Handball
Dritte Liga spielt 2020 nicht mehr: SV 64 Zweibrücken trainiert vorläufig nur
„Eine richtige Entscheidung, zu der es keine Alternative gab“, sagt Stefan Bullacher, Trainer des Drittligisten SV 64 Zweibrücken und nennt dafür zwei Gründe: das derzeitige allgemeine Infektionsgeschehen und die Verletzungsgefahr, die besteht, weil viele Vereine seit Wochen nicht spielen und nicht oder bestenfalls eingeschränkt trainieren können. Bullacher; „Es ist ganz klar, dass der Re-Start der Runde im Januar nur erfolgen kann, wenn die Vereine im Dezember trainieren können. Funktioniert das nicht, ist eine Saisonfortsetzung auch im Januar nicht darstellbar.“
Ein Drittel ohne Erlaubnis
Der DHB hat die Drittligisten bei den Männern und Frauen befragt. Ergebnis: Ein Drittel der Vereine habe derzeit keine Erlaubnis zu trainieren. Auch der SV darf aufgrund der Corona-Verordnung des Landes Rheinland-Pfalz derzeit nicht in Zweibrücken trainieren. Aber der SV gehört dem saarländischen Handballverband an, und das Saarland folgt im Gegensatz zu Rheinland-Pfalz der Empfehlung des Deutschen Olympischen Sportbundes, der die Dritte Handball-Liga als professionelle Liga einstuft. So fand sich für den SV eine Lösung. Der neue Präsident des HV Saar (HVS), Christoph Rehlinger, und Mitstreiter wie Ex-Nationalspieler Christian Schwarzer, der Jugendkoordinator des HVS, ermöglichen es dem SV, in der Sporthochschule in Saarbrücken zu trainieren. Keine optimale Lösung, da nachmittags trainiert wird, „aber viel, viel besser, als wenn wir gar nicht trainieren könnten“, betont Bullacher, dessen Team vor dem Teil-Lockdown schon quarantänebedingt zwei Wochen pausiert hatte. Kurzarbeit wie im Frühjahr ist daher für Bullacher aktuell kein Thema.
Die Frage, wie es ab Januar weitergeht, will der DHB in den nächsten Wochen entscheiden. Nach RHEINPFALZ-Informationen gibt es unter anderem folgende Szenarien: Die Hinrunde wird mit dem derzeit gültigen Spielplan ab Januar fortgesetzt, und die Spiele, die im November und Dezember angesetzt waren, werden an das Ende der Hinserie angehängt. Endet die Hinrunde infektionsbedingt erst im Mai, wird die gespielte Hinrunde als Saison gewertet.
Rückrunde in drei Gruppen?
Kann die Hinrunde wie erhofft bis April beendet werden, sieht eine Variante vor, dass eine verkürzte Rückrunde in drei Gruppen gespielt wird. Die ersten sechs der Hinrunde bilden Gruppe eins, Platz sieben bis zwölf spielt in Gruppe zwei, Platz 13 bis 18 in Gruppe drei. In Gruppe eins und drei werden Aufsteiger respektive Absteiger ausgespielt. Eine weitere Variante bei Hinrundenende im April sähe eine verkürzte Rückrunde mit K.-o.-Modus vor. Der Erste und der Zweite würden den Aufsteiger in die Zweite Bundesliga ausspielen, die Plätze drei bis zehn die weiteren DHB-Pokal-Teilnehmer ermitteln und die Plätze elf bis 18 die vier Absteiger.
Wenn es denn so käme, „wäre die Variante mit den drei Gruppen nach der Hinrunde die sportlich fairste. Sie würde den Vereinen die Chance auf 22 Rundenspiele ermöglichen“, merkte Bullacher an.