Fußball RHEINPFALZ Plus Artikel Eric Höh: Gefühlsmensch mit Top-Strafraumbeherrschung

 TSC-Keeper Eric Höh zeigt beim Eckball Präsenz im Strafraum, vor ihm der Zweibrücker Abwehrspieler Sebastian Schmitt.
TSC-Keeper Eric Höh zeigt beim Eckball Präsenz im Strafraum, vor ihm der Zweibrücker Abwehrspieler Sebastian Schmitt.

Seit Sommer hütet Eric Höh den Kasten beim TSC Zweibrücken in der Landesliga. Er erzählt, welch bekannten Bruder er hat und wie er sein eigenes Torwartspiel sieht.

„Mir war es wichtig, den Spaß und die Freude zum Fußball wiederzubekommen, regelmäßig zu spielen. Das brauchte ich“, begründet der 25-jährige Gefühlsmensch Eric Höh seinen Wechselschritt vom FSV Jägersburg aus der Saarlandliga an den Wattweiler Berg. Vorab hatte sich der Torwächter bei seinem früheren Mannschaftskollegen Max Leyes über den Club aus Bubenhausen informiert. Und der habe nichts Falsches erzählt. „Ich wurde prima aufgenommen, die Mitspieler haben mir die Integration einfach gemacht. Das Gefüge stimmt bei uns, aber auch die Vereinsleute und Gegebenheiten drumherum stimmen“, sagt Höh.

Allerdings wurde seine Anfangszeit beim TSC von einem Dämpfer begleitet. Erst achtmal konnte er mitwirken. „Die Verletzung am Meniskus war blöd. Gerade nach dem Wechsel, wenn du direkt erstmal raus bist.“ Mittlerweile hat sich der gebürtige Homburger, der in Schönenberg-Kübelberg aufgewachsen ist und mit seiner Freundin und dem gemeinsamen Hund in Kaiserslautern wohnt, wieder zum Stammkeeper herangekämpft.

Keeper Höh geht beim Thema TSC-Aufstieg voll mit

Herankämpfen ist auch das Stichwort für den Club. Am Sonntag (14.45 Uhr) kommt der Drittplatzierte SV Rodenbach in den TSC-Sportpark – zu einem Spitzenspiel der Landesliga. „Die Rodenbacher sind spielerisch sehr gut. Die spielen, wie wir, etwas unter den Erwartungen vom Saisonstart. Es wird wahrscheinlich eines der schwierigsten Spiele für uns, aber ein Highlight“, weiß Eric Höh um das Potenzial der Gäste. Die offensiven Worte der TSC-Vereinsverantwortlichen, selbst um den Aufstieg mitzuspielen, sind ihm nicht verborgen geblieben. „Mit den Aussagen gehe ich mit“, stellt er klar, „das Spielerpotenzial haben wir. Wir wollen höher kommen, das ist das Mannschaftsziel. Und das werden wir am Sonntag wieder verfolgen.“ Schließlich beträgt der Rückstand auf Tabellenführer TuS Steinbach vor dem letzten Spiel des Jahres derzeit nur fünf Punkte, auf Rodenbach gar nur einen. Die Landesliga ist so ausgeglichen wie selten.

Woran es beim TSC ein wenig krankt, das weiß der Bauingenieur, der aktuell seine Master-Arbeit schreibt, genau: „In der Rückrunde dürfen wir auswärts nicht mehr so viele Punkte liegen lassen.“ Im eigenen Sportpark haben die TSC-Kicker dagegen noch keins der acht Spiele verloren (ein Unentschieden), die weiße Weste soll nach dem Schlusspfiff am Sonntag weiter Bestand haben. Wenn die dazu hinten die Null steht, umso besser.

Bruder Sven ist Torwarttrainer beim Hamburger SV

Beim Namen „Höh“ klingelt’s womöglich bei einigen Zweibrückern Fußballkennern? Richtig! Beim SVN gab es zu Oberliga-Zeiten einen Torwart und späteren Torwarttrainer mit dem gleichen Nachnamen. Sven ist der ältere Bruder von Eric Höh. Jener stieg nach dem Weggang vom SVN erst als Torwartkoordinator im Nachwuchsleistungszentrum des 1. FC Kaiserslautern ein. Seit 2021 trainiert Sven Höh die Torleute beim FCK-Konkurrenten Hamburger SV in der Zweiten Bundesliga. Anfänglich hat Eric Höh auch mal unter seinem 14 Jahre älteren Bruder trainiert. Mit zunehmendem Alter wurde das aber weniger, die gestiegenen beruflichen Aufgaben Svens ließen das irgendwann nicht mehr zu. Eric Höh begann mit vier Jahren beim TuS Schönenberg, und zwar direkt im Tor.

Er hat gelernt, sich selbst zu reflektieren. „Ich bin ein Allrounder, mit 1,85 Metern nicht der Größte, weiß aber den Vorteil zu nutzen, dass du als Torwart die Arme benutzen darfst.“ Bei seiner Art der Strafraumbeherrschung müssen die Mit- und Gegenspieler schon mal zurückziehen, wenn er mit voller Wucht angeflogen kommt. Sicheres Abfangen oder Wegfausten von hohen Bällen sowie den Ball mal aus dem Winkel kratzen wie gegen Kirn vor ein paar Wochen, sicherten seinem Verein schon viele Punkte.

Höh-Credo: den Ball verteidigen, nicht den Stürmer

Blindes Drauflaufen auf den Stürmer ist indes nicht sein Lösungsansatz. „Ich bin Torwart und muss den Ball verteidigen, nicht den Stürmer“, benennt er ein wichtiges Kriterium. Darum behält er den ballführenden Gegenspieler genau im Fokus, wenn dieser in den torgefährlichen Raum kommt. „Du musst erkennen, ob er abschließt oder dich umlaufen möchte. Dann gehst du mit, anstatt hereinzuspringen.“ Ein gutes Auge für die Situation und Timing seien wichtig. Das vermittelt er auch seinen Schützlingen, die er selbst in einer Lauterer Torwartschule regelmäßig anleitet.

Weiter spielen

Landesliga West: u.a. FSV Blau-Weiss Idar-Oberstein - SG Rieschweiler (Sonntag, 14.30 Uhr)

Bezirksliga Westpfalz: u.a. SV Battweiler - Spvgg Waldfischbach-Burgalben, SV Palatia Contwig - SG Rockenhausen/Dörnbach (beide Sonntag, 15 Uhr), VB Zweibrücken - SG Oberarnbach/Ob.-Ki./Bann (So, 16).

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