Zweibrücken „E Schlidde fer all minonner“

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In armen Zeiten wurde Günter Haßler groß. Da reichte schon ein Schlitten für alle Brüder, um an Weihnachten eine glückliche Bescherung zu erleben.

Günter Haßler lebt im Contwiger Haus Sarepta. Der 75-Jährige ist aber in Ludwigshafen aufgewachsen. Wie kam man denn damals von dort in unsere Region? „Ich war uff Montaasch. Unn do sinn mer owends in e Wertschaft nin gang. Unn do is so e jung Mäde umhergeloff. Unn da hab ich gsaad: Du gebsch mei Fraa.“ Zwei Jahre später heiratete das Paar. Bis dahin führte der heutige Contwiger eine Fernbeziehung. Für die Deutsche Bahn hat er Gleise gelegt. Zehn Tage nach der ersten Begegnung mit seiner späteren Gattin musste er wieder fort. Aber: „Samschtaas, wenn ich mo frei gehatt hann, bin ich mim Moped do ruff gfahr. Ich hab e scheener Job gehatt unn guut Geld verdient. Mir hann in Dellfeld gwohnt unn hann vier Kinner kriet. Mir ware 48 Joor verheirat, minonner. Unn dann is sie gschtorb.“ Das Schönste an Weihnachten sei für ihn gewesen, als die Kinder noch klein waren, „unn sie hann sich gfreet uff ihre Geschenke. Des war ja es wichtigschte bei de Kinner.“ Günter Haßlers Töchter und Söhne bekamen damals die klassischen Sachen: Eisenbahnen, Autorennbahnen und Puppen. „Und der Vatter hat mitgschpielt. Fer dess hab ich’s jo gkaaf. Mei schennstes Weihnachtsgeschenk – als Kind – des war unner uns Briider. Mir warn sechs Buuwe und e Määde. Unn do hot uns unser Vadder, wie er nom Krieg häämkumme isch, e Schlidde gbaut. Fer all minonner druff. Do hemm mir uns gfreet“, berichtet Haßler. „Aber des is all abgeflaut“, sagt der Witwer über das heutige Familienweihnachten. Wobei seine eigenen Kinder einen Teil der Geschenke von damals immer noch in Ehren halten. Was wünscht sich Haßler für den kommenden Heiligabend? „Mei eenzigschter Wunsch wär, dass ich widda laafe kennt.“ |thof

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