 41-Jährigen, der acht Jahre lang Spielmacher im SV-Team war und in der Saison 2011/12 noch aushalf, als der historische erste Aufstieg in die Dritte Liga gelang.

Erweiterung, um mehr Zeit für Handball zu haben

„Ich hatte mich bewusst entschieden, den Betrieb zu erweitern, um mehr Zeit für den Handball zu haben“, erzählt Weinert. „Das hört sich zunächst paradox an“, bestätigt er. Die Idee war, dass er sich mit mehr Personal auf Fahrunterricht im LKW und Bus konzentrieren kann. Aber es kam anders als gedacht. Kurz nach der Betriebserweiterung sorgte Corona für ungeplante Veränderungen. Zeitweise musste der Betrieb fast eingestellt werden. Zur ohnehin guten Nachfrage im Geschäft gesellte sich inzwischen ein enormer Nachholbedarf. Ein Grund, warum Weinert aktuell öfter im Fahrschulauto sitzt als vorgesehen.

Ungeplant war auch, dass SV-Trainer Bullacher ausfällt. Weinert, der mit seiner Familie in den Herbstferien ein paar Tage Urlaub in Österreich gebucht hatte, musste beim Spiel in Großsachsen passen. Erholung im Sport-Hotel, „mal ein bisschen Zeit zum Tennisspielen“, die Familie Weinert freute sich über die notwendige Auszeit. Jetzt ist er zurück, sitzt wieder viel in Fahrschulautos und stand diese Woche jeden Abend in der Trainingshalle. „Mit Bulli habe ich schon ein paarmal telefoniert. Das ist ein gutes Zeichen. Es zeigt, dass es ihm besser geht“, sagt Weinert lachend.

Auch Pforzheim kämpft mit Verletzungspech

Mit der TGS Pforzheim kommt am Samstag ein Team, das wie der SV von Verletzungspech geplagt ist. Besonders schmerzt der Ausfall von Top-Torjäger Florian Taafel (Sehnenriss). „Aber es bleibt eine enorm schwierige Aufgabe“, sagt Weinert. Pforzheims Trainer Tobias Müller war zuletzt als Spielertrainer aktiv, bildete zusammen mit dem 36-jährigen Routinier Michal Wykosinski den TGS-Innenblock. Sollte der SV noch mal so eine Leistung wie bei Weinerts Drittliga-Trainer-Premiere gegen Leutershausen zeigen, „haben wir sicher eine gute Chance“, sagt er und hofft er auf das erfolgreiche „SV-Heimgesicht“. Auch bei seiner SV-Zweiten, die er anschließend im Saarlandliga-Duell gegen Überherrn coacht.

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