Schwimmen
Für die Michael Raje und Lukas Fritzke kommt nach Wuppertal gleich Rotterdam
Die Zweibrücker Schwimmer Michael Raje und Lukas Fritzke, beide Jahrgang 2006, dürfen sich nach ihrer erfolgreichen Kurzbahn-DM vergangene Woche in Wuppertal gleich auf das nächste Großereignis freuen: Bundestrainer Hannes Vitense hat sie zum Wettkampf mit der Nationalmannschaft vom 30. November bis 1. Dezember in Rotterdam eingeladen.
Zumindest für Michael Raje ist es der erste Einsatz im Nationalteam außerhalb der Jugend. „Das kam ein bisschen überraschend“, sagt sein Heimtrainer Thomas Schappe von den Wassersportfreunden (Wsf) Zweibrücken zum Termin in den Niederlanden. Am kommenden Montag sei sein Schützling schon bei einem Lehrgang in Essen, ab Donnerstag dann in Rotterdam im Einsatz. „Wir müssen jetzt schauen, dass wir seine gute Form da rüberkriegen“, sagt der 49-jährige Lehrer am Pirmasenser Hugo-Ball-Gymnasium. Ein bis zwei Tage gehe Raje es jetzt etwas ruhiger an, dann werde wieder Gas gegeben im Training.
Gutes Trainingslager im Herbst auf Mallorca
Das Gas geben hat augenscheinlich auch im Vorfeld der Kurzbahn-DM gut geklappt. „Wir hatten in den Herbstferien noch mal ein gutes Trainingslager auf Mallorca, wo Michael intensiv mit meiner Frau Melissa trainiert hat“, berichtet Schappe. Insofern seien die guten Zeiten des Schülers der zwölften Klasse des Helmholtz-Gymnasiums (Leistungsfächer Erdkunde, Englisch, Chemie) nicht von ungefähr gekommen. „Aber dass er dort so explodiert, hat mich dann doch positiv überrascht“, sagt der Wsf-Trainer. Vielschwimmer Raje bot in Wuppertal auf allen Lagen Bestzeiten, konnte sich meist auch vom Vorlauf zum Finale noch mal erheblich steigern.
Wie beim Titelgewinn in der JEM-Wertung über 100 Meter Freistil: Da schlug er im Vorlauf in 49,91 Sekunden an, im Finale stoppe die Zeitmessung für ihn bei starken 49,28 Sekunden. „Der Vorlauf morgens war schon gut, die 100 Meter verzeihen aber auch keinen Fehler. Im Finale haben meine Freunde und ich uns gegenseitig zu den guten Zeiten getrieben“, sagt Raje, „sehr cool, ich hab’ mich natürlich riesig gefreut.“ Dazu kamen zwei zweite Plätze über 50 Meter Brust (28,19 Sekunden) und über 100 Meter Lagen (55,85). Mit zwei Bronzemedaillen über 50 (24,69) und 100 Meter Delfin (53,98) machte Raje seinen Medaillensatz komplett.
Zweimal Silber für Fritzke
Sein Zweibrücker Vereinskollege Lukas Fritzke, der in Saarbrücken an der Sportschule lebt und trainiert und das Rotenbühl-Gymnasiums besucht (Leistungsfächer Sport und Englisch) hat sich in Wuppertal auf den längeren Freistilstrecken gut präsentiert. Fritzke holte über 800 Meter Freistil in der JEM-Wertung (8:03,47 Minuten) ebenso Silber wie über die 200 Meter (1:48,57).
Der dritte Zweibrücker Schwimmen im Bunde war Leo Ilias Baumann. „Über 400 Meter Schmetterling ist er leider disqualifiziert worden, weil er nach der Wende zu viele Delfinkicks hatte“, berichtet Thomas Schappe. „Aber Leo war ja als Schwimmer des Jahrgangs 2008 einer der jüngeren Jahrgänge“, schränkte Schappe ein. Dafür habe er sich besonders mit dem vierten Platz über 200 Meter Freistil (1:50,72 Minuten) und dem fünften Rang über 200 Meter Lagen (2:07,60) in der JEM-Wertung sehr ordentlich verkauft.
Raje und Fritzke, die in diesem Sommer bereits beide für Deutschland bei den Junioren-Europameisterschaften im serbischen Belgrad gestartet waren, stehen nun quasi auch beim ersten Langbahn-Wettkampf der Saison in Rotterdam wieder gemeinsam auf den Startblöcken. „Wir beide sind inzwischen auch in den Perspektivkader des Deutschen Schwimm-Verbandes aufgestiegen“, sagt Michael Raje noch.