Golf
EGW-Golfer kämpfen um Klassenverbleib
Es war mal wieder eine Leistung der Herren des Ersten Golfclubs Westpfalz (EGW), die überraschte. Allerdings nicht im positiven Sinn. Denn bei schwierigen Wetterverhältnissen kamen sie an ihrem Heimspieltag auf dem eigenen Par 72-Platz am Hitscherhof nicht über einen vierten Platz hinaus. EGW-Top-Spieler Christian Fritsch spielte solide und zeigte phasenweise sein ganzes Können.
„Es sind viele Zufälle zusammengekommen, dass Christian Fritsch bei uns spielt“, erzählt EGW-Sportkoordinator Felix Wiese, der in den vergangenen Wochen immer wieder ins Schwärmen kommt, wenn der zur Saison 2024 nach Rieschweiler-Mühlbach gewechselte Spieler auftrumpfte. Ein Beispiel dafür zeigt sich am Sonntag an Loch 3. Auf dem Par 3 spielt Fritsch seinen Abschlag bei starkem Wind auf das Grün. „Da hatte er schon ein wenig Glück, dass er das Grün noch erreicht hat. Es ist total schwer, bei diesem Wetter die Schlaglänge einzuschätzen“, findet Wiese. Der Wind zieht den Spielern am dritten Loch seitlich von hinten in die Golfklamotten. „Wenn der Wind nachlässt, kann es sein, dass Ball dann auch mal zu kurz oder zu lang wird“, stellt Wiese fest.
Beim Schlag von Fritsch passt aber alles. Zehn Meter vor dem Loch liegt der Ball, den er fast mit dem nächsten Schlag schon ins Ziel bringt. Neben dem Wind ist es auch die Nässe, die den EGW-Golfern am Heimspieltag mächtig zu schaffen macht. „Das Wetter ist einfach ein Riesenfaktor, ich glaube hier heute nicht an Traumergebnisse“, sagt Wiese, der das Golfcar wegen des Wassers geräuschvoll über das Grün steuert.
Top 200 in Deutschland
Der 38-jährige Fritsch kämpft derweil trotzdem um ein Top-Ergebnis. Am Ende landet der in Kirrberg wohnende Technische Leiter mit einem Ergebnis von sechs Schlägen über Par aber doch nicht ganz so weit vorne wie erwartet. Sein Klubkamerad David Janich ist mit 77 Schlägen noch einen Schlag besser. Familienvater Fritsch, dessen Bruder Florian Golfprofi war und Kommentator beim Bezahlsender Sky ist, spielte früher sogar in der 1. Golf-Bundesliga. „Es ist schon etwas Besonderes, einen Spieler wie Christian bei uns zu haben“, sagt Wiese.
Christian Fritsch selbst hat keinen Versuch unternommen, Golfprofi zu werden. „Es war auch eine Sache der Finanzierung. Golfprofi zu sein, ist sehr teuer. Da kommen neben den Trainerkosten auch die Aufwendungen für die Reisen dazu. Ich habe zu den 200 besten Golfern in Deutschland gehört. Aber um da ganz vorne mitzuspielen, wäre es noch mal ein Riesensprung gewesen“, sagt er. Bereits mit 15 Jahren qualifizierte sich der gebürtige Münchener für die deutschen Meisterschaften im Golf. „Ich war dann vier Jahre hintereinander bei den Deutschen dabei, gehörte zu den Top Ten bei den Jugendlichen in Deutschland“, sagt Fritsch, der auch nordbadischer und baden-württembergischer Meister wurde sowie später nationaler Hochschulmeister.
Wenig Zeit für Sport
„Ich hatte in den letzten Jahren wenig Zeit für den Sport. Wir sind von Heidelberg nach Kirrberg umgezogen. Da stand die Familie im Vordergrund“, sagt er. Zuvor spielte Fritsch von 2007 bis 2012 in Mannheim, von 2013 bis 2022 in Heidelberg-Lobenfeld. In der Neckarstadt stieg er von der Gruppenliga, der untersten Klasse, bis in die 2. Bundesliga auf. Anschließend trat er noch kurzzeitig für Wiesloch an. Seine ersten Schritte im Golf machte er im Golfclub Pfaffing Wasserburger Land.
„Ich bin zum EGW gewechselt, weil ich Lucas Baron gut gekannt habe. Er war damals Kapitän. Zudem ist die Anlage beim EGW hervorragend, da wird viel gemacht. Ich arbeite von Montag bis Freitag. Ich bin froh, dass mich meine Frau so toll unterstützt“, sagt Fritsch zu seiner beruflichen und sportlichen Auslastung.
In der Tabelle abgerutscht
„Der vorletzte Platz war so gar nicht das, was für uns für das Heimspiel vorgenommen hatten. Ich muss die Jungs in Schutz nehmen, es war wegen dem Wind nicht einfach zu spielen“, zieht Felix Wiese sein Fazit. Er verweist dabei auf verschiedene Spots an den Löchern, wenn es mal Rückenwind gab, wenige Minuten später aber wieder Gegenwind. So rutschten die Herren des EGW auf den Abstiegsplatz und müssen um den Klassenverbleib in der Landesliga Mitte 6 bangen. „Es bleibt spannender, als wir uns das erwünscht hätten. Es geht nur noch um den Klassenverbleib“, sagt Wiese vor den zwei noch ausstehenden Spieltagen.
So spielten sie
Landesliga Mitte 6: 1. GC Kurpfalz 42 Schläge über Par, 2. GC Mannheim-Viernheim 45, 3. GC Bostalsee 51, 4. Erster Golfclub Westpfalz 64 (David Janich 77, Christian Fritsch 78, Christian Baeck 79, Falk Ivanov 82, Volker Wadle 84, Lucas Baron 84, Florian Sties 84, Sander Knapp 84) 5. GC Katharinenhof 66.
Tabelle: 1. GC Mannheim-Viernheim 14 Punkte, 2. GC Bostalsee 10, 3. GC Kurpfalz 10, 4. Erster Golfclub Westpfalz 7, 5. GC Katharinenhof 4.