Zweibrücken Durch Bliesgau, Pfalz und Lothringen

Gersheim. Am langen Fronleichnam-Wochenende rollt die 28. Ausgabe der Trofeo Karlsberg, ein Junioren-Radrennen der renommierten Serie des UCI Nations’ Cup, durch den Bliesgau. Vom 5. bis 7. Juni stehen für 16 Nationalteams der Jahrgänge 1997/98 drei harte Tage mit vier Rennen über insgesamt 276 Kilometer auf dem Programm. Objekte der Begierde sind die fünf Trikots in Gelb (Gesamtsieger), Gepunktet (Sieger Bergwertung), Grün (Sprintbester), Blau (bestes Team) und Rot (bester Fahrer des jüngeren Jahrgangs).
Udo Sprenger, Vizepräsident des Bundes Deutscher Radfahrer (BDR), verdeutlichte bei der gestrigen Vorstellung der Etappen und Streckenprofile in Gersheim, wie wichtig aus BDR-Sicht das einzige UCI-Rennen für Junioren auf deutschem Boden ist. Im vergangenen Juni hatten sich zwei Deutsche im Bliesgau die entscheidende Wettkampfhärte angeeignet, die sie im September im spanischen Ponferrada ganz nach vorne spülte: Die beiden deutschen Nationalfahrer Lennard Kämna (Zeitfahren) und Jonas Bokeloh (Straßenfahren) wurden dort beide Junioren-Weltmeister. Wie die Ahnentafel beweist, haben bei der Trofeo viele spätere internationale Top-Fahrer (wie der US-Amerikaner Bobby Julich) und auch Deutsche in jungen Jahren in die Pedale getreten. Einen davon traf Trofeo-Rennleiter Albert Müller aus Contwig am vergangenen Wochenende in Frankfurt: John Degenkolb. Der 26-jährige Profi der deutschen Giant-Alpecin-Mannschaft war Top-Favorit für das Rennen „Rund um den Finanzplatz Eschborn-Frankfurt“, das letztlich wegen einer Terrorwarnung abgesagt wurde. Das Wiedersehen mit dem 2015-Sieger von Mailand-San Remo und Paris-Roubaix sei nett gewesen, sagte Müller. Und wie meinte Gersheims Bürgermeister Alexander Rubeck gestern bei der Begrüßung Augen zwinkernd: „Da hinten sitzt Albert Müller. Der ist mir der liebste Pfälzer, den ich kenne.“ Kein Wunder also, dass die Trofeo-Rundfahrt auch 2015 durch die Pfalz führt. Bei der dritten Etappe am zweiten Tag fährt das Peloton von Homburg über Kirrberg viermal durch Mörsbach und Käshofen, bevor es am Homburger Christian-Weber-Platz durchs Ziel geht. Davor haben die Junioren schon die erste harte Etappe durch den Bliesgau in den Knochen, die in Teilen erstmals sogar durchs französische Lothringen führt. Und es allein schon mit dem Anstieg von Oberwürzbach nach Ommersheim in sich hat („18 bis 19 Prozent, sehr knackig“, sagte dazu Olympia-Sieger und Ex-Weltmeister Andreas Walzer, der die Etappen im einzelnen vorstellte). „Da sind viele Rennaktionen zu erwarten“, so Walzer. An Tag zwei müssen die Fahrer früh raus, das Zeitfahren bei Peppenkum startet um 8.30 Uhr. Den Abschluss bilden sonntags die fünf Runden rund um Gersheim. Das bedeutet auch wieder viel Arbeit für die laut Müller rund 400 bis 500 Helfer an der Strecke. Dass das Finden solcher Helfer nicht einfach ist, zeigte vor Jahren bereits der Ausstieg der Gemeinde Mandelbachtal. Großrosseln und Völklingen waren zuletzt aus finanziellen Gründen ausgestiegen. Und dass auch die klamme Kommune Gersheim über die Finanzierung reden müsse, ist laut Bürgermeister Rubeck nicht verwunderlich. Da ist zu hoffen, dass sein Versprecher am Ende („Eine schöne Trofeo 2050!“) ein Blick in die Zukunft war. Etappen 1. Etappe, 5. Juni, Straßenrennen Bliesdalheim - Aßweiler - Oberwürzbach - Ommersheim - Rimling - Guiderkirch - Breitfurt - Bliesdalheim: 89 Kilometer 2. Etappe, 6. Juni, Einzelzeitfahren Peppenkum - Medelsheim: 9,6 Kilometer 3. Etappe 6. Juni, Straßenrennen Homburg - Kirrberg - Mörsbach - Käshofen - Homburg: 79 Kilometer, vier Runden 4. Etappe, 7. Juni, Straßenrennen Gersheim - Niedergailbach - Medelsheim - Gersheim: 99 Kilometer, fünf Runden