Pferdesport
Ebbe-Flut-System macht Reiten zum Genuss
Mit 420 Nennungen war das Herbst-Springturnier des Clubs Saar-Pfälzischer Springreiter am Wochenende gut ausgelastet, die Organisatoren sehr zufrieden. Insgesamt zwölf Prüfungen standen an zwei Tagen an, wobei eine wegen der vielen Starter verschoben werden musste auf Sonntag. Eine technische Besonderheit im Landgestüt, mit der nur Eingeweihte etwas anzufangen wissen, machte das Reiten auf dem Turnierplatz und in der Halle für die Teilnehmer zum wetterunabhängigen Genuss: Das sogenannte Ebbe-Flut-System.
Das Ebbe-Flut-System
Doch was ist das genau, ein Ebbe-Flut-System? Olaf Läpple, zweiter Vorsitzender des ausrichtenden Clubs Saar-Pfälzischer Springreiter, erklärt es folgendermaßen: „Sowohl der Turnierplatz als auch beiden Hallen, die große Halle und die Abreithalle des Zweibrücker Landgestüts, verfügen über ein Ebbe-Flut-System. Das heißt, der Sandplatz liegt in einer Wanne, in der der Wasserspiegel von außen reduziert oder angehoben wird. Das bedeutet, man kann bei trockenem Wetter das Wasser hochfahren, und bei Regen den Wasserspiegel absenken. Das heißt, man hat immer die gleichen guten Bedingungen zum Reiten und die Pferde können sich optimal auf dem Boden bewegen.“ Laut Läpple, dessen Verein seit Jahren neben anderen Standorten regelmäßig Turniere im Zweibrücker Landgestüt veranstaltet, ein riesiger Vorteil für alle Teilnehmer.
Den gebe es nicht umsonst, die Turniere des Clubs kosteten selbigen schon ein wenig Geld, doch das lohne sich, so Läpple, der daneben noch Vorsitzender des Trabrenn- und Reitvereins im saarländischen Heiligenwald ist. Auch dort war eines der diesjährigen Turniere des Clubs. Dennoch werde man am Standort Zweibrücken im eigenen Turnierplan, alleine schon wegen des Ebbe-Flut-Systems, festhalten. Damit verhindert man staubige Reitplätze und Pfützen gleichermaßen.
Wenig Konkurrenz
Große Konkurrenzveranstaltungen gab es am Wochenende nicht, lediglich in Luxemburg wurde zu einem Springturnier eingeladen, weshalb die Luxemburger Reiter diesmal passen mussten und die Starterlisten voll waren mit nahezu ausschließlich Reitern und Reiterinnen aus dem Saarland und Rheinland-Pfalz. „Wir sind sehr zufrieden mit den Nennungszahlen. Wir haben Top-Bedingungen hier auf der Reitanlage und tolles Wetter“, freute sich Läpple am Samstag bei schönster Herbstsonne.
Auch den Reitern selbst machten Wetter und das Drumherum sichtlich Spaß. So auch Clubmitglied und -vorsitzender Steffen Hauter vom Großsteinhauser Hof, der im Klasse M*-Springen mit seinen Pferden Kassandra und Carrera den zweiten und dritten Platz belegte, nach der Siegerin Franziska Hitzler vom TRV Heiligenwald.
Meldestelle gesucht
Nur die Meldestelle musste der ein oder die andere suchen. Denn die war nicht mehr am bekannten Ort gegenüber der Längsseite im großen Landgestütgebäude, hinter der schweren und dunklen Eichentür, sondern war umgezogen in einen Raum in der Abreithalle, zwar ausgeschildert, aber dennoch gut versteckt. Marina Muthweiler vom gleichnamigen Turnierservice fand es dort hinter einer Art Schalter sogar besser, „wenn es mal fertig ist“. Nach ihren Angaben stand der früher genutzte Raum nicht mehr zur Verfügung, weil er wohl vom Landgestüt vermietet wurde.