Zweibrücken RHEINPFALZ Plus Artikel Ein kleines grünes Paradies mitten in der Stadt – und jeder darf mitmachen

Die Zweibrücker Stadtgärtnerinnen bewirtschaften in der Gabelsbergerstraße einen Innenstadtgarten (von links): Ina Stenger, Yann
Die Zweibrücker Stadtgärtnerinnen bewirtschaften in der Gabelsbergerstraße einen Innenstadtgarten (von links): Ina Stenger, Yanna Lorang mit Tochter Maria, Annika Mieger und Marcel Wienands.

Urbanes Gärtnern haben sich Yanna Lorang, Ina Stenger und andere meist junge Leute zur Aufgabe gemacht. Seit Februar haben sie mit ihrem Verein Brückengärten das Grundstück hinter dem ehemaligen Kindergarten in der Gabelsbergerstraße gepachtet. Sie wollen aus dem ehemaligen Kindergartenhof ein kleines grünes Paradies mitten in der Stadt machen. Helfen darf jeder.

Ina Stenger und Yanna Lorang sind keine Unbekannten in Zweibrücken. Die beiden jungen Frauen Anfang 30 sind Gründerinnen der „Grünen Brücke“ und haben im Herbst 2020 ihr erstes Projekt in Zweibrücken gegründet, eine Foodsharing-Gruppe – eine Gruppe, die sich dafür einsetzt, Nahrungsmittel lieber zu teilen als wegzuwerfen. Dieses Projekt wurde zum Selbstläufer, sagen beide übereinstimmend, weshalb sie den nächsten Schritt machten.

„Wir wollen mit unserem Gärtchen einen Begegnungsort schaffen für Menschen die sich gegen den Klimawandel engagieren wollen sowie gegen Ressourcenverschwendung und Entfremdung“, sagt Ina Stenger. Die Grundschullehrerin, die in Zweibrücken wohnt und in Homburg unterrichtet, und die schon länger mit ihrer Freundin Yanna Lorang in etlichen Zweibrücker Institutionen wie „ZW vernetzt“ und der evangelischen Jugendzentrale zusammenarbeitet, hat sich mit dem Gärtchen auf rund 400 Quadratmetern einen kleinen Traum erfüllt.

Früher war hier ein Kindergarten

Wo früher Kinder im Kindergarten mit dem Bobby-Car herumgeflitzt sind, flitzen jetzt wieder Kinder mit dem Bobby-Car herum. Und zwar die von Ina Stenger und Yanna Lorang. Etliche Gummifliesen im Hofinnern sollen daher erst mal so bleiben, wie sie sind, auch die kleine Spielbrücke mit dem Tunnel darf bleiben. Den Bäumen und Sträuchern, die im Lauf der vielen Jahre ohne Nutzung wild wucherten, ging es allerdings schon an den Kragen. Zusammen mit weiteren Vereinsmitgliedern und Helfern haben die Stadtgärtnerinnen gelichtet und zurückgeschnitten, aus einer alten Badewanne ein Hochbeet gemacht und nicht nur bepflanzt, sondern auch nett bemalt mit bunten Motiven wie Bienen, einer Sonne und Blumen.

Mit ihrem Engagement haben die beiden jungen Frauen schnell Mitstreiter gewonnen. Marcel Wienands ist 28 Jahre und aus Hornbach. Auch er packt regelmäßig mit an, meist einmal in der Woche, wenn es etwas zu tun gibt im Stadtgarten. Auch Annika Mieger aus Gersheim hat sich anstecken lassen vom Tatendrang der Stadtgartengruppe. „Das ist eine kleine Oase mitten in der Stadt, in der man sich treffen kann“, schwärmt die junge Mutter. Auch die Kinder sind begeistert vom Garten und vom Gärtnern. Yanna Lorang wohnt in einer Mietwohnung ohne eigenen Garten und genießt die Arbeitseinsätze in der Gabelsbergerstraße genauso wie ihre dreijährige Tochter Maria, die herzhaft im Sandkasten spielen darf und sich brennend interessiert für alles, was so im Garten passiert.

Auch Freigänger aus dem Gefängnis helfen

Unterstützung hat der junge Verein auch von Freigängern des Zweibrücker Gefängnisses. Die machen meist die schweren Arbeiten, für die ein starker Mann gefragt ist. Auch sie sind dankbar, dass die evangelisch-methodistische Kirchengemeinde das rundum geschützte Grundstück verpachtet hat, nachdem laut Ina Stenger „von den meist älteren Kirchengliedern kaum noch welche willens oder in der Lage waren, den Garten auf Dauer zu pflegen“. Unterstützung kommt auch vom „Palzfranzos“, dem Zweibrücker Michael Wack. Der betreibt im ehemaligen Kindergartengebäude seine Trommelschule Tamtam und stellt den Vereinsmitgliedern kostenlos seine Toilette zur Verfügung. Was nicht nur mit kleinen Kindern eine sprichwörtliche Erleichterung sein kann.

„Der offiziell erste Zweibrücker Gemeinschaftsgarten“, sagt Yanna Lorang, „kann allerdings noch Helfer vertragen“. Daher hat sich der Verein Die grüne Brücke vergangenen Samstag auch am Aktionswochenende Stadtgrün beteiligt und zum Tag der offenen Gartentür eingeladen. Von morgens bis zum Nachmittag haben sie dabei kurze Führungen gemacht, ihr Projekt und ihre Ziele erklärt und neben einer Pflanzentausch- und -verschenkbörse, Musik und klimaneutralen Leckereien sich Zeit genommen, um mit den über 100 Besuchern und Besucherinnen ins Gespräch zu kommen und sich kennenzulernen. Der Südwestrundfunk hat am Samstag auch einen kleinen Film gedreht, der am 28. September um 18.15 Uhr im dritten Programm gezeigt wird.

Info

Wer mithelfen möchte, kann sich per Mail bei Ina Stenger melden (diegruenebruecke.zw@web.de sowie ina.stenger@gmail.com) oder über Facebook Kontakt aufnehmen. Weil die Vereinsmitglieder derzeit eher unregelmäßig im Garten sind, kann man nicht ohne Anmeldung vorbeikommen.

Die Zweibrücker Stadtgärtnerinnen bewirtschaften in der Gabelsbergerstraße einen Innenstadtgarten (von links): Ina Stenger, Yann
Die Zweibrücker Stadtgärtnerinnen bewirtschaften in der Gabelsbergerstraße einen Innenstadtgarten (von links): Ina Stenger, Yanna Lorang mit Tochter Maria, Annika Mieger und Marcel Wienands.
Die Zweibrücker Stadtgärtnerinnen bewirtschaften in der Gabelsbergerstraße einen Innenstadtgarten (von links): Ina Stenger, Yann
Die Zweibrücker Stadtgärtnerinnen bewirtschaften in der Gabelsbergerstraße einen Innenstadtgarten (von links): Ina Stenger, Yanna Lorang mit Tochter Maria, Annika Mieger und Marcel Wienands.
Die Zweibrücker Stadtgärtnerinnen bewirtschaften in der Gabelsbergerstraße einen Innenstadtgarten (von links): Ina Stenger, Yann
Die Zweibrücker Stadtgärtnerinnen bewirtschaften in der Gabelsbergerstraße einen Innenstadtgarten (von links): Ina Stenger, Yanna Lorang mit Tochter Maria, Annika Mieger und Marcel Wienands.
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