Eishockey RHEINPFALZ Plus Artikel Für die Zweibrücker „Hornets“ geht es ab jetzt in den Play-offs nur noch ums Gewinnen

Viel Grund zum Torjubel wollen die Zweibrücker „Hornets“ – wie hier im Heimspiel gegen Reutlingen Anfang Februar – auch im Play-
Viel Grund zum Torjubel wollen die Zweibrücker »Hornets« – wie hier im Heimspiel gegen Reutlingen Anfang Februar – auch im Play-off-Spiel am Sonntag wieder in der heimischen Ice-Arena haben.

Der EHC Zweibrücken startet am Sonntag in das Play-off-Viertelfinale gegen Reutlingen. Zwei Macher glauben ans Weiterkommen.

Ralf Wolf, der Trainer des EHC Zweibrücken, und Thorsten Rehfeld, der Sportliche Leiter der „Hornets“, freuen sich durchaus aus ganz unterschiedlichen Gründen auf die nun beginnenden Play-off-Spiele im Viertelfinale der Baden-Württemberg-Liga gegen Ex-Landeligist TSG Reutlingen.

Thorsten Rehfeld war für seine Verhältnisse lange nicht in der Eishalle. Von Ende Oktober bis zur Heimniederlage am 12. Januar gegen Hügelsheim hatte der Sportliche Leiter des EHC Zweibrücken kein Spiel der „Hornets“ in der Baden-Württemberg-Liga mehr live gesehen. Das hatte keinen schönen Grund: Bei Rehfeld war am 25. Oktober im Krankenhaus festgestellt worden, dass er einen Schlaganfall erlitten hat.

Berg- und Talfahrt

Jetzt, zum Ende der Meisterrunde und dem Beginn der Play-offs, ist der 54-jährige Familienvater wieder zurück in der Ice-Arena am Flugplatz. „Es geht mir sehr gut gemessen daran, was so ein Schlaganfall bei anderen ausrichten kann“, sagt er. Am Anfang habe er selbst sich noch nicht einmal die Schuhe binden können. Das geht heute wieder, auch wenn der linke Arm weiter beeinträchtigt ist. Aber nach einer Wiedereingliederung arbeitet Rehfeld seit Mitte Januar auch wieder in seinem Job als Vertriebsleiter für den Raum Rheinland-Pfalz und Saarland beim Mobilfunkanbieter Vodafone.

Thorsten Rehfeld
Thorsten Rehfeld

Der Sportliche Leiter hat damit auch die Berg- und Talfahrt seiner „Hornets“ in den letzten Matches der Meisterrunde hautnah miterlebt: die 4:7-Niederlage beim 1. CfR Pforzheim und eine Woche später den 12:2-Kantersieg beim Tabellenführer ESC Hügelsheim. „Die Leistung in Pforzheim war unvorstellbar, als hätten über Nacht alle das Schlittschuhfahren verlernt. Da kam echt alles zusammen, was nicht klappen kann“, urteilt er. Mit dem letzten Erfolg behaupteten die Zweibrücker aber Rang drei, der ihnen nun in der „Best-of-three“-Serie des Viertelfinales ein Duell mit der TSG Reutlingen beschert. Der erste Bully wird am Sonntag um 19 Uhr in der Ice-Arena gespielt. Die weiteren Spiele steigen am Freitag, 28. Februar, um 20 Uhr in Reutlingen und zwei Tage später in Zweibrücken (19 Uhr).

Hohes Tempo im Training

Auch beim Zweibrücker Trainer Ralf Wolf war der Ärger groß nach der Niederlage in Pforzheim, vor allem über die Art und Weise, wie sie zustande kam. Aber Wolf ist ein durch und durch positiv denkender Mensch. „Das war schon eine Riesenenttäuschung. Ich habe mich aber gefragt, ob ich in der Woche danach mit schlechter Laune und gesenktem Haupt ins Training kommen will“, erzählt der Trainer. Nach ein bisschen Reflexion war ihm aber klar, dass er es genau so nicht machen wollte.

„Wir haben dann gemeinsam versucht, wieder in die Spur zu finden und sind hochkonzentriert in die Trainingswoche gestartet. Und ich habe noch mal ganz deutlich gesagt, welche Erwartungen ich habe“, berichtet Wolf. Er habe gar nicht viel anders gemacht als sonst. Aber die Trainingsbeteiligung und das Tempo bei ein bisschen längeren Wegen in den Übungen seien vor dem Spiel in Hügelsheim sehr hoch gewesen.

Zwei Siege in der Runde

Das Ergebnis ist bekannt. Ein deutliches 12:2 beim Tabellenführer, bei dem die „Hornets“ die mit fast 600 Zuschauer gefüllte Halle am Baden-Airpark „leise spielten“. „Das war erstaunlich gut. Auch wenn die Hügelsheimer nicht ihren etatmäßigen Torhüter im Tor hatten“, sagt Wolf. Und ergänzt: „Wir wollten Wechsel für Wechsel Leistung bringen und haben 60 Minuten lang Gas gegeben. Die Höhe des Sieges war mir egal.“

Die Aussage unterschreibt er auch fürs erste Play-off-Viertelfinale gegen Reutlingen am Sonntag, auf das er sich nach der Top-Leistung zuletzt freut. „Da geht es nur ums Gewinnen. Und der letzte Sieg ist jetzt schon Vergangenheit. Wir müssen wieder, wie in Hügelsheim, 100 Prozent Leistung abrufen und unseren Plan erfüllen“, weiß Wolf. Denn die Reutlinger mit ihrem erfahrenen Trainer John Kraiss hätten sich sicher auch ihren Plan zurechtgelegt, wie sie in Zweibrücken was holen können. In der Meisterrunde hatten die „Hornets“ am 13. Dezember auswärts mit 7:6 nach Penaltyschießen gegen Reutlingen gewonnen, zu Hause Anfang Februar mit 5:2.

Ticketpreise leicht erhöht

Laut Thorsten Rehfeld, der fest daran glaubt, dass sich der EHC in der Serie gegen Reutlingen durchsetzt, hat der Verein die Ticketpreise für die Play-offs um einen Euro pro Preiskategorie erhöht. „Wir brauchen in den Play-offs einen vierten Schiedsrichter, der kostet allein 200 Euro“, nennt der dafür einen Grund. „Und wir haben ohnehin pro Spiel rund 650 Euro Schirikosten“, rechnet er vor. Im Internetportal sind die Karten noch etwas teurer, dafür müssten sich die Fans aber auch nicht an der Abendkasse anstellen und gegebenenfalls lange warten.

Infos

  • Tickets für die EHC-Heimspiele gibt’s im Vorverkauf bei Eventim. Tickets an der Abendkasse kosten 14,50 Euro für Erwachsene, ermäßigt 12,50 Euro für Rentner, Schüler, Azubis, Studenten und Schwerbehinderte, acht Euro für Kinder bis 14 Jahre. Im Vorverkauf bei Eventim kosten die Karten etwa zwei bis drei Euro mehr.
  • Wer Lust hat, die „Hornets“ beim Spiel in Reutlingen zu unterstützen, kann sich für die Auswärts-Busfahrt anmelden. Kosten: 22,50 Euro pro Person, Abfahrt 16 bis 16.30 Uhr am 28. Februar an der Eishalle, Anmeldung, möglichst per Whatsapp, bei Celina Siebert unter 0151 59188250.
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