Zweibrücken „Erwarten schwere Umsatzeinbußen“

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Der Zugang zu den Zimmern über die Balkons und der amerikanische Baustil haben Heike Kölsch gleich fasziniert. Mit ihrem Mann Thomas kaufte sie eine ehemalige Pilotenunterkunft auf dem Flughafen-Gelände und eröffnete dort 2012 das Apparthotel Europa. Das Gebäude wurde renoviert und bekam eine Photovoltaik-Anlage. Nun müssen die Besitzer allerdings Umsatzeinbußen befürchten aufgrund der bevorstehenden Schließung des Zweibrücker Flughafens.

Die 50 Zimmer des Apparthotels sind allesamt Doppelzimmer. „Einzelzimmer rentieren sich nicht“, sagt Heike Kölsch. Die Gäste möchten Platz haben. Auch wer alleine komme, möchte lieber ein größeres Zimmer haben, besagt die Erfahrung der Geschäftsführerin. Die meisten ihrer Unterkünfte seien Appartments mit einem Wohn- und einem Schlafzimmer sowie einem Bad. „Daher kommt der Name Apparthotel, weil es ein Hotel mit vielen Appartments ist“, sagt Kölsch. Alle Zimmer, auch die im Obergeschoss, sind über Außenbalkone zu erreichen. „Das ist ein typisch amerikanischer Baustil, und das hat mich von Anfang an fasziniert“, sagt die gebürtige Pirmasenserin. Unter anderem stehen den Gästen zwei Wasserbetten zur Verfügung. Vor der Eröffnung im Jahr 2012 renovierte das Betreiberpaar das ganze Gebäude: „Wir haben eine moderne Heizungsanlage, eine Photovoltaikanlage auf dem Dach und dreifach verglaste Fenster“, so Kölsch. Das sei notwendig wegen der Nähe zum Flughafen. Ein Restaurant gibt es nicht, nur Frühstück wird angeboten. Das entspreche dem Reiseverhalten der Gäste, hauptsächlich Handelsreisende und Geschäftsleute. Auch Piloten und Flugbegleiter verbringen laut Kölsch gerade im Winter oft mehrere Tage im Hotel Europa, bevor der nächste Flug geht. „An der Schließung des Flughafens hängt eine ganze Menge dran“, sagt Kölsch. Denn nicht nur Reisende, die direkt mit dem Flughafen zu tun haben, übernachteten im Apparthotel. Auch die Mitarbeiter der Firmen in der Umgebung nutzten das Hotel oft, wenn sie in der Zweibrücker Filiale zu tun haben. „Jetzt kommt es darauf an, wie die Firmen reagieren“, sprich, ob die Betriebe bestehenbleiben und weiterhin Mitarbeiter aus entfernten Zweigstellen anreisen. „Wir erwarten auf jeden Fall Umsatzeinbußen, vielleicht 30 , vielleicht aber auch 50 Prozent“, so die Geschäftsführerin. Für 2014 habe man eine Belegungsquote von 70 Prozent errechnet. „Der August hat’s rausgerissen, da hatten wir viel Betrieb“, sagt Kölsch. Dafür sorge unter anderem eine Kooperation mit der Eissporthalle.: Das Apparthotel stellte Zimmer für die Gäste der Eishalle zu günstigen Preisen zur Verfügung. Außerdem seien die verkaufsoffenen Sonntage in den Style Outlets gut fürs Geschäft. Sowohl Outlet-Kunden als auch Manager der einzelnen Läden im Outlet machten im Apparthotel halt. In den meisten Monaten ist das Hotel laut Geschäftsführerin zur Hälfte belegt. Unter der Woche sei ein großer Teil der Zimmer vermietet, aber am Wochenende stünden die Räume nur allzu oft leer. Elf Mitarbeiter beschäftigt das Apparthotel, drei davon in Vollzeit. Hinzu kommen vier Teilzeitkräfte, ein Auszubildender und drei geringfügig Beschäftigte. „Wir kommen über die Runden“, sagt Kölsch. Als sie erzählt, wie das Ehepaar mit einem Hotel in Zweibrücken gelandet ist, muss sie lachen: „Wir haben praktisch als Tellerwäscher angefangen.“ Genauer gesagt mit einem Imbissstand in Kaiserslautern. Später hätten sie ein kleines Bistro geführt, danach das Hotel „Zur Post“ in Hinterweidenthal – das weichen musste, als die B10 ausgebaut wurde. „Das war hart. Ich hatte mir nicht vorgestellt, dass ich mit 40 Jahren noch mal neu anfangen muss.“ Mit vielen Gästen des Apparthotels in Zweibrücken verbinde sie Freundschaften: „Zum Beispiel hatten wir immer wieder Fahrlehrer von der Bundeswehr hier. Die haben bei uns auch ihren Abschied aus der Bundeswehr gefeiert. Jetzt im Oktober kommt uns mal wieder jemand mit seiner Familie besuchen. Die übernachten in unserem Hotel und bummeln dann durchs Outlet.“ (Fotos: Archiv, Laborenz)

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